KfV zum Thema Tunnelsicherheit: Schluss mit Mischverkehr im Tunnel, Gefahrenguttransporte von der Strasse auf die Schiene verlagern!

Wien (OTS) - Das Kuratorium für Verkehrssicherheit fordert angesichts der Tauerntunnel-Katastrophe von vergangenem Samstag

  • die Verlagerung von Gefahrenguttransporten auf die Schiene
  • eine generelle Verkehrssicherheitsprüfung von Straßen, im Optimalfall bereits in der Planungsphase
  • strengere Kontrollen von Gütertransporten
  • strengere Kontrollen von Lenk- und Ruhezeiten bei Berufskraftfahrern
  • Trennverkehr im Tunnel und
  • Optimierung der Tunnel-Infrastruktur (zweite Tunnelröhre allerdings kein Allheilmittel!)

* wohlüberlegten Einsatz finanzieller Mittel im Sinne einer größtmöglichen Erhöhung der Verkehrssicherheit

KfV-Direktor Dr. Othmar Thann: "Ein Verbot für den Transport von gefährlichen Gütern - beispielsweise hochexplosiven Substanzen - in Tunneln muß dringend in die Tat umgesetzt werden. Es kann nicht sein, daß Tonnen von Dynamit durch kilometerlange Tunnelröhren rollen - bei einer Explosion wäre ein Super-GAU die fatale Konsequenz. Allerdings", so Thann weiter, "darf man über dem folgenschweren Tunnelunfall eines nicht vergessen: Nicht die Unfälle in Straßentunneln sind in Österreich das Hauptproblem, sondern die generell mangelnde Verkehrsmoral in puncto Geschwindigkeit und Abstand. Ansatzpunkt für eine Erhöhung der Verkehrssicherheit ist daher nicht ausschließlich die Technik, sondern der Mensch."

Das KfV fordert erneut mehr Mittel für die so wichtige Sanierung von Unfallhäufungsstellen. Thann: "Diese österreichweit durchzuführenden Maßnahmen bedeuten auch finanziellen Aufwand -Sicherheit kostet nun einmal Geld. Dieser Mehraufwand rechnet sich aber allemal: Die Rettung von Menschenleben ist allein schon ein Argument, das für sich spricht. Darüber hinaus bedeutet die Vermeidung von Unfallfolgekosten ein hohes Einsparungspotential."

Die Unfallbilanz der Woche 25. bis 30. Mai 1999:

In der Vorwoche starben insgesamt 18 Menschen auf Österreichs Straßen. Davon 7 Pkw-Lenker, 7 Motorrad-Lenker, 1 Moped-Lenker, 2 Radfahrer und 1 Traktor-Lenker. Die Unfallursachen: Nichtangepaßte Fahrgeschwindigkeit (3), Vorrangverletzung (4), Überholen (3), Unachtsamkeit (1), Herzversagen (1), Fahrfehler Radfahrer (2) und sonstige (1). Alkohol am Steuer war bei einem Unfall Mitursache, zwei tödlich verletzte Pkw-Insassen waren nicht angegurtet.

Grund zur Sorge liefert der Vergleich der bisherigen Getötetenzahlen mit jenen des Vorjahres: Vom 1.1. bis 30.5.1999 mußten - nach vorläufigen Zahlen - 355 Verkehrstote beklagt werden, im Vergleichszeitraum 1998 wurden - nach endgültigen Zahlen - 317 Todesopfer im Straßenverkehr registriert.

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