Pichler: Aktiensteuer über Frühjahr 2001 weiter hinausschieben

Deloitte & Touche bestätigt in Gutachten für Bundeskreditsektion Milliarden-Kosten für Banken

pwk - In einer "Stellungnahme zur Plausibilität der geschätzten Kosten der Kreditwirtschaft aus einer Einführung der geplanten Spekulationsertragssteuer" bestätigt nun die angesehene Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft Deloitte & Touche, daß den heimischen Banken Umstellungskosten in Milliardenhöhe drohen. ****

Dabei heißt es in dem von der Bundeskreditsektion in Auftrag gegebenen Gutachten: "Ungeachtet des notwendigerweise pauschalen Charakters dieser Gesamtzusammenstellung sind wir auf Basis der uns übermittelten Informationen und Aufklärungen, unserer Kenntnis der österreichischen Kreditwirtschaft sowie unserer Erfahrungen aus Bankberatung und Bankprüfung der Meinung, daß die Schätzung der Kreditwirtschaft über die aus einer Einführung der geplanten Spekulationsetragssteuer (SpESt) drohende Kostenbelastung, die mit rund 1,5 Mrd S beziffert wird, bezogen auf die sich voraussichtlich mindestens über ein Jahr erstreckende Umstellungsphase nachvollziehbar und plausibel erscheint. Dabei können wir festhalten, daß voraussichtlich mehr als die Hälfte der Umstellungsaufwendungen auf EDV-Adaptierungen entfallen wird."

Herbert Pichler, Syndikus der Bundeskreditsektion: "Deloitte & Touche bestätigt uns überdies, daß die rechtliche Behandlung einer Reihe von Spezialfragen ungeklärt ist, und bei den Banken eine Vielzahl von EDV-Systemen betroffen sind. Außerdem fällt die geplante Einführung der Aktiensteuer in eine Zeit, in der die österreichischen Kreditinstitute erheblichen EDV-technischen Umstellungserfordernissen wie etwa der Jahr-2000-Problematik oder der Euro-Umstellung unterliegen."

Für Pichler ist daher klar, daß das Inkrafttreten der Spekulationsertragssteuer unabhängig von der grundsätzlichen Ablehnung zumindest soweit wie möglich aufgeschoben werden muß. Derzeit soll die Aktiensteuer mit 1.10.2000 in Kraft treten, wobei der Finanzminister per Verordnung diesen Termin um sechs Monate hinausschieben kann. Pichler: "Im Hinblick auf die umfassenden Schwierigkeiten und Kosten ist das zuwenig. Wir verlangen ein weiteres Hinausschieben über das Frühjahr 2001 hinaus, wenn man schon entgegen unseren Bedenken an der Steuer festhält."

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