Handelsgericht bestätigt AK-Dirnberger: Vergabe von Kassenverträgen an Ärzte ist "normierter Nepotismus"

Wien (OTS) - Voll bestätigt wurde AK-Vizepräsident Alfred Dirnberger (ÖAAB) bei seiner Beurteilung über die Vergabe von Kassenverträgen an Fachärzte durch das Handelsgericht Wien. Das Gericht nennt die derzeitige Praxis - Kassenverträge werden nur auf Vorschlag der Ärztekammer vergeben und das bevorzugt an Kinder von Ärzten mit Verträgen - "normierter Nepotismus".

Dirnberger: "Das Gericht hat das festgestellt, was ich nach Beschwerden von Ärzten bei mir, gesagt habe: Die derzeitige Vergabe von Kassenverträgen ist grob gleichheitswidrig". Die derzeitige Praxis bewirkt

1. Wohlverhalten junger Ärzte gegenüber der Kammer, weil sie sonst nie für Kassenverträge vorgeschlagen werden.

2. Anhäufung von Reichtümern in Ärztefamilien, wo über Generationen Verträge vererbt werden - das alles zum Nachteil von Jungärzten und Patienten".

Ärztekammer darf künftig bei Vergabe von Kassenverträgen nicht mehr mitreden

Dirnberger fordert den Nationalrat auf, das ASVG, das die bisherige Praxis bei der Vergabe von Kassenverträgen an Ärzte regelt, so bald als möglich zu novellieren. Da werden auch die Damen und Herren Ärzte im Nationalrat Farbe bekennen müssen, ob sie für das Beibehalten von Pfründen bei ihren Standeskollegen auf Kosten junger Ärzte und auf Kosten der Patienten sind. Die Patienten büßen das Verhalten der Ärzte-Standesvertreter mit oft monatelangen Wartezeiten auf einen Facharzttermin. Eines muß künftig klar sein: Die Ärztekammer hat bei der Vergabe von Kassenverträgen nichts mehr mitzureden", fordert AK-Vizepräsident Dirnberger.

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