Mikrozensus-Erhebung zu Arbeitsbedingungen

Wien (OTS) - Die Arbeitsbedingungen der österreichischen Erwerbstätigen bzw. die früheren Arbeitsbedingungen von jungen Pensionisten stehen im Zentrum der Mikrozensus-Erhebung des Österreichischen Statistischen Zentralamtes (ÖSTAT) im Juni 1999.

Dabei wird einerseits das Vorliegen von Umwelteinflüssen wie Witterungseinflüsse, Hitze bzw. Kälte in Räumen, Lärm, Staub, Zugluft, besondere Kontakte mit bestimmten, als gesundheitsgefährdend angesehenen Arbeitsstoffen bzw. Lichtverhältnisse erhoben und andererseits erfragt, ob am Arbeitsplatz berufliche Belastungen auftreten, wie z.B. schwere körperliche Anstrengung, Tätigkeit am "Fließband", eintönige Arbeit, großer Zeitdruck, regelmäßiges Bildschirmarbeiten, Unfallgefährdung, dauernde hohe Konzentration, dauernder Kundenkontakt, ständiger Kontakt mit Schwerkranken usw. Bei Vorliegen dieser Umstände wird weiters gefragt, ob sich der oder die Erwerbstätige dadurch gestört fühlt. Neben den gewohnten Merkmalen zur Person der Befragten, wie z.B. Beruf und Wirtschaftszweig, wird und auch die Zahl der Beschäftigten an der Arbeitsstätte festgestellt.

Ähnliche Erhebungen wurden im Mikrozensus bereits mehrmals durchgeführt. Nach den Ergebnissen der Erhebung von 1994 arbeitet fast die Hälfte der Erwerbstätigen (44%; Männer: 48%, Frauen 39%) unter Zeitdruck, rund ein Drittel nannte unregelmäßigen Arbeitsanfall (32%), dauernden Kundenkontakt bzw. Parteienverkehr (30%) oder Unfallgefährdung (29%). Dauernde hohe Konzentration wurde von 24%, regelmäßige Bildschirmarbeiten von 21% angegeben. Von den meisten erfragten Arbeitsbedingungen sind Männer häufiger betroffen, besonders von Verletzungsgefahr (40 zu 13%) und Arbeit mit schwerem Werkzeug (12 zu 3%); für Frauen typischer sind regelmäßige Bildschirmarbeiten (24 zu 19%), Kundenkontakt (35 zu 28%) und besonders Kontakt mit Schwerkranken oder Notleidenden (8 zu 2%).

Im Vergleich 1994 zu 1985 sind die Werte für Arbeitsbedingungen, die für "alte" Produktionsformen typisch waren (z.B. schwere körperliche Anstrengung, Verletzungsgefahr) zurückgegangen, hingegen mit zunehmender Automatisierung verbundene Belastungen, wie dauernde Konzentration bei Überwachung, deutlich gestiegen (von 17 auf 24%). Die größte Zunahme gab es erwartungsgemäß bei der Position "Regelmäßiges Bildschirmarbeiten" (1985 7%, 1994 21%).

Für fast alle Bundesländer zeigt sich ein ähnliches Bild der Arbeitsbedingungen wie für Gesamtösterreich. Wien jedoch unterscheidet sich aufgrund der anders strukturierten Wirtschaft bei manchen Arbeitsbedingungen doch deutlich von den anderen Bundesländern. Nur hier liegt der Anteil "Bildschirmtätigkeiten" mit 30% über dem Bundesdurchschnitt; hingegen wurde z.B. Unfall-, Verletzungsgefahr mit 17% erheblich seltener als anderswo genannt; nur in Wien überwiegen die Angaben "Bildschirmtätigkeiten" die Nennung "Verletzungsgefahr". Zeitdruck wurde in allen Bundesländern am öftesten angegeben, am häufigsten in Salzburg (47%), knapp gefolgt von der Steiermark (46%), Oberösterreich, Tirol und Wien (je 45%) sowie Vorarlberg (44%) und Niederösterreich (43%). Relativ selten unter Zeitdruck fühlen sich die Erwerbstätigen im Burgenland (40%) und in Kärnten (35%).

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