Brisanter Bericht des österreichischen Militärgeheimdienstes (HNaA) warnt vor geplanten Hilfsflieferungen in den Kosovo und nach Montenegro

Rund um Flüchtlingslager in Shkodra und Tirana herrschen 'hohe Gewaltbereitschaft in der Bevölkerung und hohe Gefahr von Übergriffen.'

Wien (OTS) - Wie das Nachrichtenmagazin FORMAT in seiner am Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, warnt der Österreichische Bundesheergeheimdienst Heeresnachrichtendienst (HNaA) in einem vertraulichen Bericht vor geplanten Hilfslieferungen in den Kosovo und nach Montenegro.

Die österreichische Regierung will im Rahmen des 'Projekts Focus' gemeinsam mit der Schweiz, Rußland und Griechenland per Hubschrauber Pakete hochkonzentrierter Nahrung über jenen Gebieten im Kosov abwerfen, in denen immer noch Zehntausende Flüchtlinge umherirren. Das HNaA schätzt diese Pläne jedoch als zu riskant ein: 'Ein Einsatz von Luftransportmitteln ist nicht verantwortbar. Aufgrund der Bedrohungslage setzt die Nato selbst noch nicht einmal ihre eigenen Kampfhubschrauber in diesem Raum ein', heißt es in dem Bericht. Von Hilfslieferungen nach Montenegro, die das Internationale Rote Kreuz in Erwägung zieht, raten die Analytiker des HNaA ebenfalls dringend ab: 'Eine persönliche Bedrohung bis hin zu Entführungen und Geiselnahmen oder willkürlicher Festnahmen des Begleitpersonals ist möglich. Angriffe auf Hilfslieferungen oder deren Begleitpersonal können mit dem Ziel unternommen werden, diese in einer Propagandamaßnahme der jeweils anderen Seite anzulasten.'

Fazit der Analyse: 'Aufgrund der Berurteilung des Gefährdungspotentials wird von einer direkten Lieferung humanitärer Hilfsgüter sowohl nach Montenegro als auch in den Kosovo abgeraten. Zweckmäßiger erscheint es, vorhandene Ressourcen auf bereits bestehende Flüchtlingslager in Albanien zu konzentrieren.'

Explosiv, so der FORMAT vorliegene Bericht, soll die Lage rund um das Österreich-Camp in Shkodra, aber auch in Tirana sein, wo das Rote Kreuz derzeit 180 Flüchtlinge betreut. Außerhalb der Flüchtlingslager, herrsche 'hohe Gewaltbereitschaft in der Bevölkerung, hohe Gefahr von Übergriffen und kleinkriminielle Bandentätigkeit.'

Latente Gefahr drohe aber auch durch die albanischen Streitkräfte. In Shkodra befindet sich das Kommando der 1. Divison der albanischen Armee: 1.500 bis 2.000 Mann mit fünfzig Kampfpanzern, die vor bereits vor Wochen in Alarmbereitschaft versetzt wurden. Ihre militärischen Aktivitäten schätzt das HNaA zwar als 'nicht sehr wirkungsvoll ein", dennoch könnten sie dem österreichischen Hilfskontingent Probleme bereiten. Denn die 1. Divison lege es darauf an, von Shkodra aus eine "Eskalation der Lage in Montenegro' herbeizuführen. Die Grenze zu Montenegro verläuft nur wenige Kilometer hinter dem Österreich-Camp.

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