Anbauverbot für insektenresistenten Mais unbegründet

Düsseldorf (ots) - Monsanto hält das gestern von der österreichischen Bundesministerin Barbara Prammer bekanntgegebene Anbauverbot für eine gentechnisch veränderte insektenresistente Maissorte von Monsanto (Bt-Mais MON-810) in Österreich für unbegründet und voreilig.

Bundesministerin Prammer stützt sich bei ihrer Entscheidung nicht auf aussagekräftige Feldstudien, sondern auf Laborexperimente. Sie erklärte, das österreichische Anbauverbot werde solange gelten, "bis nachgewiesen werden kann, daß von gentechnisch veränderten Maispflanzen nur Maisschädlinge bekämpft werden." Genau dieser Nachweis wird durch den Anbau erbracht.

Aus Sicht von Monsanto ist hierzu anzumerken:

(1) Entgegen der Behauptung einiger Gruppen handelt es sich bei der ministeriellen Ankündigung nicht um ein Import-, sondern ausschließlich um ein Anbauverbot.

(2) Bisher wurden in Österreich keine Feldversuche mit Monsanto Bt-Mais durchgeführt, noch irgendwelche Sorten registriert.

(3) Umfangreiche Daten aus Feldstudien seit 1995 in den wichtigsten europäischen Maisanbaugebieten haben gezeigt, daß der Anteil von Nutzinsekten in Feldern mit Monsanto Bt-Mais höher war als in Feldern mit konventionellem Mais.

(4) Die in der Fachzeitschrift Nature beschriebene Laborstudie, die Ministerin Prammer anführt, geht von Bedingungen aus, die von denen in der freien Natur beträchtlich abweichen. In der Natur kommen Monarch-Schmetterlinge kaum oder gar nicht mit Pollen von Bt-Mais in Berührung:

* Die Raupen des Monarch-Schmetterlings ernähren sich nahezu ausschließlich von Asclepias curassavica. Dessen natürlicher Lebensraum sind Wiesen, Felder sowie Straßenränder - nicht jedoch dichtbepflanzte Maisfelder. Unter realen Bedingungen ist die Wahrscheinlichkeit, daß Asclepias curassavica von Pollen des Bt-Mais bedeckt werden, äußerst gering.

* Während sich die Raupen des Monarch-Schmetterlings in den meisten Regionen der USA hauptsächlich im Juni von Asclepias curassavica ernähren, setzt der Pollenflug bei Mais in der Regel erst zwischen Mitte Juli und Anfang August ein - für einen Zeitraum von circa fünf bis zehn Tagen.

(5) Professor John E. Losey, der Hauptautor der angeführten Laborstudie, hat vor voreiligen Schlußfolgerungen ausdrücklich gewarnt und auf die erwiesenen ökologischen und agronomischen Vorteile gentechnisch veränderter Pflanzen hingewiesen: "... we can't forget that Bt-corn and other transgenic crops have a huge potential for reducing pesticide use and increasing yields." ("Wir dürfen das enorme Potential von Bt-Mais und anderen gentechnisch veränderten Nutzpflanzen zur Verminderung des Pestizid-Einsatzes und zur Erhöhung von Erträgen nicht vergessen.")

(6) Monsanto unterstützt nachdrücklich alle Aktivitäten, die zu mehr Wissen über Pflanzen mit eingebautem Schädlingsschutz beitragen und wird weiterhin mit Wissenschaftlern und anderen Unternehmen zusammenarbeiten und relevante Forschungsstudien unterstützen.

(7) Vor der Einführung von Bt-Mais haben Landwirte in der Regel herkömmliche Insektizide ausgebracht, um Schadinsekten zu bekämpfen -allerdings wurden dabei die Nutzinsekten auf demselben Acker gleichermaßen in Mitleidenschaft gezogen (beispielsweise Prädatoren, die dazu beitragen, die Population pflanzenfressender oder Pflanzenkrankheiten verbreitender Schädlinge gering zu halten). Der entscheidende Vorteil von Bt-Mais besteht darin, die erforderliche Menge an Insektiziden deutlich zu verringern oder ganz entbehrlich zu machen. Dementsprechend werden auch die negativen Auswirkungen auf die Nutzinsekten minimiert.

Anmerkung:

Als "Bt-Mais" werden Maissorten bezeichnet, die über ein mit Hilfe der Gentechnik eingefügtes Merkmal verfügen, das sie vor bestimmten Schadinsekten schützt. Aufgrund der neuen Erbinformation entsteht in der Pflanze ein schützendes Protein, das Insekten wie den gefräßigen Maiszünsler davon abhält, den Mais zu schädigen. Bt-Mais führt zu Ertragssteigerungen zwischen fünf und 20 Prozent.

Bt-Mais reduziert die ausgebrachte Menge an Insektiziden und dämmt auf diese Weise die Schädigung nützlicher Insekten ein. Gleichzeitig werden dabei die Auswirkungen von Pflanzenschutzmitteln auf die Umwelt vermindert. Überdies vermindert Bt-Mais den Pilz-Sekundärbefall der Pflanzen, der zu giftigen Mycotoxinen führen kann.

Forschungsergebnisse der US-amerikanischen Cornell Universität wurden vor wenigen Tagen in der Fachzeitschrift Nature veröffentlicht. In diesen Experimenten wurde nicht der Monsanto Bt-Mais MON-810 benutzt, der Gegenstand der Entscheidung von Ministerin Prammer ist.

Der Bt-Mais von Monsanto wurde 1998 in den USA, Kanada und Argentinien bereits auf insgesamt weit über 4 Millionen Hektar angebaut (1997 knapp über 1 Million Hektar). Teile dieser Ernte werden - mit Genehmigung der Europäischen Union - in Länder der EU importiert.

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