Tele-Hämatologie im Krankenhaus Wiener Neustadt

Bauer: Virtueller Cluster im Gesundheitswesen

St.Pölten (NLK) - Die Hämatologie-Spezialisten aus dem Labor des Krankenhauses Wiener Neustadt bieten nun ihr Know-how mittels modernster Technologie überregional an. Die Tele-Medizin hält auch im Laborbereich Einzug. Das Zentrallabor des Krankenhauses Wiener Neustadt ist die erste Einrichtung in Europa, die diese neue Technologie routinemäßig einsetzt. Erkrankungen des Blutes, wie z.B. Leukämie, sind meist allein durch die Interpretation von gefärbten Blutausstrichen erkennbar. Aber speziell atypische und seltene Krankheitsbilder bereiten auch gut ausgebildetem Laborpersonal häufig Probleme. Bisher war es in solchen Fällen notwendig, die fraglichen Blutausstriche mittels Eilkurier oder Rettungstransport an ein spezialisiertes Labor zu schicken. Jetzt wird der Ausstrich mit einer am Mikroskop angeschlossenen hochauflösenden Spezialkamera eingescannt. Via Internet wird dieses Bild an das Zentrallabor des Krankenhauses Wiener Neustadt geschickt. Im Zentrallabor wird das erhaltene Bild des Ausstriches begutachtet, diskutiert und interpretiert. Der fertige Befund wird wieder an die zuweisende Stelle übermittelt.

Das Zentrallabor in Wiener Neustadt hat sich bereits seit vielen Jahren als Hämatologie-Kompetenzzentrum etabliert. Mehr als 80.000 Blutbilder mit mehr als 500.000 Einzelbestimmungen pro Jahr sprechen für die Routine in der hämatologischen Diagnostik. Als einzige Abteilung in ganz Niederösterreich veranstaltet das Labor seit 1995 regelmäßig Hämatologie-Kurse für Ärzte und medizinisch-technische Dienste.

"Im Gesundheitswesen gibt es eine wesentliche Internationalisierung der Medizintechnik. In Niederösterreich arbeiten wir derzeit daran, bestehende Strukturdefizite zu korrigieren und neue Innovationen und damit Chancen zu erschließen", stellte Gesundheits-Landesrat Dr. Hannes Bauer heute bei einer Pressekonferenz zur Hämatologie und zur Tele-Medizin fest. "Dieser Innovationsschritt ist ein klares Zeichen für die medizinisch-technische Kompetenz niederösterreichischer Mediziner, Wissenschafter und Techniker. Die wertvollen personellen Ressourcen sollen auch auf internationaler Ebene genützt werden", meinte Bauer. "Im Gesundheitswesen in Niederösterreich soll deshalb in den nächsten Jahren ein sogenannter virtueller Cluster zur Forschung, Technologie und Ausbildung aufgebaut werden, um in den Bereichen der Medizin und verwandter Gebiete alle bereits vorhandenen Einrichtungen und Ressourcen zu nützen, Entwicklungen voranzutreiben, Vernetzungen und Verbindungen durchzuführen und vorhandenes Wachstumspotential zu nützen."

In Niederösterreich gebe es bereits verschiedene Einrichtungen für den Aufbau der "NÖ Healthcare-Industrie", beispielsweise die Donau-Universität Krems oder das Austrian Research Center Seibersdorf, die Fotec Ges.m.b.H. in Wiener Neustadt, die Höheren Technischen Lehranstalten in Hollabrunn, Klosterneuburg und Wieselburg, die Bundesversuchsanstalt Wieselburg und die Versuchsanstalt Tulln. Dabei solle selbstverständlich auch die Vernetzung mit den Spitälern und den gesundheitspolitischen Einrichtungen vorangetrieben werden. Ein weiterer wichtiger Aspekt seien bestehende Kooperationen mit Universitäten, die fortgesetzt und intensiviert werden sollen. Auch verschiedene Fachhochschul-Studiengänge und die Regionalen Innovationszentren könnten hier miteinbezogen werden, um eine optimale Struktur zu schaffen, sagte Bauer.

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