Auszug aus dem Zwischenbericht zum 1. Halbjahr 1998/99 ots Ad hoc-Service: Preussag AG <DE0006952005>

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Der Ausbau des Touristik-Geschäftes und der Rückzug aus dem Anlagen- und Schiffbau haben das Profil des Preussag- Konzerns weiter geschärft und das Schwer-gewicht seiner Aktivitäten nachhaltig auf Dienstleistungen verlagert. Dies spiegelt sich auch in den Kennzahlen des 1. Halbjahres 1998/99 wider. Umsatz- und Ergeb niszuwächse kommen im Wesentlichen aus dem neuen Dienstleistungsbereich.

Branchenkonjunktur uneinheitlich

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im 1. Halbjahr 1998/99 waren für die einzelnen Sparten der Preussag uneinheitlich. In der Touristik entwickelte sich die Nachfrage besser als zu Beginn des Jahres prognostiziert. In den Bereichen Logistik und Transport knüpfte die Marktentwicklung ohne größere Schwankungen an das vergangene Geschäftsjahr an. Dies galt auch für die Geschäfte in der Gebäudetechnik, denen die Entwicklung der Baukonjunktur noch keine neuen Impulse geben konnte. Im Energie-Bereich waren vor allem die internationalen Rohölmärkte, im Gegensatz zum Vorjahr, durch Überangebote und Preisdruck belastet. Im Handel erschwerten die weiter schwachen NE-Metallpreise die Geschäfte.

Konzern-Umsatz gestiegen

Preussag erzielte im 1. Halbjahr 1998/99 einen Konzern-Umsatz von 12,5 Mrd DM. Dies ist ein Anstieg von 1,3 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum, für den 12,3 Mrd DM ausgewiesen wurden. Dabei hat der Zuwachs aus der Einbeziehung des Veranstaltergeschäftes der TUI-Gruppe in den Abschluss das Ausscheiden des Anlagen- und Schiffbaus aus dem Konzern überkompensiert. In der Sparte Energie und Grundstoffe lagen die Umsätze, im Wesentlichen bedingt durch die rückläufigen Rohöl- und NE-Metallpreise, unter den Vorjahreswerten. In der Gebäudetechnik blieben die Umsätze stabil. Dies galt auch für den Geschäftsbereich Logistik, während der Transport-Bereich zulegen konnte.

Ergebnis über Vorjahresniveau

Die Sparten der Preussag erzielten mit 417 Mio DM ein Ergebnis, das um 32,2 % über dem Ergebnis des Vorjahres von 315 Mio DM liegt. Der Konzerngewinn nach Steuern für das 1. Halbjahr 1998/99 erreichte 268 Mio DM. Im Vorjahr enthielt der Konzerngewinn zu diesem Zeitpunkt bereits das außerordentliche Ergebnis aus dem Verkauf der Stahlaktivitäten von 320 Mio DM, so dass mit 402 Mio DM ein um 33,2 % höherer Wert auszuweisen war.

Die Zusammensetzung des Ergebnisses der Sparten hat sich aufgrund der strukturellen Veränderungen des Konzerns, aber auch infolge unterschiedlicher Entwicklungen im wirtschaftlichen Umfeld der Sparten verändert.

In der Sparte Energie und Grundstoffe weist der Geschäftsbereich Energie trotz extrem niedriger Rohölpreise und damit rückläufiger Erträge aus dem Öl- und Gasgeschäft ein Ergebnis von 171 Mio DM aus. Neben einer Verbesserung des Ergebnisses aus technischen Dienstleistungen haben hierzu Erträge aus Beteiligungen beigetragen. Das Ergebnis des Handelsbereichs fiel mit 17 Mio DM niedriger aus als im Vorjahr. Ursache hierfür waren neben einem insgesamt schwierigeren Handelsgeschäft Verluste im deutschen NE-Metallhandel. Das Ergebnis der Sparte Technologie ist mit 63 Mio DM höher als im Vorjahr. Es beinhaltet in diesem Halbjahr nur das Ergebnis der Gebäudetechnik, das im Vergleich zum Vorjahr weitgehend stabil blieb. Der Anlagen-und Schiffbau ist im Konzernabschluss nicht mehr enthalten, da aufgrund der mit der Babcock Borsig AG abgeschlossenen Verträge dieser Geschäftsbereich rückwirkend zum 1. Oktober 1998 aus dem Preussag- Konzern ausscheidet. Die Sparte Logistik und Touristik hat durch die Vollkonsolidierung der seit dem 1. Oktober 1998 unter der Hapag Touristik Union (HTU) zusammengefassten Touristik-Aktivitäten mit 241 Mio DM ein deutlich höheres Ergebnis erzielt als im Vorjahr. Zur insgesamt positiven Entwicklung des Touristik-Ergebnisses von 166 Mio DM haben eine vergleichsweise gute Wintersaison und erste Synergie- Effekte aus der Integration der touristischen Wertschöpfungsstufen unter der HTU beigetragen. Noch nicht in die Konsolidierung einbezogen sind die Reisebürokette FIRST und die Thomas Cook-Gruppe. Der Geschäftsbereich Logistik setzte mit einem Ergebnis von 68 Mio DM die stetige Entwicklung der Vorjahre fort. Der Bereich Transport hat sich in Anbetracht seines durch harten Wettbewerb geprägten Marktes mit einem Ergebnis von 7 Mio DM erneut gut behauptet. Die sonstigen Gesellschaften, die hauptsächlich den Holding-Bereich des Konzerns und die Immobilien-Gruppe umfassen, weisen mit -75 Mio DM ein höheres negatives Ergebnis aus als im Vorjahr. Dies resultiert im Wesentlichen aus der Finanzierung der Beteiligungserwerbe im Touristik-Bereich.

Investitionen gestiegen

Investitionen in Sachanlagen wurden mit 820 Mio DM abgerechnet, sie lagen um 96,6 % über dem Wert des Vorjahreszeitraumes von 417 Mio DM. Mit 61,8 % entfiel der überwiegende Teil der Investitionen auf die Sparte Logistik und Touristik, wo aus dem laufenden Flotten-Erneuerungsprogramm weitere Flugzeuge des Typs Boeing B737-800 in Dienst gestellt wurden. In der Sparte Energie und Grundstoffe lag der Schwerpunkt der Investitionstätigkeit auf Exploration und Aufschluss von Erdöl- und Erdgas-Vorkommen. In der Sparte Technologie wurde in erster Linie in Produktionsanlagen für den Geschäftsbereich Gebäudetechnik investiert. Neben den Sachanlageinvestitionen fielen Kaufpreiszahlungen für den Erwerb der Anteile an der Thomas Cook-Gruppe und der Reisebürokette FIRST an.

Nach Umstrukturierung weniger Mitarbeiter

Die Zahl der Mitarbeiter im Preussag-Konzern am 31. März 1999 ist im Vergleich zum Vorjahr um 9,3 % auf 50.094 gesunken, davon waren 25.633 im Inland und 24.461 bei ausländischen Unternehmen beschäftigt. Wesentliche Veränderungen gab es in den Bereichen Touristik und Energie. In der Touristik kamen rund 14.000 Mitarbeiter der TUI-Gruppe hinzu, im Energie-Bereich sind durch die Veräußerung der Bergbau- Aktivitäten insgesamt rund 3.800 Mitarbeiter aus der Konzern- Belegschaft ausgeschieden.

Ausblick

Das Geschäftsjahr 1998/99 ist bisher insgesamt gut verlaufen. Die Konjunktur-Prognosen für den weiteren Jahresverlauf sind regional und sektoral uneinheitlich und sagen zum Teil ein abgeschwächtes Wirtschaftswachstum voraus.

Im Energie-Bereich haben sich die Rohölpreise seit März 1999 spürbar erholt. Sollten sie das derzeitige Niveau von über 16 US-Dollar per Barrel halten, htte dies deutlich positive Auswirkungen auf die Ergebnisentwicklung dieses Bereichs. In der Gebäudetechnik kann bei unverändertem wirtschaftlichen Umfeld von einer stetigen Entwicklung ausgegangen werden. Dies gilt auch für den Logistik-Bereich. In der Touristik weisen die Vorbuchungen unter den heutigen Rahmenbedingungen auf eine gute Sommersaison hin. Bei einem Erwerb der Mehrheit an der Thomas Cook-Gruppe bis zum Ende des Geschäftsjahres ist zusätzlich ihr Ergebnis anteilsmäßig in den Konzernabschluss einzubeziehen.

Der Preussag-Konzern hat durch seine neue Struktur an Ertragskraft gewonnen. Daher ist zu erwarten, dass sich der positive Ergebnistrend fortsetzt.

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