AK Kärnten fordert "Bündnis für Arbeit und Einkommen"

Arbeitsplätze müssen Schwerpunkte der Regierungsarbeit sein

Klagenfurt (OTS) - Maßnahmen zur Sicherung von Arbeit und
Einkommen stehen im Mittelpunkt des Memorandums der Arbeiterkammer Kärnten an die neue Landesregierung und die Abgeordneten im Kärntner Landtag. "Arbeitsplätze müssen Thema Nummer eins in der Landespolitik sein. Unser Ziel ist, daß Kärnten von seiner Schlußlichtposition wegkommt," betonte AK Präsident Josef Quantschnig heute in einer Pressekonferenz.

Das Memorandum der Arbeiterkammer enthält zahlreiche Vorschläge zur Wirtschaftspolitik und zum Sozial- und Bildungsbereich, um die Lage der Arbeitnehmer zu verbessern.. Schwerpunkt im politischen Forderungskatalog der Arbeiterkammer sind Maßnahmen mit dem Ziel, mehr Arbeitsplätze zu schaffen und die Einkommen zu erhöhen.

"Dieses Memorandum soll gleichzeitig die Basis für ein ‚Kärntner Bündnis für Arbeit und Einkommen" bilden, forderte Quantschnig. Ein solches Bündnis habe Landeshauptmann Haider bereits einige Male angekündigt, aber bis jetzt nicht realisiert. "Wir wollen mit dem AK Memorandum heute einen Auftakt setzen und appellieren an den Landeshauptmann, die anderen Sozialpartner, Vertreter der Wirtschaft und des Landes einzuladen, dem Bündnis als Partner beizutreten", sagte Quantschnig. Mit gemeinsamen Aktionen und Programmen soll die Arbeitsmarktlage in Kärnten verbessert, die Einkommen erhöht und die Kaufkraft gestärkt werden.

Quantschnig sieht die Arbeiterkammer als wichtige Impulsgeberin für Zukunftsideen. "Viele unserer Vorschläge wie die Mietensenkung oder Maßnahmen zur Jugendbeschäftigung hat der Landeshauptmann aufgenommen. Sie sind zum Teil Inhalt der Regierungserklärung", betonte der AK-Präsident.

Das Memorandum der Arbeiterkammer enthält unter anderem Maßnahmen für besonders gefährdete Gruppen am Arbeitsmarkt: ältere Arbeitnehmer und Lehrlinge.

Ältere Arbeitslose sind eine rapid wachsende Problemgruppe auf dem Arbeitsmarkt. Der Anteil der über 50-jährigen an der Gesamtarbeitslosigkeit hat in Kärnten mit 14,5 Prozent im April einen Höchststand erreicht. "Weil alle Schutzbestimmungen nicht ausreichen, verlangt die AK die Einführung einer Quotenregelung für ältere Arbeitnehmer und einen besseren Kündigungsschutz. "Das Land Kärnten muß Regionalstiftungen schaffen, die sich speziell um die Probleme älterer Arbeitsloser kümmern", sagte Quantschnig. Bei Stellenausschreibungen für den öffentlichen Dienst müssen die Altersgrenzen gestrichen werden.

Der in einer Studie der AK prognostizierte Lehrstellenmangel im neuen Ausbildungsjahr - ab Herbst werden rund 1000 Lehrplätze fehlen - muß ebenfalls Anlaß zum Handeln sein. Die AK schlägt vor, daß nur mehr Betriebe Wirtschaftsförderung und öffentliche Aufträge erhalten, die auch Lehrlinge ausbilden. Außerdem sollen bestehende Lehrwerkstätten ausgebaut und Landeslehrwerkstätten eingerichtet werden.

Weitere Punkte im AK-Memorandum: die AK fordert die Landesregierung auf, alle Privatisierungs- und Ausgliederungsvorhaben zu stoppen. Die Standorte der Landes-krankenhäuser müssen aufrechterhalten werden.

Die Zahl der ertappten illegalen Beschäftigten hat sich in Kärnten in den letzten Jahren vervierfacht. Das Land wird aufgefordert, darauf zu achten, daß Schwarzunternehmer von den Bezirkshauptmannschaften und Magistraten strenger bestraft werden. Derzeit werden Strafverfahren unnötig verzögert. Schwarzunternehmer kommen meistens mit Mindeststrafen davon. Schwarzunternehmer müssen von Förderungen und öffentlichen Aufträgen ausgeschlossen werden.

Die AK unterstützt die Berufstätigkeit von Frauen, weil nur dadurch die finanzielle Unabhängigkeit, die soziale Absicherung und die Altersversorgung der Frauen gewährleistet ist. Die AK fordert das Land Kärnten auf, die Kinderbetreuungsplätze vor allem für Ein- bis Dreijährige auszubauen und die Öffnungszeiten der Kindergärten an die Arbeitszeiten der Eltern anzupassen

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Christa Maurer
Tel.: 0463/5870-238

Arbeiterkammer Kärnten

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKK/OTS