Jahr-2000-Problem: Tips bei der Stadtinformation

Wien, (OTS) Der Bürgerdienst bzw. die Stadtinformation steht interessierten oder besorgten BürgerInnen unter der Telefonnummer 525 50 für Informationen zur Jahr-2000-Problematik zur Verfügung. Allerdings: die KollegInnen können bei Fragen über Jahr-2000-Probleme im Haushaltsbereich nur allgemeine Tips und Hinweise
geben - zumeist den, den Hersteller zu kontaktieren. Denn bei der unüberschaubaren Anzahl der auf dem Markt befindlichen chipgesteuerten Geräte mit und ohne Datumsfunktion ist es beim besten Willen nicht möglich, für jedes einzelne Mikrowellengerät, für jede Alarmanlage, für jedes Handy, für jede Systemsteuerung die Frage nach der 2000-Tauglichkeit zu beantworten.

Probleme kann es vor allem bei Haushaltsgeräten geben, die eine Datumsfunktion haben - natürlich bei Computern, bei Videorecordern, bestimmten Backrohren/Herden, Kameras, anderen programmierbaren Geräten, Alarmanlagen, der EDV-Ausrüstung in Kraftfahrzeugen und allen Arten von Steuer- und Regelgeräten in Häusern oder im Haushalt. Grundsätzlich müßten die Hersteller sagen, eventuell weiß es auch der Händler, ob das Erzeugnis Jahr-2000-fest ist bzw. ob man es nach- oder umrüsten kann. Bei manchen Geräten kann man die Jahr-2000-Tauglichkeit selbst testen, indem der Jahreswechsel durch Vorstellen der Uhr auf 31.12.1999, 23.55 Uhr, simuliert wird und man abwartet, welche Uhrzeit das Gerät "nach Mitternacht" anzeigt.****

Bei den meisten Geräten ist ein Versagen nicht lebensbedrohlich. Wer allerdings etwa wegen einer Erkrankung oder einer Behinderung auch daheim auf computergesteuerte bzw. mit
Chips ausgestattete Geräte angewiesen ist - das gilt auch für Notrufsysteme - muß unbedingt im eigenen Interesse rechtzeitig den Erzeuger/Händler/Servicebetrieb kontaktieren und sich die Jahr-2000-Tauglichkeit bestätigen lassen bzw. rechtzeitig aufrüsten oder andere Vorsorge treffen.

Systeme, die im Haushalt/Haus betroffen sein können:

o (Ab)Wasserpumpen
o Anrufbeantworter
o Aufzug
o Beleuchtungsregelungen
o Brandmeldeanlagen
o Computer
o Drucksteigerungsanlagen
o Einbruchssicherungen
o Elektronische Türschlösser
o Faxgeräte
o Filtersysteme
o Garagenentlüftung (CO-Warnanlagen)
o Garagentore
o Haustelefonanlagen
o Heizungsregelungen
o Klimaanlagen
o Lüftungsanlagen
o Mobiltelefone, Pager
o Notfallsysteme (Notruftelefon)
o Notstromanlagen
o Safes und Tresore mit elektronischer Verriegelung
o Sicherungs- und Überwachungssysteme (Videoüberwachung,

Zugangskontrolle)
o Torschrankensteuerungen
o Uhren
o Warmwasserbereitungsanlagen

Die Wasserversorgung ist in Wien nur in wenigen,
hochgelegenen Bereichen von Pumpen abhängig (Das Wasser aus den Quellgebieten fließt im freien Gefälle nach Wien in die Behälter). Aber auch dort erfolgt die Versorgung über Wasserbehälter, die für mehrere Stunden Reserve haben. Sollte jemand in seinem Haus aber eine Drucksteigerungsanlage eingebaut haben, sollte er/sie sich
auch um sie kümmern.

Wie die Wiener Stadtwerke mitteilen, werden (Gas-)Heizungen
mit elektronischen Regelungen in Privathaushalten aller
Voraussicht nach nicht vom 2000er-Problem betroffen sein. Der
Grund: die elektronischen Regelungen haben meist nur Tages- und Wochenprogramme, die Jahreszahl ist üblicherweise nicht dabei.

WIENSTROM hat, um eine häufig gestellte Frage nach der Stromversorgung zu beantworten, nach bestem Gewissen vorgesorgt
und überprüft seit 1996 in Frage kommende Systemsteuerungen, um einen Stromausfall zum Jahreswechsel 2000 zu vermeiden.

Allerdings: wenn auch alle ExpertInnen einen Stromausfall aufgrund von 2000er-Problemen für sehr unwahrscheinlich halten -eine hundertprozentige Garantie gibt es nicht. Vor allem wegen der gegenseitigen Abhängigkeit des internationalen Stromnetzes nicht -irgendwann kann bei den Kontrollen irgendwo in Europa ein Chip vergessen oder übersehen worden sein.

Sollte es daher dennoch Schwierigkeiten bei der
Stromversorgung geben, sollte man wie bei jedem "normalen" Stromausfall Taschenlampen oder Kerzen und Zünder bereithalten.
Und ein batteriebetriebenes Radio (mit vollen Reservebatterien) sollte überhaupt - nicht nur wegen des Jahreswechsels zum letzten Jahr des aktuellen Jahrtausends - in jedem Haushalt vorhanden
sein.

Wer einen Ausfall eines seiner Geräte befürchtet, sollte -soweit möglich - Alternativen als Vorsorge suchen. Z.B. bei:

o Heizungsausfall (Ausfall von Strom, Gas, Steuerung bei

Ölheizung): Kamin, Ofen mit festen Brennstoffen, ggf. Ölvorrat
o Beleuchtung (Stromausfall): Kerzen, Zünder, Taschenlampen,

Taschenlampenbatterien
o Herd (Stromausfall, Gas, Steuerungsausfall): Gaskartusche und

Kocher, Kohle- oder holzbefeuerter Herd
o Trinkwasser: Vorrat in Flaschen
o Wasser z.B. für Wasserspülung: Wasservorrat
o Lebensmittel: Lebensmittelvorrat
o Telefongeräte, die eine externe Stromversorgung brauchen:

(Schnurlostelefon, ISDN-Telefone, Nebenstellenanlagen): beim
Handy Akkus aufladen, ggf. für manche Telefone Reservebatterien bereithalten, bei Telefonanlagen mit externer Stromversorgung normales Post-Telefon verwenden (normale Telefon-Apparate werden notfalls über die Telefonleitung gespeist)
o Radio (Stromausfall): batteriebetriebenes Radio,

Reservebatterien

Auch was die Versorgung mit Lebensmitteln und Gütern des täglichen Bedarfs betrifft, kann man davon ausgehen, daß die großen Handelsketten schon im eigenen Interesse alles tun werden, um Einkäufe am 3. Jänner reibungslos zu ermöglichen (nichts ist so schlecht für ein Unternehmen wie Schlagzeilen, weil etwas nicht funktioniert hat). Wer dennoch beunruhigt ist, sollte auf den beim Zivilschutz grundsätzlich empfohlenen Notvorrat zurückgreifen. Bekanntlich sollte jeder Haushalt für Krisenfälle aller Art (und das müssen nicht erst zivile oder militärische Versorgungskrisen sein, das kann beim Singlehaushalt schon eine schwere Erkrankung, wegen der man die Wohnung nicht verlassen kann, sein) einen Notvorrat haben, der neben Lebensmitteln und Getränken auch Medikamente, gegebenenfalls Tierfutter usw. umfaßt. Dieser Notvorrat für alle Fälle - und nicht wegen möglicher Jahr-2000-Probleme - sollte u.a. umfassen:

o Kaffee, Tee, Kakao, Fertigsuppen, Gewürze, Essig, Puddingpulver,

Schokolade, Kekse, Nüsse, diverse Konserven
o Tiefkühlware (in den meisten Tiefkühlgeräten bleiben die

Lebensmittel auch bei Stromausfall für Stunden tiefgefroren):
Fleisch, Fisch, Milch (für maximal drei Wochen), Käse, Obst, Gemüse, Brot, Fertiggerichte ...
o Wasservorräte: Zusätzlich zum Trinkwasser

(Mineralwasserflaschen) täglich 1 bis 2 Liter Wasser für den Gebrauch im Haushalt (Kochen, Waschen, Reinigen etc.)
o Zucker, Honig, Marmelade, Erdäpfel, Reis, Teigwaren, Mehl,

Grieß, Haferflocken,Polenta, Brot, Backwaren (besonders
Zwieback, Knäckebrot, Kekse, Salzgebäck)
o Milch (Kondensmilch, H-Milch), Käse, Eier, Fische (Dosenfisch),

Linsen, Bohnen, Erbsen, Fleisch (Dosenfleisch), Wurst
o Speiseöl, Butter, Margarine
o Obst (auch Tiefkühlobst, Dosenobst), Gemüse (auch eingelegtes

bzw. Dosengemüse), Zwiebel und Knoblauch, Sauerkraut, Erdäpfel und Hülsenfrüchte (Linsen, Erbsen, Bohnen, auch als Dosenware)

Zum Thema Handy: wenn man zu Silvester 2000 keine Handy-Verbindung bekommt, wird es aller Voraussicht nach daran liegen, daß sich hunderttausende andere Mobiltelefon-BenützerInnen ebenfalls telefonisch ein glückliches 2000 wünschen wollen und die Netze der Mobilfunkbetreiber überlastet sein werden.

Zum Thema PC: interne Uhr auf 2000-Tauglichkeit testen, Datumsfelder in Tabellen oder Datenbanken auf die vierstellige Anzeige des Jahres einstellen und Programm testen. Weitere Informationen finden sich auf den Internetseiten der Hersteller
oder der Softwarefirmen. Immer ratsam: Sicherungskopien anlegen.

Zum Thema Videorecorder: ggf. Neujahrskonzert manuell aufzeichnen.

Datums- und Zeitanzeigen sind für die Funktion eines Gerätes oft nicht erforderlich. Ein FAX-Gerät oder ein Fernseher funktionieren auch ohne korrekt eingestelltem Datum. Zusätzliche Funktionen, die nicht für jeden gleich bedeutend sind, z.B. die Protokollierung gesendeter Faxe, können eventuell nicht im vollen Umfang funktionieren.

Und: Nicht jede Störung oder jeder Ausfall einer Anlage oder eines Geräts in Tagen um den Jahreswechsel ist ein Jahr-2000-Problem, es wird auch "normale" Fehler geben ...

Stadt Wien ist vorbereitet

Die Stadt Wien bereitet sich im Interesse der BürgerInnen und der Versorgungssicherheit bereits seit längerem auf mögliche Probleme durch den "Millennium-Bug" vor. Dabei mussten und müssen alle in Frage kommenden Systeme, Anlagensteuerungen und Geräte,
von der Medizintechnik und Einrichtungen des Krankenanstaltenverbundes bis
zur Stromversorgung, vom Verkehr bis zur Müllverbrennung, von Aufzügen bis hin zu Telefonanlagen und Faxgeräten, überprüft werden.

So hat z.B. auch der Krankenanstaltenverbund für die städtischen Spitäler und Pflegeheime besonderen Wert auf das Überprüfen aller Systeme der medizinischen Versorgung gelegt, sodaß nach menschlichem Ermessen bei den lebenserhaltenden bzw. für das vitale Funktionieren eines Spitals nötigen Systemen nichts passieren kann. Wo es, z.B. bei einem EKG-Schreiber, heute noch Schwierigkeiten geben könnte, können einfache Eingriffe wie das Zurücksetzen des System-Datums Abhilfe schaffen.

Im Herbst 1999 soll außerdem in einem worst case-Szenario
- also in einem Test, der vom schlimmsten möglichen Y2K-Problem ausgeht - durchgespielt werden, ob die wichtigsten (am besten
alle) Problemstellen erkannt und beseitigt wurden. Eine endgültige Garantie auf das Funktionieren aller Systeme, Anlagen usw. kann
aber nicht abgegeben werden.

In vielen Bereichen der Stadt soll außerdem der Bereitschaftsdienst zum Jahreswechsel verstärkt werden.

Als zusätzliche Informationsmittel sind in nächster Zeit u.a. Berichte in der Stadt-Wien-eigenen Zeitung Unser Wien geplant, außerdem auf wien online ein eigener 2000-Button und Links zu anderen Homepages - etwa der geplanten Homepage der Wiener Stadtwerke -, die sich ebenfalls mit der Jahr-2000-Problematik befassen. Und im Juli sollen HausbesitzerInnen bzw.
Hausverwaltungen gemeinsam mit dem Zahlschein für die Grundbesitzabgabe ebenfalls eine kurze Information erhalten, die
auf die möglichen Probleme in Zusammenhang mit der Jahr-2000-Fähigkeit und auf die Notwendigkeit einer Überprüfung durch Hersteller, Lieferanten oder Wartungsfirmen hinweist. (Schluß) hrs

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