MOLTERER: 50 MILLIONEN ZUSÄTZLICHE HILFE AUS DEM KATASTROPHENFOND Bericht an den Ministerrat über Ausmaß der Hochwasserschäden und Hilfsmaßnahmen

Wien (bmlf, 26.05.1999) Für Sofortmaßnahmen und zur Schadensbehebung im Bereich des Wasserbaues werden voraussichtlich 50 Mio. Schilling aus dem Katastrophenfond notwendig sein. Zusätzlich werden 30 Mio. Schilling aus Mitteln der Wildbach- und Lawinenverbauung zur Schadensbehebung bereitgestellt, wobei von diesen Mitteln 20 Mio. Schilling für Vorarlberg und 10 Mio. Schilling für Tirol zur Verfügung stehen. Eine abschließende Abschätzung der Finanzmittel, die notwendig sind, um die Schäden der Vermurungen, Hangrutschungen und Hochwässer insbesondere in Westösterreich zu beseitigen, ist derzeit aber noch nicht möglich. Dies berichtete Landwirtschaftsminister Molterer im heutigen Ministerrat nach einem Lokalaugenschein in Tirol und Vorarlberg und ersten Berechnungen von Experten des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft.****

Die extreme Winterwetterlage im Zentralalpenbereich hatte im Februar und März eine exorbitant hohe Schneelage zur Folge. Die Niederschläge im April und Mai und insbesondere eine Westwetterfront in der letzten Woche haben in der Schweiz, Süddeutschland, Vorarlberg und Tirol zu Niederschlagsmengen geführt, wie sie in den letzten 100 Jahren nicht gemessen wurden, führte Molterer weiter aus.

In Verbindung mit der einsetzenden Schneeschmelze konnten wichtige Hauptflüsse wie die Bregenzer Ache, die Ill, die Dornbirner Ache, der Lech, die Vils und andere Flüsse die Wassermassen nicht mehr aufnehmen. Auch hier lagen durchwegs Pegelstände vor, wie sie in den letzten 100 Jahren nicht gemessen wurden. Eine besonders schwierige Lage besteht weiters am Bodensee.

Als Sofortmaßnahmen wurden von den Dienststellen der Wildbach- und Lawinenverbauung (WLV) in Vorarlberg und Tirol sowie den Bundeswasserbauverwaltungen der beiden Länder Absicherungen gefährdeter Siedlungsbereiche und Räumungen im Bereich von Abschotterungsbecken vorgenommen, weiters Vorarbeiten zur Stabilisierung der Rutschhänge sowie Rückleitungen ausgeuferter Wildbäche und Flüsse in Angriff genommen.

Darüber hinaus haben die WLV und die Wasserbauverwaltungen Sofortbauprogramme zur weiteren Absicherung der Siedlungsbereiche gestartet. In der weiteren Folge werden Baumaßnahmen an der Ill-Sohlrampe, der Sanierung der Dämme im Bereich der Bregenzer Ache und des Alpenrheines sowie diversen Dammerhöhungen Priorität eingeräumt werden. Im laufenden Bauprogramm bis 2003 werden weiters Umstellungen vorgenommen werden, um den Schutz der Siedlungen und infrastrukturellen Einrichtungen möglichst rasch zu realisieren.

Entwarnung kann derzeit noch nicht gegeben werden. Die Gefahr von Murenabgängen bleibt weiter bestehen, überdies droht bei der zu erwartenden Schneeschmelze im Einzugsgebiet des Alpenrheins ein neuerlicher Anstieg des Bodensees über die bereits jetzt festgestellte Extremmarke.

Ein besonderer Dank gilt neben den hauptamtlichen Helfern all jenen Freiwilligen, die mitgeholfen haben und mithelfen, daß im Rahmen des Möglichen noch größere Schäden verhindert wurden und durch ihren Einsatz insbesondere verhindert haben, daß die Hochwasserkatastrophe nicht mehr Menschenleben gefordert haben, schloß Molterer.

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