Görg: Webpage www.guertel.at verleiht Wiener Gürtel neue Dynamik

Wien, (OTS) Bei einer Pressekonferenz am Mittwoch in den Wiener Stadtbahnbögen 22/23 freute sich Vizebürgermeister Dr. Bernhard Görg im Zusammenhang mit der Gürtelrevitalisierung ein neues Projekt präsentieren zu können. Gemeinsam mit der Architektin und Gürtelsanierung-Expertin Mag. arch. Silja Tillner und DI Christian Mayer (Firma ENCOM) stellte Vizebürgermeister Görg die Webpage www.guertel.at vor, die eine neue Online-Plattform für das Gebiet rund um den Wiener Gürtel ist. Das Medium Internet, so Vizebürgermeister Görg, werde der dort neu entstandenen Szene neue Dynamik verleihen und biete den Geschäftstreibenden darüberhinaus eine zukunftsfähige, innovative Werbe-Möglichkeit.

Auf insgesamt rund 200 Seiten der guertel.at- Plattform
finden Interessierte laufend aktualisierte und multimedial aufbereitete Informationen über die Revitalisierung des Gürtelgebietes und aktuelle Stadtplanungsthemen. Laut Vizebürgermeister Görg sei diese Webpage darüberhinaus der Versuch, eine Internet-Community rund um den Wiener Gürtel zu schaffen: Dieser Stadtbereich wird im Medium Internet als eine eigenständige, zusammengehörige Einheit präsentiert. Damit dies gelingt, können sich auf dieser Online-Plattform alle Geschäfte, Betriebe und die in den renovierten Stadtbahnbögen neu entstandene Lokalszene präsentieren.

Im Rahmen dieses bisher einzigartigen Projekts können Wirtschaftstreibende gegen geringes Entgelt (Packages von 490 bis 990 Schilling monatlich) auch ihre eigene Homepage schalten, unter der jeweiligen Subadresse (z.B. www.guertel.at/chelsea).

Der Vorteil dieses sehr flexiblen Systems liegt in der zentralen Internet-Adresse, die eine Art Portal-Funktion hat (ähnlich wie bei Suchmaschinen, z.B. yahoo.com) und somit den einzelnen Gewerbetreibenden eine effiziente und vor allem kostengünstige Internet-Vermarktung anbietet. Vizebürgermeister Görg geht davon aus, daß das Medium Internet das Wirtschafts- und Kulturleben am Gürtel stark beleben wird.****

Inhalt

Das System besteht aus insgesamt fünf eigenständigen Modulen.

Das erste Modul "Architektur und Stadtgestaltung" illustriert die verschiedenen Architekturprojekte rund um den Gürtel. Neben zahlreichen Texten in deutscher und englischer Sprache findet sich in diesem Modul eine Fülle von Grafiken und Konstruktionsplänen über den aktuellen Stand und die weiteren Schritte der Gürtel-Revitalisierung. Somit können sich Interessierte in multimedialer Form über die einzelnen Projekte informieren. Einige Videos (Computergenerierte Überflugs-Sequenzen) und Originalzeichnungen
im Adobe PDF-Format runden das Angebot ab.

Im zweiten Modul finden Interessierte Informationen zum Prozedere der Vermietung der sanierten Stadtbögen. Neben allgemeinen Grund-Informationen ist auch ein Formular abrufbar,
mit dessen Hilfe ein erster Kontakt mit den Vermietern (Wiener Verkehrsbetriebe) aufgenommen werden kann. Erste Gespräche mit der zuständigen Finanzstadträtin Mag. Brigitte Ederer haben ergeben, daß die Vermietung künftig von einem professionellen Immobilienbüro koordiniert werden könnte.

Alles Wissenswerte über Events jeglicher Art findet man in Form eines Veranstaltungskalenders im dritten Modul. Dieses bietet einen zentralen Zugriff auf alle Veranstaltungen der Gürtel-Lokale, so zum Beispiel Live-Musikevents im B72 oder Lesungen im Cafe RHIZ. Weiters können in diesem Bereich News der Stadt Wien beziehungsweise allgemeine EU-News (Förderungen für Unternehmer, für Unternehmer relevante neue EU-Richtlinien, etc.) abgerufen werden.

Im vierten Modul präsentiert sich die Lokal-Szene am Wiener Gürtel im einzelnen. Dafür wurde für jedes Lokal mindestens eine separate Webpage eingerichtet, auf der es sich individuell präsentieren kann. Neben umfangreichen Nachlesen zu verschiedenen Kulturevents finden Interessierte in diesem Bereich auch ein Verzeichnis aller Gürtel-Lokale mit Adressen. Darüberhinaus wurde ein Chat-System integriert, das einen einfachen Text-Chat von
Lokal zu Lokal möglich macht.

Im fünften und letzten Modul finden Interessierte eine Auflistung von derzeit rund 100 Geschäften am Wiener Gürtel. Wer eine Wegbeschreibung benötigt, kann sich die genaue Adresse
mittels elektronischer Karte graphisch darstellen lassen. Darüberhinaus können die aufgelisteten Geschäfte und Betriebe (Lokale können dies auf ihren Webpages tun) mittels Logo-Plazierung, Darstellung von speziellen Zusatzdaten (z.B.
Preisliste beim Friseur, Sonder- und Abverkaufsaktionen etc,) bis hin zu eigenen Homepages kostenpflichtige Werbung betreiben.

Insgesamt wurde versucht, auf dieser Online-Plattform eine Vielzahl an unterschiedlichen Themen abzudecken. Die MA 18 (Stadtentwicklung- und Planung) hat dieses Projekt aus der Taufe gehoben - wie sich dieses Online-System nun weiter entwickelt
hängt letztlich von allen Akteuren der angepeilten community ab. Nur ein breites Spektrum an Informationen und Dienstleistungen sichert die langfristige Attraktivität dieser Internet-Anwendung und damit die Finanzierung des gesamten Projekts.

Wartung und Redaktion

Das System verfügt über ein sehr innovatives Redaktions- und Wartungssystem, das eine dezentrale Aktualisierung der
Informationen ermöglicht. So kann z. B. die Stadt Wien selbständig Informationen in das System schalten, ohne dazu den Webmaster bzw. die Firma Encom kontaktieren zu müssen.

Darüberhinaus können auch alle teilnehmenden Gürtel-Lokale ihre Informationen direkt in das System einbringen. Dies
ermöglicht kurzfristige Aktualisierungen, die bereits etablierte Veranstaltungssysteme im Internet nicht bieten können.

Finanzierung

Die Erstellung des Systems wurde von der MA 18 (Stadtentwicklung- und Planung) finanziert, die Kosten betrugen
für das erste Jahr rund 190.000 Schilling (inklusive der jährlichen Wartungskosten von circa 15.000 Schilling). Ab dem zweiten Betriebsjahr sollen die Werbeeinnahmen das System finanzieren. Dazu wurden die Agenden der Koordination an die Firma ENCOM übertragen.

Das EU-Förderprojekt Urbion

Ende 1995 gab die Europäische Kommission mittels EU-Förderungen grünes Licht für die Revitalisierung des Gürtels. URBION (URBan InterventION) ist eines der fünf Leitprojekte des
von der EU unterstützen Programmes, der Schwerpunkt liegt in der Neugestaltung der Mittelzone des Westgürtels. Bis Ende 1999 stellt die EU dafür 30 Millionen Schilling zur Verfügung.

Grund für diese Sanierung war die zunehmende Verwahrlosung
und die abnehmende Lebensqualität entlang des westlichen Teils des Gürtels, der sich über eine Länge von 4,5 Kilometern zieht und von 10 Bezirken begrenzt wird. Die architektonisch einmalige Anlage
von Otto Wagner, aber auch die große Nachfrage nach einer Jugendszene in Wien waren die Grundlagen für die Idee, entlang des Gürtels eine Jugend- und Kulturmeile zu entwickeln.

Die Ziele von Urbion

o Umwandlung und Verbesserung des Gürtel-Images
o Ansiedlung einer Jugend- bzw. Kulturszene
o Entstehung eines neuen Naherholungsgebietes
o Vergrößerung der öffentlichen Sicherheit
o Förderung des öffentlichen Verkehrs durch stadtplanerische

Maßnahmen

Durch zusätzliche Verbesserungen des Grünraumes und eine Neugestaltung des architektonischen Erscheinungsbildes soll
entlang des Gürtels eine durchgehende Promenade mit Boulevard-Charakter entstehen.

Sanierung und Vermietung der Stadtbahnbögen - Aktueller Stand

Nach Bekanntwerden des Potentials an verfügbaren Stadtbahnbögen meldeten sich zahlreiche Bewerber (bis heute insgesamt 226) die in diesen Lokalitäten einerseits das einzigartige Ambiente der alten Ziegelgewölbe schätzten, andererseits Teil einer interessanten neuen Entwicklung und Imageprägung eines bis dato undefinierten Gebiets sein wollten.

Da die Zahl der Bewerber die verfügbaren Bögen bei weitem überstieg und um eine faire Vergabe zu garantieren, wurde eine Vergabekommission gebildet. Vorläufig sind 15 Bewerber für bestimmte Bögen ausgewählt worden. Viele weitere wurden für zukünftig frei werdende Bögen vorgemerkt.

Bisher haben insgesamt fünf Unternehmen den Betrieb aufgenommen. Das Zinn-Fachgeschäft Hammerling eröffnet im Juni in den Bögen 22/23. Bei den Bögen 169-174 wurde die Stahlkonstruktion bereits eingebaut, dort werden vermutlich im Herbst das MTV Europe Cafe und der Proberaum der MA 13 eröffnen.

Die ausgewählten Mieter (Stand Mai 1999)

o RHIZ - Computer & neue Medien Café
o TRANS-WIEN, Multifunktioneller Veranstaltungsraum für

interdisziplinäre Kunstprojekte (gefördertes Kulturprojekt, Künstlergruppe um Manfred Steiner)
o B72 - Musiklokal für Live-Veranstaltungen
o Persisches Kulturrestaurant "Derwisch"
o Knödelbar
o Vinothek
o Afghanisches Teehaus & Bäckerei
o MTV-Europe, Musiklokal & Diner
o Musikprobelokal der MA 13 (Bildung und außerschulische

Betreuung)
o Bäckerei und Stehcafé Mann
o Zinn-Fachgeschäft Hammerling

(Bestandsmieter, der ein Lager in ein Geschäft umwandelt)
o Johanniter-Erste Hilfe Trainingscenter für Jugendliche
o Wanderbar (Bar- und Barkeeper-Schule)
o Reggae Bar "Hot Pepper"
o Glasgalerie "Arte Murano"

Fünf Lokale haben den Betrieb bisher aufgenommen:

o Bögen 37/38: Computer & Neue Medien Cafe RHIZ
o Bogen 41: Bäckerei und Stehcafe Mann
o Bögen 72/73: Musiklokal für Live-Veranstaltungen B72
o Bogen 155: Wanderbar
o Bogen 157: Glasgalerie "Arte Murano"

Mit folgenden Betrieben wurden bereits Mietverträge abgeschlossen:

o Bögen 26/27: Brot & Spiele (Lokal mit Möglichkeit,

gratis Brettspiele zu benützen)
o Bogen 28: TRANS-WIEN
o Bogen 70/71: Persisches Kulturrestaurant
o Bögen 142-144: "Hot Pepper" Bar
o Bogen 156: Johanniter-Trainingscenter
o Bögen 169-171: Musikproberaum der MA 13 (Bildung und

außerschulische Betreuung)
o Bögen 172-174: MTV-Europe Cafe

Bei allen anderen Mietern sind die Verhandlungen noch im
Gange.

Fassadengestaltungskonzept der Stadtbahnbögen

Das Ziel des Fassaden-Gestaltungskonzeptes ist es, die ursprüngliche Transparenz der Stadtbahnbögen wiederherzustellen. Diese Gestaltungsmaßnahme soll einerseits eine positive stadtgestalterische Veränderung, andererseits durch die Einsehbarkeit und mögliche soziale Kontrolle der angrenzenden Fußwege eine Belebung und ein erhöhtes Sicherheitsgefühl bewirken. In enger Zusammenarbeit mit dem Bundesdenkmalamt und der MA 19 (Architektur und Stadtgestaltung) wurde ein Fassadenkonzept entwickelt, das nicht nur eine generelle Richtlinie darstellt, sondern es wurden auch Details entwickelt, die generelle
Gültigkeit für alle weiteren Bögen haben. Daher mußten auch die jeweiligen Probleme der anderen Bögen (verschiedene Größen, Tür-und Lüftungsöffnungen, Anforderungen an Schall- und Wärmeschutz) mitüberlegt werden.

Im Zuge der Errichtung weiterer Bögen wurde das Konzept verfeinert und um weitere Details und Varianten ergänzt, sodaß jetzt ein Baukasten ähnliches Modulsystem vorliegt, das den verschiedensten Nutzerwünschen entsprechen kann.

Aktueller Stand bei der Neugestaltung des Urban-Loritz- Platzes

Der Urban-Loritz-Platz , der im Zuge des EU-Projekts
ebenfalls neu gestaltet wird, ist einerseits das Tor zum 7.
Bezirk, andererseits ein zentraler Zugang zum 15. Bezirk und zur Stadthalle. Zentraler Blickfang wird eine zeltartige Dachkonstruktion (Membrandach) sein, die jenen Bereich umspannt,
der innerhalb der Gürtelfahrbahnen zwischen dem U6-Stationsgebäude Burggasse und der Haltestelle der Linie 49 liegt. Der Bau dafür
hat bereits begonnen, derzeit werden die Fundamente für dieses
Dach errichtet. Bis zum Herbst 1999 sollen die Bauarbeiten
komplett abgeschlossen sein.

Aktueller Stand bei der Neugestaltung des Uhlplatzes

Die ehemalige Verkehrsfläche wurde in eine verkehrsberuhigte Sackgasse umgewandelt, die jetzt auch als Veranstaltungsfläche genutzt werden kann. Die Zahl der Parkplätze wurde dabei von 40
auf 12 verringert. Die den Platz dominierende Kirche wird nachts angestrahlt und trägt so wesentlich zur Atmosphäre am Platz bei. Am westlichen Platzende befindet sich ein beleuchtetes
"Rankgerüst" als Abschirmung zum Gürtel. Am östlichen Platzende bietet ein überdachter Veranstaltungsbereich die Möglichkeit, Konzerte, Ausstellungen abzuhalten.

Die Ausstattungselemente (Bänke, Pflanztröge, etc.) und die Bepflanzung werden im Sommer 1999 realisiert.

- Ansprechpartner für Fragen
o betreffend Technik und Werbung (Inseratenschaltung, etc.):

Firma ENCOM, Mag. Sabine Moser: 513 49 86 -DW 46
o betreffend Stadtplanung/Gürtelrevitalisierung:

Stadt Wien, MA 21A, DI Thomas Madreiter: 4000 - DW 88 56 (Schluß) kru

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