Fast alle Betriebe planen bereits ihren Euro-Umstellungszeitpunkt

Wirtschaftskammer Österreich und Dun & Bradstreet stellen neueste Euro-Umfrageergebnisse vor

Wien (PWK) - Österreichs Unternehmen setzen sich mit der neuen Europa-Währung auseinander. "94,3 Prozent der Betriebe haben sich bereits Gedanken über den Zeitpunkt ihrer Euro-Umstellung gemacht", berichtete der Generalsekretär der Wirtschaftskammer Österreich, Günter Stummvoll, vor Journalisten. Präsentiert wurde die neueste WKÖ-Umfrage, bei der 1500 heimische Unternehmen von Fessel-GfK zum Euro befragt wurden. "Von jenen Unternehmen, die die Umstellung noch vor sich haben, erwarten außerdem nur rund 17 Prozent Schwierigkeiten. Dies läßt ebenfalls auf eine entsprechende Vorbereitung der heimischen Firmen schließen", so Stummvoll. ****

Konkret antworteten auf die Frage "Wann beginnt bei Ihnen die Umstellung?" 15,2 Prozent der Unternehmen, daß die Umstellung bereits weitgehend erfolgt ist; 9,5 Prozent gaben noch dieses Jahr als Umstellungszeitraum an; weitere 69,6 Prozent die folgenden Jahre 2000 und 2001. Lediglich 5,6 Prozent konnten noch keinen Umstellungszeitpunkt im Unternehmen nennen, erklärte Stummvoll.

Daß das Umstellungsdatum für eine relative Mehrheit der Firmen erst gegen Ende der Übergangsperiode 1999 - 2001 gewählt wird, mache durchaus Sinn, so der WKÖ-Generalsekretär weiter. Über 85 Prozent der österreichischen Unternehmen haben zehn oder weniger Arbeitnehmer. Deren Euro-Betroffenheit sei eine grundsätzlich andere als die eines multinationalen Großkonzerns, der heute bereits in Euro denken und disponieren muß. "Für die Mehrheit der österreichischen Betriebe bedeutet es daher keineswegs, daß sie Wettbewerbsvorteile vergeben, wenn sie noch nicht auf den Euro umgestellt haben."

Interessant sei, daß nur 7,2 Prozent der bereits umgestellten Unternehmen dabei Schwierigkeiten hatten, betonte Stummvoll. Diese lagen vor allem bei Problemen mit Kunden (59,6 Prozent), beim Zahlungsverkehr (55,3 Prozent), bei der Auspreisung von Waren und Dienstleistungen (44 Prozent) sowie bei der Kassen- und Automatenumstellung, in der Buchhaltung, in der EDV, dem Formularwesen und bei Verträgen.

Daß besonders exportierende Unternehmen die mit dem Euro verbundenen Chancen sehr gut zu nützen wissen, zeigte sich anhand der ersten europaweiten Euro-Umfrage unter Exportbetrieben, die die WKÖ und das weltweite Wirtschaftsinformationsunternehmen Dun & Bradstreet beim Europartenariat Austria in Wien durchgeführt hatten. Bei der großangelegten EU-Kooperationsbörse, die von der Wirtschaftskammer Österreich Mitte Mai organisiert worden war, wurden 160 Unternehmen aus der Währungsunion, der EU, Bulgarien, Rumänien, der Slowakei, Tschechien und Ungarn befragt. "Für 49 Prozent der Befragten hatte die Euro-Einführung am 1.1.1999 bereits konkrete Auswirkungen auf das Geschäft", erklärte WKÖ-Vizepräsident Rene Alfons Haiden "und zwar überwiegend positive (79 Prozent) und nur 2 Prozent negative."

Auf die Frage "Wie viele Lieferanten haben bereits damit begonnen, Ihnen Preise in Euro anzugeben?" antworteten 44 Prozent, daß dies schon von einigen praktiziert werde. Bei 20 Prozent dieser Exportunternehmen gibt sogar ungefähr die Hälfte ihrer Lieferanten Euro-Preise an, bei 17 Prozent die meisten, und bei 4 Prozent alle Lieferanten.

Während rund drei Viertel der befragten Exportunternehmen außerdem bereits begonnen haben, ihren Kunden die Preise in Euro anzugeben, ist dies gemäß der neuesten Dun & Bradstreet-Umfrage, die sich auf alle Unternehmen - nicht nur auf im Außenhandel tätige - bezieht, nicht der Fall. "Nach unserer breitgestreuten Umfrage (2000 Firmen in 17 europäischen Ländern) geben 70 Prozent der Unternehmen ihre Produktpreise noch in Landeswährung an", sagte Konrad Freyborn, Geschäftsführer von Dun & Bradstreet Österreich. Dagegen benutzen die meisten der Euro-Unternehmen den Euro zur Fakturierung wesentlich schneller als ursprünglich angenommen. "Unsere Nachforschungen ergaben, daß der vorausgesagte Effekt, daß Firmen zum Euro wechseln und Lieferanten den Euro dann einführen müssen, nicht auftritt. Den Unternehmen wurde drei Jahre Zeit für eine Umstellung gegeben - und diese Unternehmen haben vor, diese Zeit auch zu nutzen", so Freyborn.

Die Wirtschaftskammern Österreichs werden ihrerseits diese Zeit ebenfalls bestmöglich nützen, um den österreichischen Unternehmen weiterhin mit Rat und Tat zur Verfügung zu stehen. WKÖ-Vizepräsident Haiden stellte bei dieser Gelegenheit sechs neue branchenspezifische Checklisten der Wirtschaftskammer für die Unternehmen im Tourismus, Einzelhandel, Industrie, Gewerbe und Handwerk, Großhandel sowie im Verkehrsbereich vor.

"Insgesamt wurden seit 1997 bereits 32 Broschüren im Rahmen des 'Projekt Euro' der Wirtschaftskammern aufgelegt", bemerkte Haiden, "was nicht weniger als 28 Millionen A4-Seiten entspricht." Allein letztes Jahr veranstalteten die Wirtschaftskammern darüber hinaus über 450 Euro-Veranstaltungen. "Bis Anfang Juli tourt auch ein eigenes Euro-Mobil durch ganz Österreich, das insgesamt etwa 50 Betriebe mit Experten der Wirtschaftskammern, der Euro-Initiative der Bundesregierung und von Dun & Bradstreet besuchen wird", so Haiden. Besonders wichtig sei der Wirtschaftskammer auch die einfache Suche von Euro-Information im Internet. Einen wichtigen Schwerpunkt der Informationstätigkeit des Euro-Netzwerks der Wirtschaftskammern mit seinen 133 Euro-Beauftragten in ganz Österreich werde zudem die Gewährleistung einer reibungslosen Bargeldeinführung einnehmen.

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