Euro-Broschüre mit Umstellungstips für Städte und Gemeinden vorgestellt

Gemeindepolitiker zeigen wenig Interesse an Umstellung

(Wien-OTS) Anläßlich des Städtetages in Innsbruck hat Staatssekretärin Benita FERRERO-WALDNER heute im Rahmen einer gemeinsam mit Landeshaupmann Weingartner abgehaltenen Pressekonferenz eine Broschüre mit Umstellungstips für Städte und Gemeinden vorgestellt. Bei der Broschüre, die auch am Städtetag aufliegen wird, handelt es sich um eine erste Zwischenbilanz über bereits erzielte Erfolge bei der Euro-Umstellung auf Ebene der Städte und Gemeinden. Darüber hinaus bietet sie unter anderem bei der Anpassung des Zahlungsverkehrs, bei der Umstellung im Bereich der Verträge, bei der Anpassung der Rechtslage durch den Wegfall des Diskontsatzes, bei der Anpassung von Formularen sowie beim Runden und Glätten von Beträgen, brauchbare Lösungsansätze. Sie soll allen an der Umstellung Beteiligten in Politik und Verwaltung eine Orientierung für die noch zu leistenden Arbeiten sein.

In diesem Zusammenhang bedauerte FERRERO-WALDNER heute, daß die Euro-Umstellung in den Gemeinden die Politik bisher wenig interessiert hat und meist als Verwaltungsaufgabe empfunden wird. "Dabei werden in großen Gemeinden die mit der Euro-Umstellung verbundenen strategischen Entscheidungen selbstverständlich durch das politische Gremium getroffen. Schließlich sind auch die kommunale Wirtschaftsförderung und das Gemeindemarketing und die Subventionspolitik Bereiche, in denen die politische Gremien grundsätzlich, aber auch operativ tätig werden müssen", so die Staatssekretärin.

FERRERO-WALDNER warnte auch davor, die Euro-Umstellung auf Landesebene allzu leicht zu nehmen. Zu den wichtigsten Aufgaben gehören beispielsweise die Änderung der Währungsbezeichnung in Gesetzen und Verordnungen und die Berücksichtigung der Auf- und Abrundungen im Steuerrecht. FERRERO-WALDNER appellierte in diesem Zusammenhang an die verantwortlichen Landespolitiker, die "euro-tauglichen" Landesgesetze, welche die Gemeinden dann umzusetzen haben, rechtzeitig zu beschließen. Auf Bundesebene werden wir uns jedenfalls bemühen, dies zu tun", so die Staatssekretärin.

"Die Bundesregierung wird die Österreicher bis zur tatsächlichen Einführung des Euro nicht im Stich lassen", so FERRERO-WALDNER. Daher steht 1999 die Information der Konsumenten und der österreichischen Klein- und Mittelbetriebe im Mittelpunkt der Informationsarbeit. Gemeinsam mit dem Verein für Konsumenteninformation, den Wirtschaftskammern, den Banken und Sparkassen, Seniorenverbänden und Vertretern der Länder werden deshalb seit 12. April bis zum 7. Juli Euro-Konsumentenberatungen
in großen Einkaufszentren in allen Bundesländern durchgeführt.

So stehen die Euro-Berater heute den Konsumenten den ganzen Tag im im Sillpark in Innsbruck für alle Fragen zur Verfügung. Danach folgen: Mattersburg am 27. Mai, Wörgl am Banhof, am 28.Mai am oberen Stadtplatz in Kufstein und am 31.5. am Hauptsatz in Lienz.

Danach führt die Informationstour nach Kärnten, Salzburg, in die Steiermark und nach Vorarlberg.

Die Politik kann zwar die Aufgabe übernehmen die Konsumenten zu informieren, in der Wirtschaft müssen die Umsetzungsschritte hingegen in erster Linie selbst geleistet werden. "Um die großen multinationalen Unternehmen muß man sich da am allerwenigsten sorgen. Dort läuft alles generalstabsmäßig ab - übrigens auch z.B. bei den großen Schweizer Multis, die selbstverständlich ihr Rechnungswesen auf den Euro umstellen - sie wollen ja konkurrenzfähig bleiben und von den Stabilitätsvorteilen profitieren", so die Staatssekretärin heute.

Ziel der Bundesregierung ist es daher, jene Unternehmen, die an der internationalen Vernetzungskette nicht teilnehmen, darauf hinzuweisen, rechtzeitig umzustellen. Nur so können diese Firmen die Euro-Vorteile schon früher nutzen. Und da ist nach Ansicht der Staatssekretärin noch viel zu tun. Derzeit dürfte nur knapp jeder zweite Unternehmer in Österreich auf die Euro-Umstellung und das Jahr 2000 vorbereitet sein. Laut einer Umfrage des Wirtschaftsinformationsunternehmens Dun & Bradstreet werden in Österreich trotz des hohen Informationsstandes 1999 nur 20 Prozent der Unternehmen in Euro fakturieren. In Finnland sind es bereits
34 Prozent. Bis Ende des Jahres 2000 werden in Euroland durchschnittlich rund 50 Prozent der Unternehmen die Umstellung vollzogen haben, in Österreich werden es rund 46 Prozent sein.

Aus diesem Grund schickt die Euro-Initiative der
Bundesregierung in Kooperation mit der Wirtschaftskammer
Österreich parallel zu den Konsumentenberatern bei großen Einkaufszentren auch das sogenannte Euro-Mobil durch Österreich. Ziel ist es dabei, 50 österreichischen Unternehmen eine kostenlose Beratung über die Euro-Umstellung zu geben.

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