Bargeldloser Zahlungsverkehr: Handel will niedrigere Disagiosätze

Obmann Lemler fordert Einführung des Lastschriftverfahrens auf breiter Front - schwierige Lage des Facheinzelhandels

pwk - Während die Entwicklung des Handels in den ersten drei Monaten dieses Jahres insgesamt durchaus positiv zu beurteilen ist, ist die Situation beim klein- und mittelbetrieblichen Facheinzelhandel schwieriger. Während beim gesamten Einzelhandel - so Hadmar Repa, Syndikus der Bundessektion Handel in der Wirtschaftskammer Österreich - im ersten Quartal 1999 die Umsätze um rund 2 Prozent gestiegen sind, gingen sie laut Berechnungen des Instituts für Handelsforschung für den Facheinzelhandel um 2 Prozent zurück. Zum Vergleich: Im Gesamtjahr 1998 wuchs der gesamte Einzelhandel nach Berechnungen des Statistischen Zentralamtes um nominell 2,6 Prozent. Der Facheinzelhandel stagnierte bei nominell minus 0,1 Prozent. ****

Im ersten Quartal 1999 gab es aber auch im Facheinzelhandel etliche Branchen, die sich zufriedenstellend entwickelten. Besonders positiv präsentierte sich der Sportartikelhandel mit plus 10 Prozent. Aber auch der Handel mit Drogeriewaren (plus 4 Prozent), mit Wäsche und Strickwaren (plus 3 Prozent) oder der Radio- und Elektrohandel (Plus 1 Prozent) wiesen steigende Umsatzzahlen auf.

Zwischen März 1998 und März 1999 stieg auch die Zahl der Beschäftigten im Handel um 7.565 Mitarbeiter (1,5 Prozent). Davon waren 2836 Voll- bzw. Teilzeitmitarbeiter. Um 4729 stieg die Zahl der geringfügig Beschäftigten. Auch bei den Lehrlingen scheint die Talsohle überwunden. Im Vergleich zu 1997 wurden im Handel 1998 mit fast 19.000 Lehrlingen um ca. 250 Lehrlinge mehr beschäftigt als ein Jahr zuvor.

Für Erich Lemler, Obmann der Bundessektion Handel, ist die gespaltene Umsatz-Entwicklung zwischen dem gesamten Einzelhandel und dem Facheinzelhandel ein starkes Argument dafür, daß die Einkaufszentren-Verordnung - die Begutachtung der Novelle ist abgeschlossen - inhaltlich nicht aufgeweicht werden darf. Lemler belegte seine Forderung am Beispiel von Salzburg. Dort wird eine Erweiterung der bestehenden Geschäftsfläche von rund 850.000 Quadratmeter um rund ein Drittel angepeilt. Lemler: "Bei einer solchen Flächenexpansion geht es um die Frage der Existenz der kleinen Kaufleute ebenso wie um die der städtischen Zentren. Das ist bereits ein Kampf der Großen weit über alle wirtschaftliche Vernunft hinaus."

Weiters forderte Lemler die Geldinstitute auf, die hohen Disagiosätze im bargeldlosen Zahlungsverkehr zu senken. Diese Gebühren seien etwa in Österreich viel höher als in Deutschland. Hier müsse es mehr Wettbewerb der Kreditinstitute geben. Lemler verwies auf eine jüngst getroffene einstweilige Verfügung des Wiener Handelgerichts, wonach heimische Banken beim Lastschriftverfahren der Deutschen Bank derzeit keine 5 Schilling Sondergebühr mehr verrechnen dürfen. Nun entscheidet das Oberlandesgericht Wien. Lemler: "Ich fordere die österreichischen Banken auf, auf breiter Front das Lastschriftverfahren anzubieten. Denn diese Form des Zahlungsverkehrs kommt die Unternehmen am günstigsten. Der Handel ist durchaus bereit, unbare Zahlungsformen verstärkt anzubieten. Da müssen aber auch die Gebühren sinken."

Zufrieden zeigte sich Lemler mit zwei gesetzlichen Änderungen: Von der Bußgeldregelung auch für Ladendiebstähle erwartet er ein Zurückgehen dieser Delikte. Und das geplante Verbot des Verkaufs unter dem Einstandspreis in der bevorstehenden Novellierung des Kartellrechts sei eine Hürde für wettbewerbsverzerrende Preisschleuderei.

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