FERPA-Kongreß für Wertschöpfungs-Abgabe zur Pensionssicherung

Wien (SK) - Zu Pfingsten fand der 3. Kongreß der europäischen Vertreter der Pensionisten und älterer Menschen (FERPA) in Brüssel statt, der 40 Organisationen mit mehr als 10 Millionen Mitglieder angehören. In einer viel beachteten Rede plädierte der Präsident des Pensionistenverbandes Österreichs, BM a.D. Karl Blecha für die Ergänzung der Lohnsummen-Bemessungsgrundlage für die Sozialversicherung durch die wertschöpfungs-bezogene Neubemessung. "Die Wertschöpfungs-Komponenten wachsen in allen europäischen Ländern stärker als die Lohn- und Gehaltssummen. Im Zuge technologischer Strukturveränderungen erzielen kapitalintensive Unternehmen immer höhere Wertschöpfung, ihr Beitrag zur sozialen Sicherheit wird aber immer geringer", erklärte Blecha in Brüssel. ****

"Ist es da noch zeitgemäß, daß die Beiträge etwa für die Pensionsversicherung ausschließlich auf Löhne und Gehälter beruhen? Wir müssen europaweit den Kampf für die Durchsetzung von Betriebsabgaben aufnehmen, die den Faktor Arbeit im Vergleich zum Faktor Kapital verbilligen und dadurch unsere Pensionen sichern und Arbeitsplätze schaffen", so Blecha weiter.

Der FERPA-Kongreß, der ein Programm für eine soziale und demokratische Union des Friedens und der Solidarität zwischen den Generationen verabschiedet hat, hat die österreichischen Forderungen vollinhaltlich in dieses Dokument aufgenommen.

Weiters wurde eine Stärkung des Europäischen Parlaments als Zentrum der Demokratie in Europa, eine tiefgreifende Reform und eine demokratische Wahl der EU-Kommission sowie die Beseitigung des Vetorechts des Ministerrates gefordert.

Die wichtigsten Ziele sind der Kampf gegen Arbeitslosigkeit und die Untersagung von Sozialdumping. Die Mindestrente in Europa muß 50 Prozent des Pro-Kopf-BIP's in den einzelnen Mitgliedsstaaten betragen. Das Umlage-System muß gesichert werden; private Rentenfonds, die passive Investitionen zu Lasten aktiver Investitionen fördern, sind zu vermeiden.

Bei den Wahlen wurde der Belgier George Debunne zum Präsidenten der FERPA gewählt. In das Exekutiv-Komitee wurden unter anderem die Österreicher Karl Blecha, Hilde Hawlicek (beide Pensionistenverband Österreichs) und Hans Schmölz (ÖGB-Pensionisten) gewählt. (Schluß) ML/IB

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