LR Bauer zum Tag der Natur- und Nationalparke: Die Umwelt zur "Mitwelt" gestalten

Neuorientierung des NÖ Naturschutzgesetzes wichtiges Vorhaben für die Zukunft

St. Pölten, (SPI) - Der heutige Montag, der 24. Mai, ist
europaweit erstmals zum Tag der Natur- und Nationalparke erklärt worden. Vor 90 Jahren, am 24. Mai 1909, wurden in Schweden die ersten Nationalparke Europas gegründet, mittlerweile gibt es in
34 europäischen Ländern 310 Nationalparke, davon 6 in Österreich - und rund 3.000 Schutzgebiete - Naturparke oder Landschaftsschutzgebiete. Von den 29 österreichischen
Naturparken liegen allein 21 in Niederösterreich.****

"Die Zahlen zeigen eindrucksvoll die gestiegene Bedeutung des Naturschutzes in der heutigen Gesellschaft. Naturschutz hat in Generationen, ja in Jahrhunderten zu denken und ist wohl die wichtigste Aufgabe zum Erhalt der ökologischen Vielfalt von Landschaften sowie von Flora und Fauna. Der Naturschutz befindet sich aber ständig in einem wechselhaften Spannungsfeld zwischen
dem Bewahren der ökologischen Vielfalt, einer dynamischen Landentwicklung und den wirtschaftlichen Interessen. Dieses Spannungsfeld wird auch durch die derzeit geführte Diskussion um die vor meiner Amtszeit von Niederösterreich gemeldeten Natura 2000-Gebiete verdeutlicht", stellt Naturschutzlandesrat Dr.
Hannes Bauer heute fest. "Der Naturschutz hat aber auch immer
mehr Bedeutung für Wirtschaft, Tourismus, Umwelt und Landschaftsplanung. Die Bereitschaft weiter Teile der
Bevölkerung, Ökologie, Naturschutz und damit schützende und eingreifende Maßnahmen mitzutragen ist in den letzten
Jahrzehnten erfreulicherweise gestiegen. Auch die NGO´s haben
hier einen wichtigen Beitrag geleistet", so Bauer weiter.

21 niederösterreichische Naturparke und 2 Nationalparke
(Donauauen; Thayatal) stehen für geschützte Kulturlandschaft,
die für Besucher Naturerlebnis und Information, Erholung und Bildung bringen soll. 2,5 Millionen Besucher jährlich in den Naturparken bestätigen das große touristische Potential, aber
auch das wirtschaftliche. "Voraussetzungen für die Entwicklungen waren neue Partnerschaften und Finanzierungsmöglichkeiten",
betont Bauer. So baut der niederösterreichische Tourismus die Zusammenarbeit mit den Naturparken aus. Die Eco Plus Betriebsansiedlungs Ges.m.b.H. unterstützt die niederösterreichischen Naturparke durch Beratung, Erstellung und Umsetzung von Konzepten. Die Landwirtschaft als Partner wiederum ermöglicht Landschaftspflegeprojekte zur Erhaltung der Kulturlandschaft und hilft bei der Entwicklung spezieller Naturpark-Produktlinien. Dazu kommt, daß seit 1996 auch vom NÖ Landschaftsfonds Förderungen für Naturparke geleistet werden und seit 1998 EU-INTERREG-Mittel angesprochen werden konnten. Zudem müssen Schutzgebiete vermehrt - wie dies in NÖ bereits der Fall ist - Arbeitgeber werden. "Um diese positive Entwicklung weiter fortzusetzen, brauchen Naturparke ein klares Profil. Nur dadurch besteht die Chance, als eigenständige Einrichtung - ja als Arbeitgeber und besonders wichtig auch als wirtschaftlicher
Faktor - anerkannt zu werden”, meinte Bauer.

Niederösterreich darf ebenso mit besonderen Stolz auf zwei Nationalparke - Donauauen und Thayatal - blicken. Wird beim Nationalpark Donauauen bundesländerübergreifende Zusammenarbeit praktiziert, so haben wir es beim Nationalpark Thayatal
geschafft, über Staatsgrenzen hinweg wichtige Naturlandschaften
zu schützen. Der offizielle Start des Nationalparks Thayatal am
1. Juni 2000 leitet damit auch eine neue Entwicklung im Bereich
des Naturschutzes in Mitteleuropa ein, wo künftig weniger Staatsgrenzen, als vielmehr Regionen an Bedeutung gewinnen
werden.

"In diesem Zusammenhang ist es von Bedeutung, daß die Naturschutz-Gesetzgebung immer wieder auf die neuesten
Entwicklungen reagiert. Ich plane daher, die Weichen in Richtung bessere Ausgestaltung des NÖ Naturschutzgesetzes zu stellen, um
der Balance von Naturschutz mit der Wirtschaft, dem Tourismus,
der Landwirtschaft, der Forstwirtschaft sowie der Jägerschaft-
und der Fischerei einerseits sowie der Raumordnung und der Flächenwidmung andererseits besser gerecht zu werden", kündigt Bauer an.

Die Neuorientierung der Naturschutzpolitik:

  • Stärkere Berücksichtigung des Gedankens der Langzeitökonomie im Naturschutz.
  • Stärkere Einbindung der Raumordnung, der Flächenwidmung und sonstiger natur- und umweltrelevanter Maßnahmen in den Naturschutz, z.B. Wasserbau.
  • Entwicklung von landesweiten Naturschutzstrategien.
  • Die Lösung der dem Naturschutz auftretenden Zielkonflikte stellt immer mehr eine Herausforderung - beispielsweise Natura 2000 - dar. Der Naturschutz soll sich in Zukunft mehr an einem Miteinander der Interessen orientieren und damit soll eine verstärkte Einbeziehung der betroffenen Menschen erfolgen. Naturschutz soll weniger als Summe von "Verboten oder Geboten, sondern als Chance begriffen werden, die Umwelt zur "Mitwelt" zu gestalten, mit der auch wirtschaftliche Chancen und damit Arbeitsplätze und Einkommen verbunden sind.
  • Vertragsnaturschutz und Entschädigungsregelungen sollen ausgebaut und verbessert werden, ohne dabei auf hoheitliche Regelungen zu verzichten, die sich auf besondere Einzelfälle beschränken sollen. (Schluß) fa

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