Wirtschaftskrisen belasteten Aufwärtstrend im Bergbau

MinRoG und UVP beeinträchtigten die Branche

PWK - Die Wirtschaftskrisen in Asien, Rußland und Lateinamerika behinderten im vergangenen Jahr die positive Weiterentwicklung der Exporte aus dem Jahr 1997. Besonders betroffen von dieser Entwicklung war die Auftragslage für einen Großteil des Magnesitbergbaus, der in der zweiten Hälfte 1998 stärkere Verluste im ostasiatischen Exportraum erlitt. Erfreulicher entwickelten sich der Wolframbergbau und Teile des Gipsbergbaues. Auch der Salzbergbau konnte sich gut behaupten. Stabil blieb die Auftragslage im Braunkohle- und Eisenerzbergbau. ****

Die wirtschaftsfeindliche Umsetzung des Mineralrohstoffgesetzes (MinRoG) und der derzeit bestehende Entwurf zur Umsetzung der Richtlinie 97/11 (Umweltverträglichkeitsprüfung) stellen ein ernsthaftes Hindernis für die weitere Existenz des heimischen Bergbaus dar.

Trotz dieser Erschwernisse und der härteren Exportsituation wollen die Betriebe alles versuchen, die derzeit bestehenden Märkte zu erhalten und neue Absatzmärkte durch Kostenoptimierung, höchste Qualität, bestes Service und durch konkurrenzfähige Preise zu gewinnen. Preiserhöhungen konnten 1998 praktisch nicht durchgesetzt werden. Die zunehmenden Schwierigkeiten im Exportbereich, eine stagnierende bis rückläufige Preisentwicklung und der hohe Kollektivvertragsabschluß vom Herbst 1998 sorgten für hohe Kostenbelastungen, die nur durch vermehrte Rationalisierungsmaßnahmen gemildert werden konnten. Größere Investitionen wurden lediglich im Salz-, Wolfram- und Teilen des Gipsbergbaus getätigt, sonst wurden vor allem Ersatz- und Rationalisierungsinvestitionen vorgenommen. Bei neuen Investitionen warten die Unternehmen derzeit ab.

Im Braunkohlebergbau konnte der letzte große Produzent den Abbau zwar um 0,7% auf 1,13 Mio. t steigern, der Personalstand mußte jedoch um 4,5% reduziert werden. Erreicht wurde, daß durch Übergangsbestimmungen im Elektrizitätswirtschafts- und -organisationsgesetz (ElWOG), die Lieferung von Braunkohle zur Verstromung bis 2008 möglich ist. Die zugehörige Verordnung der Abgeltung der Stranded costs wurde mittlerweile erlassen.

Am Erzberg konnte die Produktion trotz ungünstiger Rahmenbedingungen in der Stahlindustrie auf 1,8 Mio. t Erz und Möller-Zusatzmaterial gehalten werden. Ein Verfall der weltweiten Erzpreise erhöhte den Druck auf die Produktpreise (-5%), was zu Rationalisierungen und Personalabbau auf derzeit 230 Mitarbeiter führte. Besser lief es im heimischen Wolframbergbau in Mittersill, wo mit rund 400.000 t um 4% mehr Erz gefördert wurde als im vergangenen Jahr. Trotz starker Nachfrage fielen die Preise, die Exportrate betrug 75%. Ein schwieriges Jahr hat der Grafitbergbau hinter sich. Vor allem in der zweiten Jahreshälfte gingen die Aufträge stark zurück, für 1999 ist sogar die vorübergehende Stillegung eines Grubenbetriebes geplant.

Eine harte Prüfung mußte Österreichs einziger Bergbau- und Aufbereitungsbetrieb des Industrieminerals Talkum im Jahre 1998 bestehen. Der tragische Unglücksfall mit insgesamt zehn verunglückten Bergleuten am 17. Juli in der Talkbergbaustätte Lassing, das damit verbundene Medieninteresse und die vorläufige Schließung der Bergbaubetriebsstätte, verdrängten die wirtschaftlichen Überlegungen. Die Auftragslage war trotz dieser ernsten Hintergrundsituation durch ein stetiges Wachstum (quantitativ 4 %, qualitativ 9 %); gekennzeichnet. Im Exportbereich war ein leichter Rückgang bemerkbar. Die positive Entwicklung bei Feuerfestprodukten wurde durch internationale Wirtschaftskrisen und Dumping aus Fernost und Rußland gestoppt. Der zweite kleinere Magnesitbergbaubetrieb konnte seine Produktion steigern. Für den Kaolinbergbau war im Großen und Ganzen die wirtschaftliche Entwicklung zufriedenstellend.

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