Österreichs Hochöfen waren 1998 voll ausgelastet

Rohstahlproduktion stieg um 2% auf einen neuen Höchstwert von 5,3 Mio. t

PWK - "Die österreichische Stahlindustrie kann auf ein gutes Jahr zurückblicken", stellte Hellmut Longin, Vorsteher des Fachverbandes Bergbau-Stahl; bei der Jahrespressekonferenz seines Fachverbandes fest. Die Rohstahlproduktion wurde 1998 um 2,0 % auf 5,3 Mio. t und damit auf einen neuen Höchstwert gesteigert. Die Produktion von Roheisen erhöhte sich um 1,4 % auf 4,0 Mio. t. Während beim Walzstahl mit 4,6 Mio. t ein Plus von 2,8 % erzielt wurde, blieb die Steigerung bei Langprodukten (+1,0 %) hinter der von Flachprodukten (+3,3 %) zurück. Besonders die internationale Automobilindustrie, die Eisen-und Metallwarenindustrie sowie die Maschinenindustrie hatten einen großen Bedarf an Stahlprodukten "Made in Austria". Die Lieferungen an die Bauindustrie stagnierten etwa auf Vorjahresniveau. Der österreichische Stahlverbrauch kletterte um 14,2 % auf 3,6 Mio. t. ****

Weltweit ging die Stahlerzeugung 1998 um 3,1 % auf 774,4 Mio. t zurück. Vor allem Japan produzierte um 10,5 % weniger Rohstahl und verlor seinen Platz als zweitgrößter Stahlhersteller der Welt an die USA. China konnte seine Position als größter Stahlproduzent der Welt behaupten und die Produktion um 5,0 % auf 114,3 Mio. t steigern. Im EU-Raum erhöhte sich die Rohstahlproduktion lediglich um 0,2% auf 160,2 Mio. t. Entsprechend gedämpft sind die Erwartungen der heimischen Stahlindustrie für das laufende Jahr. Der Fachverband rechnet mit einem stagnierenden Rohstahloutput und einem sichtbaren Verbrauch von etwa 4,2 Mio. t. Vor allem durch die Krisensituationen in Südostasien, Lateinamerika und Rußland sind die Preise 1998 fast ausschließlich gefallen. Der Beschäftigtenstand im EGKS-Bereich mußte im Jahresdurchschnitt um 1,2 % reduziert werden. 1998 beschäftigte die Branche insgesamt 12.165 Mitarbeiter.

Bei Qualitätsstahl konnten im vergangenen Jahr vor allem im Flachproduktebereich Zuwächse erzielt werden, die auf die gute Geschäftslage im 1. Halbjahr zurückzuführen sind. Durch die anhaltend stabile Konjunktur der Automobilindustrie waren weitere Absatzsteigerungen bei kaltgewalzten Produkten möglich. Der Auftragsstand lag Ende Dezember 1998 allerdings deutlich unter dem überdurchschnittlich hohen Niveau im Dezember 1997.

Auf dem Langproduktesektor konnten 1998 im Durchschnitt nur leichte Zuwächse erzielt werden. Dank des neuen ÖBB-Budgets für Infrastrukturmaßnahmen stiegen die Inlandsaufträge stark an. Auf den außereuropäischen Märkten entwickelte sich das Geschäft allerdings deutlich schwieriger. Bei Walzdraht war nach einem zufriedenstellenden 1. Halbjahr ein sukzessiver Rückgang der Nachfrage in Europa bei gleichzeitigem Anstieg der angebotenen Mengen als Folge der weggebrochenen Überseemärkte zu verzeichnen. Im 2. Halbjahr waren Preisreduktionen unvermeidlich. Nach einem guten Start verschlechterte sich die Marktlage für Betonstahl gegen Mitte des Jahres. Damit verschärfte sich auch der Preisdruck aus dem Ausland, die Verkaufspreise sanken auf eineN absoluten Tiefstand.

Im Edelstahlbereich konnten die Umsätze gegenüber dem Vorjahr gesteigert werden. Die Auftragslage im Inland und den europäischen Kernmärkten entwickelte sich tendenziell etwas rückläufig. Starke Auftragseinbrüche waren im Fernen Osten, Rußland, Südamerika und Australien zu verzeichnen. Obwohl die Marktpreise zunehmend unter Druck geraten, sind noch keine dramatischen Preiseinbrüche feststellbar.

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