Prammer: EU stellt toxische Wirkung von Bt-Mais fest!

Österreich überlegt Anbauverbot nach Artikel 16.

Wien (OTS) - Wie gestern bekannt wurde, hat die EU-Kommission das weitere Verfahren zur Zulassung eines Bt-Maises der Firma Pioneer ausgesetzt. Konsumentenschutzministerin Barbara Prammer begrüßt diese Entscheidung der Kommission. Diese Entscheidung muß auch Konsequenzen für einen bereits am Markt befindlichen Mais der Firma Monsanto mit gleichen Eigenschaften haben. Da es nicht auszuschließen ist, daß auch bei dem bereits zugelassenen Mais derartige unspezifisch-toxische Einflüsse auf nicht Zielinsekten auftreten, überlege ich nach Information meiner EU-AmstkollegInnen ernsthaft, den Anbau dieses Maises in Österreich durch ein Artikel 16 Verbot zu verbieten", stellt Prammer fest.

Das Verbot ist die Reaktion der EU-Kommission auf Versuche der amerikanischen Cornell Universität, wo Untersuchungen zeigten, daß das BT Toxin in der gentechnisch veränderten Maissorte nicht nur Maisschädlinge (Larven aus der Gruppe der Schmetterlinge) vernichtet, sondern auch für andere Insekten aus dieser Tiergruppe schädlich ist. Zuvor hatten schon andere Versuche auf unspezifische, indirekte schädliche Auswirkungen des Bt Toxins, welches in Maissorten permanent exprimiert wird, z.B. die Weitergabe des Toxins an Nutzinsekten in der Fraßkette hingedeutet. Diese toxischen Probleme könnten mehrere Insektengruppen, nicht aber höhere Tiere oder den Menschen betreffen.

Die intensiven internationalen Versuche, welche diese Probleme nun wissenschaftlich nachweisen konnten, wurden besonders durch die diesbezüglichen österreichischen Bemühungen ermöglicht: Schon das österreichische Verbot des Bt-Maises der Firma Novartis erfolgte unter dem Hinweis möglicher indirekter, langfristiger Probleme. Zu diesen Problemen hat Prammer im letzten Jahr mehrere internationale Symposien veranstaltet und dabei kritische und mahnende Forschungsergebnisse an die EU-Kommission zur weiteren Prüfung weitergeleitet. Bei allen Zulassungsanträgen von Bt-Maisen wurde von Österreich auf diesbezüglich mögliche Probleme vehement hingewiesen.

Auch bei der Erarbeitung einer verbesserten Risikoabschätzung in der entsprechenden EU Richtlinie 90/220/EEG wurden durch den Druck der österreichischen Delegation die Prüfung indirekter und langfristiger Auswirkungen durchgesetzt, betont Prammer abschließend.

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