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Korosec: Wohin mit den Bibern? Naturschutz geht uns alle an

Wien (OTS) - Als unzureichend erachtet Volksanwältin Ingrid
Korosec die Rechtslage nach dem Oberösterreichischen Natur- und Landschaftsschutzgesetz. Es stellt zwar bedrohte Arten - wie den Biber - unter Schutz, gewährt aber für Schäden, die die Tiere außerhalb eines Naturschutzgebietes anrichten, keinen Anspruch auf Schadenersatz.****

Hungrige Nager

Was viele Naturliebhaber freut, erfüllt betroffene Landwirte
mit Sorge. Der Biber siedelt sich an Österreichs Gewässern wieder vermehrt an. Aus Bayern eingewandert, hat sich in den letzten
Jahren am Unteren Inn wieder ein ansehnlicher Bestand entwickelt. Und macht dort einem Landwirt zu schaffen. Der Bauer ist
Eigentümer von 4 Hektar Auwald, den er forstlich bewirtschaftet. Auf dem sumpfigen Boden - in einem Seitenarm des Unteren Inn -wachsen Silberweiden, Weißerlen und Pappeln. Unweit davon nimmt
man im Gewässer eine Biberburg aus.

Die Schäden, die die hungrigen Nager anrichten, sind immerhin
so erheblich, dass aus jagdlicher Sicht "Zwangsabschuss-, Abhalte-und Schutzmaßnahmen" gefordert werden. Allein, der Biber zählt zu den geschützten Tieren nach der Oberösterreichischen Pflanzen- und Tierschutzverordnung. Er darf weder beunruhigt, gefangen noch getötet werden.

Auch eine weitläufige Einzäunung des Geländes half nicht. Die Tiere bissen einfach den Draht durch. Zur Vermögenseinbuße kommen noch die Schwierigkeiten der Bringung der von den Bibern gefällten Bäume hinzu. Maßnahmen begehren mittlerweile auch die Fischereiberechtigten. Sie forderten den Grundeigentümer auf, dafür Sorge zu tragen, dass das gefällte Holz nicht flussabwärts drifte.

Verbissschäden nicht ersatzfähig

Als sich der Bauer an das Amt der Oberösterreichischen Landesregierung wandte, folgte die nächste Ernüchterung. Mangels einer gesetzlichen Grundlage bestehe außerhalb eines Naturschutzgebietes kein Anspruch auf Ersatz des Schadens. Es
müsse daher mit einer Abschlagszahlung sein Bewenden haben. "Ich habe nichts gegen die Biber, im Gegenteil", zeigt sich der Betroffene enttäuscht. "Wenn ich sie aber schon nicht vertreiben darf, möchte ich wenigstens den vollen Schaden, den die Tiere anrichten, ersetzt erhalten."

Naturschutz hat seinen Preis!

Was sich vor einigen Jahren beim Kormoran gezeigt hat, scheint sich beim Biber und anderen Wildtieren zu wiederholen. Die
Erholung des Bestandes einer bedrohten Art führt dann zu
Problemen, wenn der Lebensraum der Tiere zwischenzeitig vom
Menschen beansprucht wird. "Will man Artenschutz nicht zu einer Proklamation verkommen lassen", so Volksanwältin Korosec, "muss
man bereit sein, die Kosten dafür zu übernehmen. Was aber ein gesellschaftliches Anliegen ist, muss auch von allen getragen werden! In diesem Sinne werde ich daher den Landtag von der Beschwerde informieren, und legistische Maßnahmen anregen."

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