Österreichischer Werberat feiert 25. "Geburtstag"

Schuster: "Werbung darf nicht durch ein Gestrüpp von Gesetzen reguliert werden"

PWK - Mit einer hochkarätig besetzten internationalen Fachkonferenz feiert der Österreichische Werberat, das Selbstbeschränkungsorgang der österreichischen Werbewirtschaft, heute seinen 25. "Geburtstag". "Wir achten darauf, daß der Ruf nach Werbezensur mit gesetzlichen Regelungen nicht durch Fehltritte einiger weniger Außenseiter zu laut wird", brachte Präsident Heinrich Schuster in einer Pressekonferenz eine der wichtigsten Aufgaben des Werberates auf den Punkt. Ziel der freiwilligen Selbstkontrolle ist es, die Informations- und Meinungsfreiheit aufrechtzuerhalten, die untrennbar mit der Freiheit und Würde des Publikums verbunden ist. Gerade im Werbebereich sei daher das Maßhalten besonders wichtig, untertrich Schuster. ****

Angesichts einer extrem dynamischen Entwicklung des gesellschaftlichen Konsenses als Schlüssel für "das Rechte Maß" sei eine Deregulierung der Werbung mit der Stärkung gesellschaftlicher Eigenverantwortung das Gebot der Stunde. Jede gesetzliche Regelung würde eine unüberblickbare Fülle von Einzelvorschriften nach sich ziehen, um das breite Spektrum der Werbung legistisch in den Griff zu bekommen, stellte Schuster fest und appellierte an alle Verantwortlichen aus Politik und Gesellschaft, "nicht der Macht der Dummheit zu erliegen und Werbung durch ein Gestrüpp von Gesetzen regulieren zu wollen". Jedes Werbeverbot ist zugleich aber auch ein Handelsverbot, denn es verhindert, daß junge Firmen mit neuen Produkten in den Markt eintreten können.

Im Rahmen der Fachkonferenz, an der neben prominenten Vertretern aus Werbung, Medien und Industrie auch zahlreiche Mitglieder des europäischen Dachverbandes der Werbewirtschaft (European Advertising Standards Alliance) teilnehmen, wird u.a. Oliviero Toscani, bekannt durch seine kontroversiellen Benetton-Plakate, unter dem Motto "Während des Todeskampf geht der Verkauf weiter" seine Sicht der Funktion von Werbung darlegen. Bundesministerin Barbara Prammer wird über "Frauen und Werbung" und Univ.Prof. Max Friederich über "Kinder und Werbung" referieren. Sein Hauptaugenmerk liegt auf dem Aspekt der Gewalt in der Werbung, die kompromißlos verurteilt werden muß, da sie eines der Hauptprobleme in unserer heutigen Gesellschaft ist. Tino Pirringer von der Agentur Lowe/GGK präsentiert die Geschichte der Palmers-Werbung, die als geglückte Gratwanderung zwischen feiner Erotik und gesellschaftlicher Akzeptanz gilt.

Der Österreichische Werberat wurde 1974 als Selbstbeschränkungsorgan der österreichischen Werbewirtschaft gegründet. Das österreichische Selbstbeschränkungssystem ist für den Konsumenten und die Werbebranche selbst von großer Bedeutung. Konsumenten können sich bei sozial unverträglicher Werbung an den Österreichischen Werberat wenden. Für die Werbebranche bietet das funktionierende Selbstbeschränkungssystem die Möglichkeit, Werbung möglichst frei von gesetzlichen Werbebeschränkungen und -verboten zu halten.

Die im 'Österreichischen Selbstbeschränkungskodex der Werbung' zusammengefaßten Verhaltensregeln sind kein starres Regelwerk, sondern werden ständig auf Aktualität und Plausibilität überprüft und an neue gesellschaftliche Trends sowie nationale und internationale Normen angepaßt. Schärfstes Mittel ist die Aufforderung zum Stopp einer Kampagne.

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Irmgard Zirkler
Tel: 50105-3760
e-mail: werbung@wk.or.atÖsterreichischer Werberat

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK/04