Oesterreichische Kontrollbank legt Jahresergebnis 1998 vor Kapitalerhöhung auf 100 Mio. Euro

Wien (OTS) - * G E S P E R R T bis 20.5.1999 - 14.30 Uhr *

Die Oesterreichische Kontrollbank AG (OeKB), der
zentrale heimische Finanzdienstleister für Exportwirtschaft und Kapitalmarkt wird - wie schon in den letzten drei Jahren - für 1998 eine Dividende von 12 % plus Bonus zur Dividende in Höhe von 10% und eine Sonderdividende von 23 % auf das Grundkapital von 440 Mio. Schilling ausschütten. Dies gab das Institut am Donnerstag anläßlich der Hauptversammlung bekannt. Gleichzeitig erhöhte die OeKB aus Gesellschaftsmitteln ihr Grundkapital von 440 Mio. Schilling auf 100 Mio. Euro.

Das im Eigentum österreichischer und internationaler Banken stehende Spezialinstitut wies zum Jahresende 1998 eine Bilanzsumme von S 279,1 Mrd. Schilling (1997: 263,3 Mrd) aus, wovon 269,6 Mrd. (1997: 251,8 Mrd.) auf die Exportfinanzierung entfielen. Die Betriebserträge vor Betriebsaufwendungen und Reservendotierungen stiegen im Vorjahresvergleich von 1.740 auf 1.841 Mio. Schilling. Das Betriebsergebnis stieg im selben Zeitraum von 527 Mio. auf 556 Mio. Schilling.

Zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit des heimischen Exportgarantie- und Refinanzierungssystems konnte die OeKB in Abstimmung mit dem Bundesministerium für Finanzen auch 1998 wesentliche Optimierungen des Instrumentariums erreichen. So wurden etwa im Rahmen der Deckungspolitik risikomäßig vertretbare Lockerungen hinsichtlich deckungsfähiger Beträge vorgenommen und der politische Selbstbehalt für inzwischen rund 50 Länder auf Null gesenkt bzw. auf 5 % halbiert. Darüber hinaus konnten die Auslandsanteils-regelungen weiter flexibilisiert werden.

Weiters wurden der Deckungsumfang der Vorleistungsgarantie G 7c erweitert und das OeKB-Instrumentarium für die Erschließung neuer Märkte durch eine neu geschaffene Garantie- und Finanzierungsform ergänzt. Aus den Mitteln des im Rahmen der Exportoffensive von der Republik geschaffenen OeKB-Studienfonds konnten bisher vier Markt-und Sektorstudien erstellt und veröffentlicht werden. Durch die neuen revolvierenden Rückversicherungen für Globalversicherungen privater Exportkreditversicherer für politische Risken bei kurzfristigen Geschäften in (traditionellen) OECD-Ländern konnte die kostengünstige Finanzierung für diese Geschäfte sichergestellt werden.

Darüber hinaus konnte die OeKB mit dem Erwerb der 70 %-Mehrheit an der Österreichischen Exportfonds GmbH ihre Serviceleistungen für kleine und mittlere Unternehmen weiter ausbauen. Schließlich wurde die Kooperation deutscher und österreichischer Partner auf Drittmärkten durch ein Rückversicherungs-abkommen mit der deutschen Hermes Kreditversicherungs-AG wesentlich erleichtert.

Die Zinssätze für mittel und langfristige Exportfinanzierungen konnten seit dem 2. Quartal 1998 mehrmals gesenkt werden; auch das Wechselbürgschaftsentgelt wurde reduziert und dem Risiko angepaßt. Bei Einzelgarantien für Sichtakkreditive wurde das Entgelt bei ausschließlicher Versicherung des Zahlungsausfallsrisikos halbiert.

Die OeKB kann für 1998 trotz internationaler Krisen eine positive Schadensrechnung vorlegen: Den Schadenszahlungen von 2,8 Mrd. Schilling stehen Rückflüsse zu Schadens-zahlungen von S 1,8 Mrd. gegenüber. Die daraus erwachsenen Netto-Schadens-zahlungen von -1,0 Mrd. Schilling und die 2,6 Mrd. Schilling an vereinnahmten Entgelten brachten der Republik einen Überschuß von 1,6 Milliarden Schilling (1997: 3,6 Mrd. Schilling). Selbst nach Abzug von umschuldungsbedingten Zinsnachlässen von 1,4 Mrd Schilling ergibt sich damit ein Gesamtüberschuß von immerhin 0,2 Mrd. Schilling.

Insgesamt wurden im Berichtsjahr von der Republik Österreich Haftungen mit einem Gesamtvolumen von 73 Mrd. Schilling (1997: 50,6 Mrd.) übernommen. Der Stand der Haftungen belief sich zum 31.12.1998 auf 381,4 Milliarden Schilling (1997: 359,2 Mrd.). Der Rekordumsatz ist vor allem auf Einmaleffekte wie die Flexibilisierung und Verbilligung des Wechselbürgschaftsentgeltes, die Übernahme des Rediskont-verfahrens der Nationalbank und die neuen pauschalen Rückgarantien für politische Risken in OECD-Ländern zurückzuführen. Darüber hinaus konnte auch das Volumen bei Beteiligungsgarantien (vor allem in den umliegenden Reformländern) deutlich gesteigert werden. Berücksichtigt man auch die in den Vorjahren erteilten und 1998 bestehenden revolvierenden Haftungen, so wurden im letzten Geschäftsjahr etwa 9% des gesamten heimischen Exports mit Exportgarantien abgesichert.

Im von der OeKB betreuten Exportfinanzierungsverfahren standen Ende 1998 Finanzierungen in Höhe von 257,2 Milliarden Schilling (1997:
240, 2 Mrd.) aus. Im Berichtsjahr wurden 41,5 Mrd. Schilling (1997:
35,6) an Krediten ausgezahlt. Die Rückflüsse aus Krediten beliefen sich auf 24,5 Mrd. Schilling (1997: 29,2). Die Kreditausweitung betrug netto 17 Mrd. Schilling (1997: 6,4 Mrd.).

Im Bereich der Kapitalmarktdienstleistungen betreute die OeKB im Jahr 1998 als Geschäftsstelle für inländische Anleiheemissionen mit einem Emissionsnominale von 145,6 Mrd. Schilling mehr als 80 % des gesamten Anleihevolumens (175,4 Mrd. Schilling). Anfang 1998 nahm die OeKB als Geschäftsstelle für Bundesanleihen mit dem selbst entwickelten neuen elektronischen Auktionsverfahren ADAS (Austrian Direct Auction System) ein von internationalen wie heimischen Marktteilnehmern gleichermaßen positiv bewertetes System in Betrieb. In der in der OeKB eingerichteten österreichischen Wertpapiersammelbank waren zu Jahresende 4.965 Wertpapierkategorien für 125 Deponenten verwahrt, davon Rentenwerte mit einem Nominale von 1.452,4 Milliarden Schilling.

In der Abwicklung der Geschäfte an der Wiener Wertpapierbörse verzeichnete die OeKB 1998 den bisher höchsten Gesamtumsatz von 338,3 Milliarden Schilling. Die anhaltend hohen Umsätze unterstreichen nicht zuletzt den liquiditätssteigernden Effekt der von der OeKB bereitgestellten Systeme. Nach der strategischen Entscheidung zur Zusammenarbeit mit der Frankfurter Börse wird die OeKB das EQOS-Handelssystem noch bis November 1999 fortführen. Im Arrangementgeschäft wurde zu Beginn 1998 der Abwicklungszyklus auf die international übliche Tagesabwicklung mit dreitägiger Erfüllungsfrist (T+3) reibungslos umgestellt. Mit der Inbetriebnahme des Abwicklungsmoduls SICS (Securities Information Clearing and Settlement) geschieht die Börseabwicklung nun ausschließlich elektronisch.

Um die Attraktivität der eigenen Wertpapierprodukte vor dem Hintergrund der Euro-Einführung weiter zu optimieren hat die OeKB als internationaler Emittent im Rahmen des Exportfinanzierungsverfahrens eine der ersten "Global Issuance Facilities" eingerichtet, wodurch nun weltweit in den wichtigsten Finanzzentren ein einheitliches OeKB-Standardwertpapierprodukt plaziert werden kann.

Daß sich die OeKB zu einem gefragten Informationsmanagement-Partner der Wirtschaft entwickelt, bestätigt auch das Jahr 1998. Sowohl das Finanz-analysesystem "Profit Line", die WertpapierDatenBank Österreich als auch die Wirtschaftsdatenbank FinEcon wurden vom Markt gut angenommen.

Profit Line hat sich inzwischen als elektronisches Finanzdaten-Service über österreichische Wertpapiere und börsenotierte Unternehmen bewährt und stellt online Finanzanalysekennzahlen zur Verfügung, die zur Transparenz des österreichischen Kapitalmarkts beitragen. Die Informationen aus Profit Line werden künftig auch über die mit Ende April 1999 völlig neu gestaltete OeKB-Website (www.oekb.co.at) zur Verfügung stehen.

Die Finanz- und Wirtschaftsdatenbank FinEcon hat sich zu einem heute rund 18.000 Literaturhinweise umfassenden Pool von Informationen zu wesentlichen Fragen des internationalen Wirtschaftsgeschehens entwickelt. Die ursprünglich für den internen Gebrauch konzipierte Datenbank ist über internationale Hosts auch via Internet weltweit abrufbar.

Die Bereitstellung von hochwertigen elektronischen Pressediensten in Kooperation mit der Austria Presse Agentur (APA) wurde 1998 weiter ausgebaut: Im Rahmen dieses Services werden österreichischen Finanzinstituten und Industriebetrieben maßgeschneiderte Lösungen für den täglichen Online-Pressespiegel angeboten. OeKB-Experten garantieren für die fachlich kompetente Selektion und die strukturierte Zusammenstellung der Inhalte.

Der GESCHÄFTSBERICHT 1998 ist auch als PDF-DOWNLOAD im InformationMarket der OeKB-Website verfügbar!

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