Novellierung des Jugendausbildungs-Sicherungsgesetz vordringlich

Tichy-Schreder: "Jeder Jugendliche soll im Herbst 1999 seine Ausbildungschancen haben"

PWK - "Die Sozialpartner sind sich in dem Wunsch einig, daß jeder Ju-gendliche in Österreich die Chance auf einen, seinen Eignungen und Neigungen entsprechenden Ausbildungsplatz erhalten soll", begründet Ingrid Tichy-Schreder, Vizepräsidentin der Wirtschaftskammer Österreich den von ihr eingebrachten Initiativantrag zur raschen Novellierung des Jugendausbildungs-Sicherungsgesetzes und zur Erweiterung des "Auffangnetzes". "Es hat sich nämlich bereits gezeigt, daß die Konzentration auf nur zwei Maßnahmen wie Berufslehrgänge und Lehrlingsstiftungen zu eng ist, um die Vielfalt der Bedürfnisse abzudecken", so Tichy-Schreder. ****

So fehlt in dem Maßnahmenpaket die in der Novelle zum Berufsausbildungsgesetz neu geschaffene Vorlehre, die, da nicht unter das Jugendausbildungs-Sicherungsgesetz fallend, von den für diese Maßnahmen in Frage kommenden Lehrlingsstiftungen mangels Finanzierung durch das "Auffangnetz" nicht angeboten werden konnte. "Damit wurde ein wichtiges Förderungsinstrument für lernschwache Jugendliche nicht so effizient wirksam, wie es wünschenswert wäre", stellt Tichy-Schreder fest. Die Vorlehre soll in der längstens zwei Jahre dauernden Ausbildungsmaßnahme Jugendliche "lehrvertragsreif" machen. Von der Vorlehre gibt es Brücken zur "Voll-Lehre", so daß jeder Jugendliche mit entsprechender Eignung von einem Vorlehrverhältnis in ein Voll-Lehrverhältnis umsteigen kann.

Weiters haben sich in vielen Bundesländern "Berufsorientierungs-kurse" bewährt. Sie weisen Vermittlungsquoten von bis zu 70 Prozent der Teilnehmer auf, von denen die wesentlich länger dauernden Berufslehrgänge vielfach nur träumen können. "Das beweist", so Tichy-Schreder, "daß die kurzen und zielgruppenorientierten Berufsorien-tierungslehrgänge etwa der WIFIs vielfach besser geeignet sind, den Jugendlichen einen Lehrplatz zu verschaffen, als die mit dem NAP eingeführten Berufslehrgänge." Berufslehrgänge sollten nach Meinung der Wirtschaft vor allem gut qualifizierten Jugendlichen angeboten werden, bei denen die Chance besteht, daß sie nach Ablauf der 10-monatigen Lehrgangsdauer tatsächlich einen Lehrplatz finden können.

Auch Stiftungslehrplätze sollten nicht mit "Vorlehrlingen" gefüllt werden, da diese Maßnahme viel zu teuer kommt und das Ziel dennoch in vielen Fällen verfehlt. Eine weitere wichtige Maßnahme zur Schaffung neuer Lehrplätze könnte durch gezielte Beratungsdienste für Unternehmen erfolgen, die auf die Möglichkeit der Lehrlingausbildung gemäß ihren betrieblichen Erfordernissen hinweisen, um ein vorhandenes, nicht genutztes Potential an Ausbildungsstellen zu eröffnen.

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