AK warnt vor Nepp mit den Schlankheitsmitteln

Gesund leben, statt "gesunde" Preise für Schlankmacher zahlen

Wien (OTS) – Schlankheitsmittel versprechen viel und halten wenig. Das ist das Ergebnis eines AK Wien Tests von mehr als 40 Schlankheitsmittel. Viele dieser Produkte sind sogar unerlaubt am Markt. Auch der Vertrieb von Schlankmachern über den Versandhandel ist illegal. Konsumenten sollen immer darauf achten, ob die produzierende Firma einen inländischen Sitz hat, denn nur so können Schadenersatzansprüche durchgesetzt werden. Anstatt den vermeintlichen Versprechen zu glauben, sollte vor einer Diät unbedingt ein Arzt oder eine Ernährungsberatung aufgesucht werden, rät die AK. Was wirklich hilft, ist eine Umstellung der Ernährung auf eine ausgewogene energiereduzierte Mischkost und regelmäßige Bewegung. ****

Wer träumt nicht von der Bikinifigur kurz vor der Urlaubszeit. Um überflüssige Kilos wieder loszuwerden, geben die KonsumentInnen jährlich mehrere hundert Millionen Schilling für Schlankheitsmittel aus. Die AK Konsumentenschützer haben mehr als 40 verschiedene Schlankheitsmittel überprüft. Das Ergebnis: Sie verhelfen alle nicht zur Traumfigur, lediglich das Geldbörsel verliert an Gewicht. Bestenfalls hat man seiner Gesundheit wenigstens nicht geschadet. Der durchschnittliche Gewichtsverlust nach solchen Kuren variiert beträchtlich zwischen zwei bis zehn Kilogramm. Jedoch bereits einige Wochen später ist man(n) oder
frau dicker als vorher.

"Schwarz-Produkte"
Viele dieser Produkte sind illegal im Umlauf. "Eßbare" Schlankheitsmittel fallen unters Lebensmittelgesetz und es handelt sich entweder um Verzehrprodukte oder diätetische Lebensmittel. Diese müßten beim Gesundheitsministerium angemeldet werden, bevor sie auf den Markt kommen. Gesundheitsbezogene Werbung oder ein Hinweis auf eine schlankmachende Wirkung für Lebensmittel oder Verzehrprodukte ist nur zulässig, wenn sie das Gesundheitsministerium bewilligt hat. Dies erfolgt nur dann, wenn die Angaben wahr und nicht zur Täuschung geeignet sind.

Auch die "Geld zurück-Garantie" ist für die KonsumentInnen keine Garantie, weil man dazu einerseits die Herstellerfirma finden müßte, es sich aber meist um Scheinfirmen handelt. Anderseits müßten die Konsumenten eindeutig nachweisen, daß sie alle Auflagen eingehalten und trotzdem nicht abgenommen haben.

Versprochen - Gebrochen
Früher fanden Konsumenten hauptsächlich Appetitzügler und Abführmittel mit chemisch-synthetischen Inhaltsstoffen. Heute werden natürliche Wirkstoffe angeboten. Einige Beispiele, um die Verdauung in Gang zu bringen und so Übergewicht abzubauen:
+ Im Algen-Drink Régulateur d'Appetit ist das asiatische Gewürz Garcinia mit einem Fucus-Algen-Gewürz kombiniert. Der Jodgehalt
der Algen soll die Schilddrüse anregen und den Stoffwechsel anheizen, damit mehr Fett verbrannt wird. Der Algen-Drink hat
keine Wirkung auf eine gesunde Schilddrüse, automatisch schmilzt kein Fett.
+ Schlank-Sohle: Schuheinlagen mit kleinen Noppen sollen die Verdauungsorgane beleben und den Sotffwechsel beschleunigen.
Morgens und abends ein bis zwei Stunden herumspazieren und in
kurzer Zeit sind fünf bis zehn Kilo weg. Herumlaufen hilft beim Abnehmen und gegen einen trägen Darm auch ohne Einlagen. Statt fettem Wurstbrot lieber gedünsteten Fisch zum Abendessen ist eine tolle Empfehlung – auch dazu braucht niemand eine Sohle. Die Noppen wirken wie bei einer Reflexzonenmassage. Der Körper wird entwässert, aber Fett wird nicht verbrannt.
+ Die Anti-Cellulite-Hose ist eine engsitzende Radlerhose auf atmungsaktivem Gewebe. Durch Mikromassage soll Fett abgebaut und Wasser abtransportiert werden. Die Hose soll acht Wochen lang jeweils acht Stunden getragen werden. Angeblich werden die Oberschenkeln um zwei bis neun Zentimeter dünner. Haut, die über Stunden fest verpackt ist, wird schlaff. Sinnvoll ist, die Hose
nur beim Sport zu tragen, da dadurch Druck auf das Gewebe ausgeübt und Flüssigkeit besser abtransportiert wird. Das bringt tatsächlich ein paar Zentimeter weniger an Po und Oberschenkeln, Fett verliert man davon nicht. Eine "normale" Radlerhose hat den selben Effekt.
+ Das Schlankheitspflaster soll drei Monate lang jeden Morgen aufgeklebt werden. Neben hautpflegenden Substanzen gibt das
Pflaster einen Algenextrakt ab, der angeblich den Hunger stillt.
Das Pflaster macht nicht schlanker. Aufgrund der hautpflegenden Substanzen sehen vielleicht einige Körperstellen besser aus.

Nicht ratsam
+ Schlankheits- oder Wundermittel sollten keinesfalls von ausländischen Firmen gekauft werden. Auch bei einer inländischen Adresse ist Vorsicht geboten. Daher soll nachgefragt werden, ob es die Firma am angegebenen Sitz auch wirklich gibt. Bei Postkastenfirmen sind Schadenersatz und Gewährleistung kaum durchzusetzen.
+ Der Versandhandel mit Arzneimittel und Verzehrprodukten ist verboten, wird aber sehr häufig gemacht. Die Anbieter machen sich strafbar. Bis die Behörde eingreift, sind die Vertreiber meist schon mit satten Gewinnen über alle Berge und tauchen wenig später mit dem selben oder einem ähnlichen Produkt unter neuen Namen wieder auf. Rechtsansprüche sind nur schwer durchzusetzen.

Tips der AK Konsumentenschützer
Grundsätzlich soll vor einer Diät ein Arzt oder eine Ernährungsberatung aufgesucht werden. Die AK Konsumentenschützer empfehlen:
+ Die Ernährung langsam auf kohlehydratreiche Kost umstellen, viel Obst und Gemüse, Salate, Nudeln, Kartoffeln und Reis essen.
+ Langsam aber langfristig Gewicht abbauen. Faustregel: Es soll
nie mehr als ein halbes Kilo pro Woche abgenommen werden.
+ Bewegung muß sein. Drei- bis viermal eine halbe Stunde Sport pro Woche hilft. Es muß nicht unbedingt das Fitneßstudio sein. Auch regelmäßige ausgedehnte Spaziergänge oder gemütliche Radfahrten reichen aus.

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