Atomkraftwerk Temelin:

Protestnote der NÖ Landesregierung

St.Pölten (NLK) - Als gefährlich und ökonomisch unrentabel stuft die NÖ Landesregierung das Atomkraftwerksprojekt im südböhmischen Temelin ein. In ihrer heutigen Sitzung unter Vorsitz von Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll beschloß sie eine Protestnote gegen die Prager Entscheidung, das umstrittene Kraftwerk fertigzubauen, die sowohl der österreichischen Bundesregierung als auch der Regierung der Tschechischen Republik und dem in der EU für die Beitrittsverhandlungen zuständigen Generaldirektor Nikolaus van der Pas übermittelt wird:

"Die NÖ Landesregierung ist bestürzt über die Entscheidung der tschechischen Regierung, das Atomkraftwerk Temelin weiterzubauen, und legt entschieden Protest gegen diesen Beschluß ein. Sie stützt sich dabei auf unabhängige Studien, aus denen eindeutig hervorgeht, daß die Inbetriebnahme von Temelin ein hohes Sicherheitsrisiko sowohl für die tschechische als auch für die niederösterreichische Bevölkerung darstellt.

Daß sich die tschechische Regierung 13 Jahre nach der Katastrophe von Tschernobyl, die der Welt das ungeheure Gefahrenpotential von Atomkraftwerken mit tragischen und weitreichenden Folgen vor Augen geführt hat, über die begründeten Einwände seiner Nachbarstaaten, aber auch großer Teile der tschechischen Bevölkerung hinweggesetzt hat, sieht die NÖ Landesregierung auch als erhebliche Belastung für die tschechischen EU-Beitrittsbemühungen. Die NÖ Landesregierung erachtet daher die Schließung bzw. den baustopp für grenznahe, mit Sicherheitsmängeln behaftete Atomkraftwerke als unabdingbare Voraussetzung für einen EU-Beitritt der Tschechischen Republik.

Dazu kommt, daß die verschiedenen Studien auch klar ergeben haben, daß das Projekt Temelin ökonomisch unrentabel ist und die Tschechische Republik besser beraten wäre, die enormen Geldsummen in die Forcierung erneuerbarer Energieträger zu investieren. Unbeschadet von diesem Protest bekräftigt die NÖ Landesregierung daher erneut ihre Bereitschaft, allen Nachbarstaaten das erhebliche Know-how Niederösterreichs auf dem Gebiet der Alternativenergien zugänglich zu machen und entsprechende Initiativen mit dem Ziel eines Ausstieges aus der Atomenergie zu unterstützen."

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