Ulrike Grossarth rot/grün, grau/Subject of Study

Wien (OTS) - Pressepreview: Dienstag, 1. Juni, 10.30 Uhr Ausstellungsort: MAK-Galerie
MAK - Österr. Museum für angewandte Kunst Stubenring 5, A-1010 Wien
Aktion Subject of Study: 1. Juni, 20.30 Uhr
2. Juni, 18.30 Uhr
Ausstellungsdauer: 2. Juni - 4. Juli 1999
Öffnungszeiten: Di - So 10.00 - 18.00 Uhr
Do 10.00 - 21.00 Uhr, Mo geschlossen

Die in Berlin lebende deutsche Künstlerin Ulrike
Grossarth wird vom 2. Juni bis 4. Juli 1999 in der MAK-Galerie die Ausstellung rot/grün, grau zeigen. Die Ausstellung wird am 1. und 2. Juni von der Aktion Subject of Study begleitet werden. Ulrike Grossarth setzt sich, ursprünglich vom Tanz ausgehend, in verschiedenen Medien wie Aktionen, Videofilmen, Objektinstallationen und Zeichnungen mit den Beziehungen zwischen Körpe r und Raum und dem Verhältnis zwischen den Dingen und den diese Dinge gebrauchenden Menschen auseinander. Die Ausstellung rot/grün, grau ist eine Kooperation zwischen den Wiener Festwochen und dem MAK, die Aktion Subject of Study zwischen den genannten und dem Marstall München.

Die Ausstellung rot/grün, grau ist in bildnerisch-plastischer Weise der Versuch, Bedingungen zu schaffen, um das klassische Spannungsfeld der Polaritäten und des Komplementären verlassen zu können und einen Abzweig zu suchen, der das Hervorbringen "vorsprachlicher" Formenkomplexe ermöglicht. Der Komplex von entstandenen Formen und Bildern markiert da s momentane Stadium der Forschungen und des experimentellen Materialisierens. Thematisiert wird das aus Grossarths Erfahrung mit dem Tanz hervorgegangene Problem, was geschieht, wenn die Bewegung selbst, die permanente Veränderung von Form auf ein Bewußtsein trifft, das auf Fixieren und Kontrollieren von Illusion, auf Feststellen von Dauerhaftem angelegt ist.

Materieller Ausgangspunkt dafür sind Konservengläser mit roten und grünen Kirschen. In beiden Fällen wurde mit der Farbe manipuliert. Die roten Kirschen sind in der Farbintensität durch chemische Prozesse gesteigert worden, während die grünen Kirschen durch die Farbumwandlung entstanden sind. Im Titel klingt an, daß es um Farbgebung geht und somit auch um die Notwendigkeit materieller Träger. Daher wurden 12 Grundformen oder Typen entwickelt, die als "Einsatzpunkte" für plastische "Millies" dienen. Der Aspekt Farbe tritt in unterschiedlic her Weise auf, nämlich als Farbglas, als farbiges Licht und als Farbüberzug.

Der Besucher kann verschiedene Wege durch den Aufbau nehmen und dadurch die Gegenstände von allen Seiten her wahrnehmen. Die Bewegung des Betrachters, das Umkreisen korrespondiert mit der offenen Struktur des plastischen Feldes, das niemals total wirkt, da es gehend und schauend in der Zeit erschlossen werden muß. Dadurch entsteht ein übergängiger und leitender Charakter. Die Gegenstände wirken als Variablen, deren Freiflächen mitwirken. Sie verweisen aufeinander und ermöglichen ein Wahrnehmen als absichtsloses Spiel.

Für die Aktion Subject of Study wird von einer Gruppe von 14 Akteuren über einen längeren Zeitraum hinweg ein Materialpool angelegt, der vo n persönlichen Gegenständen bis zum vorgefundenen Inventar und Materialien unterschiedlicher Größe und Proportionen reicht. Dazu werden im Aktionsraum kurze, nicht lineare Reihen und kleine Gruppen von Stühlen aufgestellt, wo die Besucher Platz nehmen.

Der gesamte Gegenstandspool wird von den Akteuren über eine Stunde lang permanent umgeschichtet und vorgeführt. Durch die Vorbereitungszeit wird versucht, bei den Akteuren eine innere Haltung zu erzeugen, die es ihnen ermöglicht, bei voller Kraft im permanenten "Jetzt" zu agieren, d. h. sinnhaft an die Handlung im Augenblick angeschlossen zu bleiben, ohne ein intendiertes Ziel zu verfolgen. Das fordert vom Einzelnen ein Höchstmaß an unvoreingenommener Wahrnehmung des Augenblicks.

Die Gegenstände werden ausnahmslos gleichwertig gehandelt: sie sollen auseinandergezerrt, geschoben, verpackt, getragen werden. Durch das energiereiche Aktionstempo und durch das Fehlen konkreter Vorgaben befinden sich die Akteure in einem "besinnungslosen" Zustand auf der Scheidelinie zwischen dem Abzweig der "sinnvollen" Tätigkeit und chaotischem "Sich-Treiben-Lassen" - beides soll vermieden werden. Das Publikum befindet sich im Raum zwischen den Akteuren und den Gegenständen. Die Besucher sind, da sie als feste "Pole" im Raum sitzen, eine Art "Handlungsblockade", an denen sich die Dynamik der Handlungsströme bricht, staut oder gegebenenfalls überbrückt wird. In ihrer körperlichen Präsenz sind sie phänomenologischer Teil des Geschehens, da sie Achsen schaffen und die Handlungswege und Materialströme regulieren. Besucher und Akteure halten so gemeinsam einen mentalen und erzeugen einen empirischen Raum.

Ausstellungsdaten

Ulrike Grossarth

rot/grün, grau/Subject of Study

Pressepreview: Dienstag, 1. Juni, 10.30 Uhr
Eröffnung: Dienstag, 1. Juni, 20.00 Uhr
Aktion Subject of Study Dienstag, 1. Juni, 20.30 Uhr
Mittwoch, 2. Juni, 18.30 Uhr
Künstlergespräch Mittwoch, 2. Juni, 10.00 Uhr

Ausstellungsort: MAK-Galerie
MAK - Österr. Museum für angewandte Kunst Stubenring 5, A-1010 Wien
Ausstellungsdauer: 2. Juni - 4. Juli 1999
Öffnungszeiten: Di - So 10.00 - 18.00 Uhr
Do 10.00 - 21.00 Uhr, Mo geschlossen

MAK-Kurator Bettina M. Busse
Technische Koordination Harald Trapp, Philipp Krummel

Publikation Ulrike Grossarth: rot/grün, grau/Subject of Study Hrsg. von Peter Noever. Mit einem Künstlertext
und Beiträgen von Bettina M. Busse und Peter Noever. dt./engl., 40 Seiten.

Kooperationspartner Ausstellung rot/grün, grau
Wiener Festwochen und MAK
Aktion Subject of Study
Wiener Festwochen, Bayerisches Staatsschauspiel/Marstall München und MAK

Veranstaltungsorte Bayerisches Staatsschauspiel/Marstall, München:
Aktion Subject of Study
18. - 20. 5. 1999
Hamburger Bahnhof, Museum für Gegenwart, Berlin:
Ausstellung rot/grün, grau (in adaptierter Form)
4. 9. 1999 - 9. 1. 2000

Eintritt Freier Eintritt in die MAK-Galerie

Presse Dorothea Apovnik
Tel. +43-1-711 36-233
Fax +43-1-711 36-227
e-mail: presse@mak.at

Presseinformation

MICRO SPACE/GLOBAL TIME:
An Architectural Manifesto

Vito Acconci, Neil M. Denari, Craig Hodgetts und Hsin-Ming Fung, Greg Lynn, Thom Mayne, Owen Eric Moss, COOP HIMMELB(L)AU, Andrea Zittel, Jonathan Williams

Pressepreview: Dienstag, 1. Juni, 11.00 Uhr
Ausstellungsorte: MAK-Kunstblättersaal
MAK - Österreichisches Museum für angewandte Kunst Stubenring 5, A-1010 Wien
und
MAK Center for Art and Architecture
Schindler House
835 North Kings Road, West Hollywood
CA 90069 Los Angeles

Ausstellungsdauer: 2. Juni - 11. Juli 1999

Das MAK Center for Art and Architecture in Los Angeles hat eine Gruppe von international renommierten Architekten und Künstlern vor die Herausforderung gestellt, Entwürfe zur Veränderung architektonischer und städtebaulicher Positionen zu schaffen. Die MAK ART SOCIETY, Wien/Los Angeles, und das MAK Center for Art and Architecture, Los Angeles, präsentieren nun zeitgleich vom 2. Juni bis 11. Juli 1999 im MAK-Kunstblättersaal und im Schindler House in Los Angeles die dabei entstandenen Arbeiten. Micro Space/Global Time:
An Architectural Manifesto ist ein Digitaldruck-Portfolio, herausgegeben vom MAK Center, L. A. und Muse ÄXÜ Editions in einer limitierten Edition.

Technologische Innovationen sind der Motor für signifikante Veränderungen unserer Lebensformen. Zum Ende des 20. Jahrhunderts hat die Digitalisierung den physischen, realen Raum zu virtueller Nachbarschaft schrumpfen lassen und unseren analogen Zeitbegriff in eine digital zugängliche vierte Dimension transformiert.

Das MAK Center hat acht Künstler und Architekten eingeladen, sich anhand von einer Arbeit mit der Frage des Lebens- und Arbeitsraumes auseinanderzusetzen. Die gestellte Aufgabe war der Entwurf eines Mikroenvironment für globales Leben und Arbeiten, das die gegenwärtige (und künftige) Möglichkeit des Lebens und Arbeitens an ein und demselben Ort reflektiert; ein Environment, das auf die sozialen Veränderungen reagiert, die durch die digitale Revolution in der Kommunikation herbeigeführt wie gesteuert werden; ein Environment, das nicht nur die Ausstattung für Arbeit/Lebensunterhalt bereithält, sondern auch das Notwendigste für Entspannung, Geselligkeit und Vergnügen.

Die Arbeiten im Micro Space-Portfolio geben eine Vorstellung von einer Architektur der unbegrenzten Möglichkeiten. Bei einigen bringt der Körper selbst die Architektur hervor. Vito Acconci (Acconci Studio, New York) entwirft ein prothetisches Skelett, das in unserem Körper wohnt und sich sofort unseren jeweiligen Bedürfnissen anpaßt, sich je nach Wunsch in einen Stuhl oder in ein Fahrzeug verwandelt. Das "RE.T.V." von Craig Hodgetts und Hsin-Ming Fung (Hodgetts + Fung Design Associates, Los Angeles) ist eine Konstruktionszeichnung für ein Hornhaut-Implantat, das es dem Träger ermöglicht, virtuelle Environments über die Realität zu legen oder sie ganz zu ersetzen.

Andere Beiträge zu Micro Space beschäftigen sich mit traditionellen Konzepten der Stadtplanung. COOP HIMMELB(L)AU (Wolf D. Prix und Helmut Swiczinsky, Wien) räumen ein, daß "die Stadt keine Lösung" hat, nur eine "Matrix von divergenten Un-Möglichkeiten", und entwickeln eine "Wolkenarchitektur" (The Architecture of Clouds). Sie verwenden Wolken als Symbol für rasch sich ändernde Bedingungen und sagen voraus, daß Bilderfolgen traditionelle planerische Begriffe wie Zentrum, Achse und Raumabfolge ersetzen werden. Thom Mayne (Morphosis, Los Angeles) stellt sich eine Stadt in voller Größe vor, die zugleich digital und real is t und jede Konfiguration zum Leben und Arbeiten mit Höchstgeschwindigkeit bereitstellt. Andrea Zittel und Jonathan Williams (Los Angeles) kombinieren in "A-Z Pocket Property" Land, Wohnstatt und Fahrzeug zu einem Gesamtpaket. Ähnlich Vorstadt-Reihenhäusern läßt sich dieses Eigenheim sowohl in Massenproduktion herstellen als auch, je nach Kundenwunsch, variieren.

Modernes Wohnen wird häufig als Anordnung eines "Satzes von Einzelteilen" aufgefaßt. In "Embryological Space" vernetzt Greg Lynn (FORM, Los Angeles) 2.048 Einzelplatten zu einem flexiblen, gewölbten Raum. Jede Veränderung innerhalb des Raumes oder der umgebenden Landschaft wirkt sich sofort auf das gesamte Environment aus. Eric Owen Moss befaßt sich mit dem Widerspruch von architektonischer Freiheit und der technischen Kontrolle, die erforderlich ist, um sie zu erlangen, und entwirft eine Wand aus 1.000 Betonblöcken. Sein Bild ist das Superstrat der vielen Zeichnungen, Modelle, Computermodelle etc. - ein enormes graphisches Konvolut -, die er bei seiner Suche nach der "grenzenlosen" Freiheit, für die die Wand steht, verwendete.

Neil Denari und Robert Davolio (Neil M. Denari Architects, Los Angeles) legen ihrem Projekt die Auffassung zugrunde, daß der bedeutsamste Rohstoff Zeit ist und den Raum als wichtigstes Bestimmungselement der Architektur ablöst. Sie schaffen eine Geometrie aus Bewegungskräften, ein "vages Strukturelement für die flüchtige Hülle, die es umgibt".

Micro Space/Global Time wurde als Benefiz-Projekt konzipiert, um die Aktivitäten des MAK Center, L. A., sowie die fortlaufende Renovierung und Erhaltung der Architektur des Schindler House, in dem das MAK Center seinen Sitz hat, zu unterstützen und konnte nur durch das bedingungslose Engagement aller Beteiligten - Künstler und Architekten, Muse ÄXÜ Editions und MAK ART SOCIETY, Wien/Los Angeles - realisiert werden.

Muse ÄXÜ Editions ist der führende amerikanische Verlag für digital aufbereitete Kunstdrucke. Der erste vom New Yorker Museum of Modern Art angekaufte iris print war ein Muse ÄXÜ-Bild von Joaquin Grey und Pauline Wallenberg Olsson. Muse ÄXÜ verfügt über die neuesten technischen Geräte für photographischen Druck, darunter der neue LightJet 5000, der es Künstlern ermöglicht, exzellente Qualitätsdrucke direkt aus elektronischen Datenfiles zu erzeugen. Die Mitwirkenden bei Micro Space/Global Time wurden bei der Herstellung ihrer Bilder für das Portfolio vom Druckexperten Chip Leavitt unterstützt.

Das Portfolio Micro Space/Global Time erscheint in einer limitierten Auflage von 20 Stück in einer eigens gestalteten Kassette. Jeder der acht original Digitaldrucke (86 x 116 cm) ist signiert und numeriert. Der Kaufpreis für das Mappenwerk beträgt ATS 65.000,-- / EURO 4.724,- -, für Mitglieder der MAK ART SOCIETY ATS 58.000,-- / EURO 4.215,--. Die Preisangaben gelten nur während der Dauer der Ausstellung. Interessenten wenden sich bitte an Margarete Heck (71136-245) oder Michaela Hartig (71136-207).

Im Rahmen der Ausstellungseröffnung veranstaltet das MAK Center for Art and Architecture, Los Angeles, am 1. Juni 1999 (18.30 bis 20.30 Uhr) ein Symposium mit den Künstlern und Architekten, die an Micro Space mitgewirkt haben. Saskia Sassen, Autor eines Essays zum Micro Space-Katalog (22 Seiten, mit 8 Farbabbildungen der Digitaldrucke, Hg. Peter Noever, ATS 90,-- / EURO 6,55) und Professor für Soziologie an der Universität Chicago sowie Gastprofessor an der London School of Economics, wird die Veranstaltung moderieren.

MICRO SPACE/GLOBAL TIME:
An Architectural Manifesto

Pressepreview Dienstag, 1. Juni 1999, 11.00 Uhr E
röffnung Dienstag, 1. Juni 1999, 19.00 Uhr
Ausstellungsorte MAK-Kunstblättersaal
MAK - Österr. Museum für angewandte Kunst Stubenring 5, A-1010 Wien

MAK Center for Art and Architecture
Schindler House
835 North King Road, West Hollywood
CA 90069 Los Angeles

Ausstellungsdauer 2. Juni - 11. Juli 1999
Öffnungszeiten Di - So 10.00 - 18.00 Uhr
Do 10.00 - 21.00 Uhr,
Mo geschlossen

Kuratoren LouAnne Greenwald, Daniela Zyman
Technische Koordination Harald Trapp, Philipp Krummel

Portfolio Micro Space/Global Time
limitierte Auflage von 20 Stück in einer Kassette,
je acht original Digitaldrucke, 86 x 116 cm)
signiert, numeriert,
(+ 10 Artists proofs)
ATS 65.000.- / EURO 4.724,-
ATS 58.000.- / EURO 4.215,- für Mitglieder der MAK ART SOCIETY
Die Preise gelten nur während der Ausstellung. Anfragen: Margarete Heck (711 36-245) oder
Michaela Hartig (711 36-207)

Publikation Micro Space/Global Time
Hg. Peter Noever. Mit Beiträgen von Peter Noever und Saskia Sassen. 22 Seiten, 8 Farbabbildungen, ATS 90.- /EURO 6,55.-

MAK-Eintritt öS 90,00/öS 45,00
ermäßigt für Schüler, Studenten, gesamt
Senioren ab 60, Soldaten, Zivildiener, Gruppen ab 10 Personen. Freier Eintritt für Kinder bis 10, Mitglieder der MAK ART SOCIETY, Studenten der Universität für angewandte Kunst, Museumspaß, Arbeitslose, österr. Schulklassen.

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