FORMAT: Rechnungshof stellt über 100 Millionen Schaden beim Flughafen fest Vorständen werden "unzureichende Planungen, Abrechnungsunklarheiten und Bieterstürze" vorgeworfen

Wien (OTS) - Der am vergangenen Freitag zu gestellte Rechnungshofbericht zum Flughafen Wien enthält herbe Kritik an den Vorständen Gerhard Kastelic und Franz Kotrba. Wie das Nachrichtenmagazin FORMAT in seiner am Montag erscheinenden Ausgabe exklusiv berichtet, ist dem Flughafen bei den Bauprojekten zwischen 1993 und 1997 ein Schaden von über 100 Millionen Schilling entstanden.

FORMAT zitiert wörtlich aus dem 110-seitigen RH-Bericht: "Durch Warnpflichtverletzungen, unzureichende Planungen, zu späte Bekanntgabe von Nutzerwünschen, Abrechnungsunklarheiten und Bieterstürze ist der Flughafen Wien AG ein Vermögensnachteil von etwas mehr als 100 Millionen Schilling entstanden."

Und: "Die unzureichende Prüfung von Teilrechnungen führte dazu, daß die Flughafen Wien AG Leistungen zunächst bezahlte, die nicht erbracht worden waren."

Laut FORMAT bemängeln die Prüfer weiters, daß bei allen großen Bauvorhaben in Schwechat immer die beiden "Standardarbeits-gemeinschaften" zum Zug kamen: "Der zu rasche Baubeginn nach Zuschlagserteilung ... konnte nur von der sogenannten Standardarbeitsgemeinschaft Universale-Eberhardt-Porr gemeistert werden."

Es wurden auch immer dieselben Konsulenten beschäftigt. " Der RH stellt fest, daß ... Honorare von über 37 Millionen ... an ein und dasselbe Büro freihändig und ohne Wettbewerb vergeben wurden." Weiters wird den Flughafen-Managern laut FORMAT mangelnde Information des Aufsichtsrates vorgeworfen. Dieser "... erhielt erst 1998 einen aussagekräftigen Vergleich zwischen den Schätzkosten, dem Ausschreibungsergebnis und den Abrechnungen gegenübergestellt. Kritisiert wird auch, daß die örtliche Bauaufsicht an das selbe Büro vergeben wurde wie die Planung."

Bei der Flughafen-Hauptversammlung am Mittwoch wird der RH-Bericht zu heftigen Turbulenzen führen. Laut FORMAT ist fraglich, daß die Vorstände Kotrba und Kastelic entlastet werden. Die beiden Manager könnten damit vor Ablauf ihrer Verträge im Sommer 2000 zum Abschied bewogen werden Aufsichtsratspräsident Johannes Coreth zu FORMAT:
"Diese Frage steht bei der Hauptversammlung nicht auf der Tagesordnung. Sollte der Rechnungshofbericht, den ich erst lesen muß, Änderungen im Vorstand notwendig machen, werden wir eine außerordentliche Aufsichtsratssitzung einberufen."

Gerhard Kastelic droht zusätzliches Ungemach. FORMAT berichtet, daß der Korneuburger U-Richter Manfred Hohenecker entschlossen ist, Anfang Juni eine Anzeige gegen Kastelic bei der Staatsanwaltschaft zu deponieren, obwohl der Airport-Manager die Vorwürfe über Unregelmäßigkeiten bei der Renovierung seines privaten Weinkellers vehement bestreitet und auch Rechnungen vorweisen kann.

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