"Bauarbeiterschutzverordnung" in der Praxis

Bauunternehmer setzen Schutzverordnung erfolgreich um Belangsendung der WKÖ am 18.5.99 um 5:52 Uhr auf Ö1

PWK - Betreten der Baustelle verboten. Vorsicht, Absturzgefahr. Tafeln mit Aufschriften wie diese zieren jede Baustelle. Bauplätze sind traditionell gefährliches Terrain. Voll von Löchern und Stellen, an denen man abstürzen könnte und im wahrsten Sinne des Wortes voll von Stolpersteinen. Bis 1995 haben sich von 1000 Baubeschäftigten 123 pro Jahr verletzt, meist durch Stolpern oder Abstürzen. Und 86 sind an den Folgen von Unfällen gestorben. Seither geht die Zahl der Unfälle deutlich zurück. ****

Eine Folge der neuen Bauarbeiterschutzverordnung und ein Erfolg der Methoden, mit denen die Bauunternehmer diese Verordnung in die Praxis umgesetzt haben, berichtet der Sicherheitsexperte der Bundesinnung des Baugewerbes, Reinhold Steinmaurer: "Es wurde uns schon sehr rasch klar, daß der Unternehmer als Arbeitgeber nur umsetzen kann, wenn die Mitarbeiter gewonnen werden. Und daher wurden dem Unternehmer die entsprechenden Hilfen zur Verfügung gestellt, den Arbeitnehmer richtig unterweisen zu können."

Fünf Videofilme sind produziert worden, die alle Sicherheitsprobleme ohne Worte, nur durch das Beispiel eines kleinen Männchens erklären. Schließlich werden auf beinahe jeder Baustelle mehrere Sprachen gesprochen. Dazu eine CD-ROM mit dem gleichen Thema. Alle haben eines gemeinsam: sie wenden sich nicht an den Chef, sondern an seine Mitarbeiter. Der Erfolg ist verblüffend. Im Jahre 1995, zu Beginn der Aktion, war noch jeder siebente Beschäftigte am Bau in einen Unfall verwickelt, im vergangenen Jahr war es nur noch jeder zehnte, Tendenz: weiter sinkend.

Was kostet mehr Sicherheit am Bau? Steinmaurers Antwort auf diese Frage: "Die Anschaffungskosten sind nicht das Problem für das Unternehmen, die eigentliche Leistung der Unternehmer liegt darin, die Mitarbeiter zu unterweisen und das Thema ständig zu tragen und zu kontrollieren." Und diese Arbeit geht weiter, denn mit 1. Juli dieses Jahres tritt das Bauarbeitenkoordinationsgesetz in Kraft, das unter anderem die Sicherheit am Bau weiter erhöhen soll.

(Schluß) pt

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK/SCHLUß