Prammer: Weiterbau Temelins ist absolute Fehlentscheidung!

Wien (OTS) - In den gestrigen Abendstunden hat sich die
tschechische Regierung in einer Abstimmung für den Weiterbau des Kernkraftwerks Temelin entschieden. In einer ersten Reaktion bezeichnet Konsumentenschutzministerin Barbara Prammer diesen Beschluß als absolute Fehlentscheidung. "Die Investitionskosten für das Kernkraftwerk Temelin werden sich niemals rechnen. Zu einem Zeitpunkt, wo viele EU-Staaten einen Ausstieg aus der Kernkraft anstreben, ist diese Entscheidung ein Schritt in die falsche Richtung", betont Prammer. ****

Der tschechische Umweltminister Milos Kuzvart hat Österreich im April 1999 um Unterstützung bei der Erstellung eines Expertenberichts an die tschechische Regierung ersucht. Die österreichischen Fachleute haben in ihrem Beitrag die Vorteile eines Verzichts auf Temelin aufgezeigt. Diese Argumente wurden Tschechien sowohl auf Experten-als auch auf politischer Ebene übermittelt. Darüber hinaus hat die Bundesregierung wiederholt ihre Unterstützung beim Ausstieg aus der Kernenergie angeboten.

"Bedauerlicherweise hat die Mehrzahl der tschechischen Minister diese Argumente nicht berücksichtigt. Die Entscheidung zum Weiterbau Temelins ist sowohl aus Sicherheits- als auch ökonomischen Gründen absolut unverständlich", so die Kosumentenschutzministerin weiter.

Nunmehr gilt es, den Beschluß der tschechischen Regierung genau zu analysieren. Prammer wird sich zunächst in den nächsten Tagen mit dem tschechischen Umweltminister Kuzvart in Verbindung setzen.

Auch nach dem Pro-Temelin-Beschluß werden wir alle noch bestehenden Möglichkeiten ausschöpfen, um diese aus unserer Sicht falsche Entscheidung zu beeinflussen. Die Fertigstellung und allfällige Inbetriebnahme von Temelin wird von Österreich insbesondere im Hinblick auf den Europäischen Elektrizitätsbinnenmarkt, das Europäische Beihilfenrecht und die Einhaltung modernster westlicher Sicherheitsstandards genau unter die Lupe genommen. Diesbezüglich wird sich Österreich sowohl an die Europäische Kommission als auch an die EU-Mitgliedsstaaten wenden, betont Prammer.

Die EU hat in den Schlußfolgerungen des Rates über die nukleare Sicherheit festgelegt, daß sämtliche Beitrittsländer modernste westliche Sicherheitsstandards einhalten müssen. Nach vielen Expertenmeinungen wird das Kernkraftwerk Temelin diese Kriterien kaum bis gar nicht erfüllen können. "Die Einhaltung modernster westlicher Sicherheitsstandards wird das Kernkraftwerk Temelin nochmals wesentlich verteuern und damit noch einmal sinnloser machen", betont Prammer abschließend.

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