Gewerkschaftsbewegung gedenkt des ersten ÖGB-Präsidenten

Verzetnitsch: Johann Böhm hat den Grundstein gelegt

Wien (ÖGB). Österreichs Gewerkschaftsbewegung gedenkt heute ihres Gründers und ersten Präsidenten: Am 13. Mai 1999 jährt sich zum vierzigsten Mal der Todestag Johann Böhms, der von von 1945 bis 1948 Vorsitzender der provisorischen Leitung des überparteilich ausgerichteten ÖGB und seit dem 1. ÖGB-Bundeskongress von 1948 bis zu seinem Tod 1959 erster Präsident des ÖGB gewesen ist. ++++

ÖGB-Präsident Fritz Verzetnitsch: "Johann ‚Schani‘ Böhm hat den Grundstein zum einheitlichen und überparteilichen Österreichischen Gewerkschaftsbund gelegt und in seinen Präsidenten-Funktionen
seine großen politischen und organisatorischen Fähigkeiten zum Wohl der Beschäftigten unter Beweis gestellt. Überparteilichkeit und Einheitlichkeit der gewerkschaftlichen Interessenvertretung
sind von Böhm zu Eckpfeilern gewerkschaftlicher Politik gemacht worden und haben auch heute volle Aktualität und Gültigkeit. Böhm hat die Grundsätze einer solidarischen, die gesamtwirtschaftlichen Interessen berücksichtigenden Lohn- und Gehaltspolitik eingeführt und immer wieder durchgesetzt – sie haben heute noch volle Gültigkeit."

Johann Böhms Lebenslauf:

Am 26. Jänner 1886 in Stögersbach (Niederösterreich) geboren. 1900 bis 1903 Maurerlehre
3.5.1903 Beitritt zu Maurerorganisation, späterer Baugewerkschaft. 1905 Obmann der Ortsgruppe Währing
1905 Mitglied der sozialdemokratischen Partei
1912 Obmann der Vereinigung der Ortsgruppen Wien
Kriegsdienst 1915 - 1918
Nach Beendigung des Krieges Geschäftsführer des neugeschaffenen Arbeitsamtes für Baugewerbe in Wien.

1921 hauptamtlich als Leiter der Ortsgruppen Wien der Baugewerkschaft, dann Vorstandsmitglied der Wiener Bezirkskrankenkasse, stellvertretender
Vorsitzender der Industriellen Bezirkskommission Wien

1927 - 1930 Wiener Gemeinderat
1929 Vorsitzender der Baugewerkschaft
1930 Mitglied des Nationalrates
1934 in der Nazizeit alle Funktionen verloren

Von 13. Februar bis Ende September 1934 in Haft, illegale gewerkschaftliche Tätigkeit bis 1945. Verschiedenste berufliche Tätigkeiten. 1944 14 Tage in Untersuchungshaft der Gestapo.

April 1945: Böhm initiiert die Gründung des Österreichischen Gewerkschaftsbundes
15. April 1945 Vorsitzender der provisorischen Leitung des Österreichischen Gewerkschaftsbundes
Ab 1948 (Erster Gewerkschaftskongreß 18. bis 23. Mai) ordentlicher Präsident des österreichischen Gewerkschaftsbundes bis zu seinem Tod 1959
Mai bis November 1945 Staatssekretär für soziale Verwaltung der provisorischen Regierung
November 1945: Wahl zum Nationalrat und 2. Nationalratspräsident bis 1959. (Bac-)

ÖGB, 13. Mai 1999 Nr. 222

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