AK: In Kärnten fehlen rund 1000 Lehrstellen

Wirtschaftsförderung an Ausbildungsbereitschaft knüpfen

Klagenfurt (OTS) - Eine alarmierende Entwicklung zeichnet sich auf dem Kärntner Lehrstellenmarkt ab. Nach einem Jahr der Entspannung werden für die Jugendlichen heuer rund 1000 Lehrplätze fehlen. Das ergibt eine von der Arbeiterkammer Kärnten erstellte Prognose für das Ausbildungsjahr 1999/2000.

Nach Berechnungen der AK ist aufgrund der Zahl der Pflichtschulabsolventen, die eine Lehre beginnen werden und aufgrund von 260 Lehrstellensuchenden aus den vergangenen Jahren auf jeden Fall mit einem Mangel von 902 Lehrplätzen zu rechnen. Im günstigsten Fall! Denn diese Prognose setzt voraus, daß auch heuer wieder mindestens 3.168 Lehrstellen angeboten werden. Nimmt die Zahl der Lehrplätze aber um beispielsweise drei Prozent ab, erhöht sich das Lehrstellendefizit auf 996 Plätze. Bei einem Rückgang der Ausbildungsbereitschaft um sieben Prozent fehlen in Kärnten dann im schlimmsten Fall 1.120 Lehrplätze.

Nachdem die Fördermaßnahmen von Arbeitsmarktservice (AMS) und Land Kärnten zur Schaffung zusätzlicher Lehrstellen Ende 1998 ausgelaufen sind, ist davon auszugehen, daß sich die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe heuer nicht erhöhen wird.

Die im April erstellte Prognose der Arbeiterkammer stützt sich auf Daten des Landesschulrates über die Schulabsolventen und auf langjährige Analysen und Trends auf dem Lehrstellenmarkt.

Angesichts dieser Entwicklung schlägt der Präsident der Arbeiterkammer Kärnten, Josef Quantschnig, neue Maßnahmen zur Förderung der Ausbildungsbereitschaft der Unternehmer vor: "Bei der Zuteilung von Wirtschaftsförderung und öffentlichen Aufträgen muß künftig darauf geachtet werden, ob der Betrieb bereit ist, Lehrlinge auszubilden oder nicht". Alle anderen Anreize hätten nicht den gewünschten Erfolg gebracht, betont Quantschnig.

Quantschnig fordert die Landesregierung weiters auf, sich dafür einzusetzen, daß ein Lastenausgleich zwischen Betrieben, die Lehrlinge ausbilden und Betrieben, die keine Lehrlinge ausbilden, geschaffen wird. Wer nicht ausbildet, zahlt in einen Fonds. Diese Mittel kommen den Ausbildungsbetrieben zugute.

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