Bauarbeiten am Judenplatz gehen zügig voran

Wien, (OTS) Die Bauarbeiten am Judenplatz gehen zügig voran. Das Projekt um das Mahnmal von Rachel Whiteread verknüpft museale Bereiche im Misrachi-Haus und den Schauraum, in dem die archäologischen Ausgrabungen präsentiert werden, zu einer Stätte des Gedenkens. Der gesamte Judenplatz wird zur Fußgängerzone. Bei der Präsentation des Fortganges der Bauarbeiten am Mittwoch zeigte sich Kulturstadtrat Marboe optimistisch bezüglich der Fertigstellung des Gesamtprojektes bis Ende dieses Jahres. Allerdings werden am Misrachi-Haus selbst auch danach noch abschließende Arbeiten stattfinden müssen. Auch Rachel Whiteread, so Marboe weiters, habe sich vom Stand des Projekts sehr
beeindruckt gezeigt. Der Judenplatz werde in seiner neuen Gesamtgestaltung die Aufgabe erfüllen werde, ein Ort des Gedenkens im Sinne des "Nie mehr wieder" zu sein. Zu danken sei dafür auch allen an den Planungen und Arbeiten Beteiligten, die sich mit größtem Engagement ihrer Arbeit gewidmet hätten.****

Auf dem Platz ist derzeit bereits der Kubus des Mahnmals zu erkennen, der bis zur Anbringung der nach außen gewendeten Bibliothekswände eingehaust bleibt. Im Misrachi-Haus werden im Erdgeschoß Informationsräume zum Mahnmal selbst und zur Schoa untergebracht - hier werden auch die Namen und Daten jener 65.000 Wiener Juden, die ermordet wurden, mit multimedialen Mitteln präsentiert.

Der museale Bereich zum mittelalterlichen Wien im Kellergeschoß des Misrachi-Hauses wird die religiösen, kulturellen und sozialen Lebensumstände der Wiener Juden im Mittelalter bis
zur Vertreibung und Vernichtung Ende 1420/21 darstellen, wobei
vor allem multimediale Präsentationen vorgesehen sind. Schließlich wird auch ein Modell des mittelalterlichen Wien zu sehen sein, in dem die Orte des jüdischen Lebens besonderes hervorgehoben werden, ergänzt von Schaustücken der archäologischen Ausgrabungen.
Über einen unterirdischen Gang gelangt man von den Kellern des Misrachi-Hauses zu den Ausgrabungen unter dem Judenplatz, in deren Zentrum die 1420/21 zerstörte gotische Synagoge steht, von der
Rest der Fundamente , der sechseckigen Bima und tragender Pfeiler erhalten sind.

Von der Stadt Wien sind für das Gesamtprojekt 130 Millionen Schilling vorgesehen, wovon (jeweils rund) 12 Millionen für die Platzgestaltung, 5 Millionen für die Errichtung des Mahnmals, 23 Millionen für die baulichen Maßnahmen am Misrachi-Haus, 39 Millionen für die Errichtung des musealen Bereichs und 20
Millionen für die inhaltliche Gestaltung des Museums vorgesehen sind. 31 Millionen wurden für die bis zum eigentlichen Baubeginn erforderlichen Maßnahmen (Herstellung des Mahnmals, archäologische Grabungen und nachfolgende Sicherungsmaßnahmen, Bauvorbereitung etc.) aufgewendet. Die Bauarbeiten liegen sowohl zeitlich wie auch finanziell im Plan. (Schluß) gab

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