US-Sanktionen: Österreich mit 1 Mrd überproportional belastet

WKÖ appelliert an österreichische Regierung und EU- Kommission für eine WTO-konforme Hormonfleisch-Lösung

Wien (PWK) - Morgen, Donnerstag, läuft für die EU die Frist ab, die Schädlichkeit von hormonbehandeltem US-Fleisch wissenschaftlich nachzuweisen. Kann sie das nicht und wird das Verbot für Fleischimporte aus den USA trotzdem nicht aufgehoben, wird Österreichs Wirtschaft im EU-Vergleich durch US-Sanktionen überproportional belastet werden. Um das zu verhindern urgiert die Wirtschaftskammer Österreich eine WTO-konforme Lösung des Handelsstreites und appelliert an die heimische Regierung und die EU-Kommission, alle Möglichkeiten praktischer und diplomatischer Art auszuschöpfen, um den Schaden für Österreichs Wirtschaft möglichst gering zu halten. ****

"Während im EU-Durchschnitt 0,7 Prozent der Exporte in die USA von Sanktionen betroffen sein werden, liegt Österreich mit 3,5 Prozent deutlich darüber", berichtet Wolfgang Entmayr von der integrations-und handelspolitischen Abteilung der WKÖ. "Dies würde für die heimische Exportwirtschaft einen Schaden von rund einer Milliarde Schilling im Jahr bedeuten und hunderte Arbeitsplätze kosten."

"Man kann sich nicht nur die Rosinen aus dem Kuchen picken und nur WTO-Entscheidungen akzeptieren, die einem passen", so Entmayr weiter. Die nächste, gerade für Österreich sehr bedeutsame WTO-Verhandlungsrunde naht, wo besonders Themen wie Umwelt, Gesundheitsschutz, rechtliche Kontrollen etc. thematisiert werden. Ignoriert die EU bei Hormonfleisch die WTO-Regeln, gefährdet sie damit auch den künftigen Konsens aller am Freihandel interessierter Staaten in verschiedensten anderen Bereichen.

Kann noch kein Schädlichkeits-Nachweis für das hormonbehandelte Rindfleisch erbracht werden, so müsse die EU der USA Kompensationen bei anderen Produkten anbieten oder die Kennzeichnung des Import-Fleisches diskutieren, so Entmayr. "Die WTO-Entscheidung gegen die EU zu ignorieren, würde aber - noch stärker als beim Bananenstreit -einen wahren Handels-'Krieg' provozieren, unter dem Österreichs Wirtschaft besonders zu leiden hätte."

Die Wirtschaftskammer Österreich bemüht sich bereits seit Monaten diesen zu erwartenden Schaden für die österreichischen Exportunternehmen möglichst gering zu halten. Dazu hat die WKÖ auch bereits einen amerikanischen Anwalt zur Interessensvertretung vor der US-Regierung eingesetzt. Ebenso vehement muß sich aber auch die österreichische Regierung für die heimischen Unternehmen einsetzen, wo doch die nationale Politik und Haltung zum Hormonfleisch-Thema Hauptgrund dafür war, daß österreichische Betriebe überdurchschnittlich stark von der Sanktionsliste getroffen werden.

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Wirtschaftskammer Österreich
Abteilung für Integrations- und
Handelspolitik
Tel. 50105 DW 4211

Mag. Susanne Schrott

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK/PWK