Ehrlich: Nein zum sozialem Kahlschlag bei den Hausbesorgern!

90 Prozent der Hausbesorger verdienen weniger als 16.000 Schilling

Wien (HGPD/ÖGB). "Die Abschaffung des Hausbesorgergesetzes würde einem 'sozialen Kahlschlag' bei den Hausbesorgerinnen und Hausbesorgern gleichkommen", stellte Karl Ehrlich, Vorsitzender
der Sektion Hausbesorger in der Gewerkschaft Hotel, Gastgewerbe, Persönlicher Dienst (HGPD) heute, Mittwoch, bei einem Pressegespräch in Wien fest. Die Abschaffung des Hausbesorgergesetzes wäre gleichbedeutend mit der "Entsorgung" von rund 32.000 in ganz Österreich beschäftigten Hausbesorgern. ++++

80 Prozent der Hausbesorger sind Frauen

Ehrlich: " Schon jetzt fällt auf, dass rund 30 Personen pro Monat einen Gewerbeschein zur Verrichtung der Hausbesorgertätigkeit beantragen. Dabei handelt es sich meist um Ein-Mann-Unternehmen.
Mit der Abschaffung des Hausbesorgergesetzes würden die Schleusen für solche atypischen Beschäftigungsverhältnisse ohne soziale Absicherung vollkommen geöffnet werden. Betroffen wären davon vor allem Frauen, denn 80 Prozent der Hausbesorger sind weiblich, darunter fast 50 Prozent Alleinerzieherinnen oder Familienalleinerhalterinnen."

Mehr als 70 Prozent der Mieter sind für Hausbesorger

Aus einer jüngst erfolgten Umfrage gehe hervor, dass zwischen 70 und 80 Prozent aller befragten Mieter sich für Hausbesorger aussprechen. Auch die sozialen Aufgaben der Hausbesorger, so die Studie weiter, seien für Mieter von großer Bedeutung: Für jeden fünften Befragten sind Hausbesorger die Anlaufstelle für soziale Hilfeleistungen wie die Betreuung von Behinderten und älteren Menschen, erklärte Ehrlich.

90 Prozent der Hausbesorger verdienen weniger als 16.000 S

Arbeit und Verdienst der Hausbesorger werden durch das Hausbesorgergesetz (HBG), das 1969 vom Nationalrat beschlossen wurde, geregelt. Die Höhe der Entgelte wird in jährlichen Lohnverhandlungen auf Landesebene verhandelt und im Verordnungsweg festgesetzt. Ehrlich: "Nur wenige Lohnsysteme sind so transparent wie das der Hausbesorger, das in den jeweiligen Landesgesetzblättern bzw. Mindestlohntarifen nachzulesen ist." Zur Kritik über zu hohe Verdienste der Hausbesorger hielt Ehrlich
fest, dass nur rund zehn Prozent aller Hausbesorger - das sind
etwa 3.200 in ganz Österreich - monatlich mehr als 16.000 S brutto (rund 1.163 Euro) verdienen. (ws)

ÖGB, 12. Mai 1999 Nr. 217

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