Kaske: Dialog statt Polemik über Hausbesorger-Zukunft

Hausbesorger-Dienstleistungen ausbauen statt ausgliedern

Wien (HGPD/ÖGB). Es sei eine beliebte politische Sitte geworden, Bevölkerungsgruppen oder Berufsgruppen gegeneinander auszuspielen, erklärte der Vorsitzende der Gewerkschaft Hotel, Gastgewerbe, Persönlicher Dienst, Rudolf Kaske, heute, Mittwoch, bei einem Pressegespräch zum Thema "Hausbesorger: Pro und Contra" in Wien. "Wer in Wahlkampfzeiten verspricht, die Wohnkosten werden sinken, wenn man die Hausbesorger abschafft, muss mit dem Widerstand
unserer Gewerkschaft rechnen", sagte Kaske. ++++

Die Gewerkschaft HGPD als Interessenvertretung der Hausbesorger verschließe nicht die Augen vor sinnvollen Reformen, sie wehre
sich jedoch dagegen, dass Hausbesorgerinnen und Hausbesorger pauschal als "überbezahlte Spitzenverdiener" verunglimpft werden. Die heute stattfindende Diskussion zum Thema "Hausbesorger: Pro
und Contra", zu der Vertreter der Wohnungswirtschaft, der Mieter
und politischer Parteien eingeladen wurden, solle der Startschuss für eine konstruktive Diskussion zwischen allen Beteiligten sein.

Wohnungswirtschaft schuf überproportional große Dienstposten

"In den Medien werden immer wieder die Spitzenverdienste von drei bis fünf Prozent der insgesamt rund 32.000 Hausbesorgerinnen und Hausbesorgern zitiert, die sehr große Teile einer Wohnhausanlage betreuen. Als Interessenvertretung der Hausbesorger muss ich aber festhalten, dass die Wohnungswirtschaft selbst vor einigen Jahren dazu übergegangen ist, einige überproportional große Posten zu schaffen, weil sie insgesamt weniger Hausbesorger-Dienstposten und damit weniger Dienstwohnungen haben wollte", sagte Kaske.

Den Lokführer aus dem fahrenden Zug werfen?

"Hausbesorger sorgen – im Gegensatz zu einer Firma, die Objektreinigungen durchführt – nicht nur für die Sauberkeit eines Wohnhauses, sondern auch für Sicherheit, sie sind Ansprechpartner und das Bindeglied zwischen Mietern und Wohnhausverwaltung und vielfach ergänzt soziales Engagement für Hausbewohner das Arbeitsfeld der Hausbesorgerinnen und Hausbesorger. Daher kommt
auch die hohe Zufriedenheit der Mieter mit ihren Hausbesorgern in Umfragen", erklärte Kaske.

Statt die Reinigung der Wohnhäuser auszugliedern, wäre es vernünftiger, das Dienstleistungsangebot der Hausbesorger auszubauen. Schon heute bereite die Gewerkschaft Hausbesorger in Berufsfortbildungskursen auf ein erweitertes Aufgabengebiet vor. "Der Zug der Zeit fährt in die Richtung einer umfassenden
Betreuung von Wohnhäusern und deren Bewohnern. Es wäre fahrlässig, den Lokführer, also den Hausbesorger, dabei aus dem fahrenden Zug zu werfen", meinte der HGPD-Vorsitzende abschließend. (ws)

ÖGB, 12. Mai 1999 Nr. 216

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