OMV 2

Die Bereiche:

Exploration und Produktion (E & P)

in Millionen EUR 31. März 199931. März 1998Änderung
EBIT 1,74 7,88 -6,14
Personalre-
strukturierung 4,03 2,62 +1,41
EBIT, berichtigt 5,77 10,50 -4,73

Ein leichter Anstieg der weltweiten Nachfrage nach Rohöl und Produktions-einschränkungen haben zu einer ausgeglicheneren Situation auf dem Weltmarkt zum Ende des ersten Quartals 1999 geführt. Dies resultierte in einem durchschnittlichen Preis der Sorte Brent von 11,34 US$/bbl, wodurch die Differenz zum Vergleichspreis von 14,09 US$/bbl für das erste Quartal 1998 etwas ausgeglichen wurde und der Rückgang durchschnittlich 20% betrug.

Der Bereichsumsatz sank um 29% auf EUR 63,92 Mio (1-3/98: EUR 90,35 Mio). Dies ist hauptsächlich auf die niedrigeren Ölpreise und einen Rückgang der Erdgaspreise zurückzuführen.

Dementsprechend sank das EBIT deutlich, blieb mit EUR 1,74 Mio (1-3/98: EUR 7,88 Mio) jedoch im positiven Bereich. Die weitere Reduktion der betrieblichen Aufwendungen im Berichtszeitraum auf 5,01 US$/boe (1-3/98: 7,18 US$/boe) sowie ein Produktionsanstieg wirkten sich mildernd auf die nach wie vor verschärfte Preissituation aus. Bei den Restrukturierungskosten wurde ein geringfügiger Anstieg auf EUR 4 Mio verzeichnet (1-3/98: EUR 2,62 Mio).

Die Explorationsaufwendungen blieben mit EUR 9,74 Mio unverändert (1-3/98: EUR 9,74 Mio). Die Arbeiten an den zwei bedeutendsten Funden werden seit Beginn des Jahres fortgesetzt: Der Gasfund in SW Miano in Pakistan wurde weiter analysiert, und der libysche Ölfund in NC-115 wird derzeit durch weitere Appraisalbohrungen beurteilt. In Australien unterbreitete die OMV ein Angebot für den Erwerb von Cultus Petroleum, um sich in dieser Region ein Sprungbrett für die weitere Expansion des E & P-Portfolios zu schaffen.

Die Produktion von Erdöl, NGL (Natural Gas Liquids) und Erdgas stieg insgesamt um 21 % auf 6,58 Mio boe (1-3/98: 5,45 Mio boe), wobei die internationale Produktion einen Anteil von etwa 47% ausmachte. Die Produktion von Erdöl und NGL stieg um 23 % auf 4,40 Mio bbl (1-3/98:
3,58 Mio bbl). Dieser Anstieg ist vor allem auf die neuen Felder in Großbritannien und Libyen zurückzuführen. Das Schiehallion-Feld erreichte im März eine Fördermenge von 74.000 bbl/Tag, und Murzuk produzierte 160.000 bbl/Tag. Die Erdgasproduktion ist aufgrund von höheren Fördermengen in Österreich um 15% auf 12,22 bcf (Milliarden Kubikfuß) gestiegen (1-3/98: 10,65 bcf).

Erdgas

in Millionen EUR31. März 199931. März 1998Änderung

EBIT 30,30 31,58 -1,28
Personalre-
strukturierung 0,58 1,36 -0,78
EBIT, berichtigt30,88 32,94 -2,06

Der Bereichsumsatz ging von EUR 265,24 Mio im ersten Quartal 1998 auf EUR 217,02 Mio im ersten Quartal 1999 zurück. Dies resultierte hauptsächlich aus den geringeren Import- und Tradingerlösen, die gestiegenen Transiterlösen sowie höheren Erdgasimport- und Absatzmengen gegenüberstanden.

Das EBIT ging nur geringfügig auf EUR 30,30 Mio (1-3/98: 31,58 Mio) zurück, eine Entwicklung, die durch eine Gesamtkostenreduktion begünstigt wurde. Der Verbesserung der Sparte Transit standen jedoch geringere Beiträge aus den Sparten Import und Trading gegenüber. Der Speicherstand hat sich nach dem Rückgang der für OMV-Kunden gespeicherten Volumen aufgrund neuer, im Vorjahr abgeschlossener Speicherverträge stabilisiert.

In der Sparte Transit wurden die Arbeiten an der Errichtung des TAG-Loop-II und des zweiten Teils des PENTA-West-Transportsystems fortgesetzt.

Sowohl die Import- als auch die Absatzmengen stiegen im ersten Quartal 1999 und betrugen 1,70 bcm bzw. 1,65 bcm (1-3/98: 1,51 bcm bzw. 1,49 bcm). Diese Entwicklung ist auf eine geringfügige Verbesserung der heimischen Nachfrage nach Erdgas um 4% auf etwa 2,6 bcm zurückzuführen. Mit 31. März ist der Speicherstand an Erdgas für OMV-Kunden von 1,00 bcm im Vorjahr auf 0,93 bcm gesunken. Das Transitvolumen für Erdgas stieg um 9% auf 6,92 bcm (1-3/98: 6,38 bcm). Dies ist vor allem auf den Zuwachs bei den Transitmengen auf der TAG zurückzuführen.

Zur Positionierung des Gasgeschäfts im liberalisierten Markt wird die aktuelle Strategie überarbeitet, um die Wettbewerbsposition der OMV zu stärken.

Raffinerien und Marketing (R & M)

in Millionen EUR31. März 199931. März 1998Änderung
EBIT 0,67 50,78-50,11
Personalre_
strukturierung 4,58 5,11 -0,53
EBIT, berichtigt 5,25 55,89 -50,64

Der Bereichsumsatz ging aufgrund deutlich geringerer Preise von Erdöl und Petrochemieprodukten sowie einer Reduktion der Verkaufsmenge im Geschäftsbereich Supply & Trading um mehr als 19% bzw. EUR 187 Mio auf EUR 780,55 Mio zurück (1-3/98: EUR 967,48 Mio).

Das EBIT verzeichnete einen signifikanten Rückgang von EUR 50,78 Mio auf EUR 0,67 Mio, der vor allem auf die drastische Reduktion der Bulk-Margen sowie der Margen bei Petrochemieprodukten zurückzuführen ist. Die Bulk-Margen in Rotterdam sowie in Österreich und Deutschland verschlechterten sich, was zu einem Verlust in Schwechat und einem deutlichen Rückgang in Burghausen führte. Der Beitrag der Petrochemieprodukte sank aufgrund der im Vergleich zum letzten Jahr gesunkenen Monomerpreise um beinahe 37% auf EUR 17,44 Mio (1-3/98:
EUR 27,62 Mio). Im österreichischen Tankstellengeschäft gingen die Margen aufgrund des verschärften Wettbewerbes beträchtlich zurück. Obwohl sich auch in den Reformstaaten die Marktbedingungen verschlechterten, und eine Reduktion der Margen zu verzeichnen war, konnte das internationale Marketing den Verlust im österreichischen Tankstellengeschäft überkompensieren.

Der Verbrauch bei Mineralölprodukten blieb unverändert: Österreich und die Länder des gemeinsamen europäischen Marktes verzeichneten einen ständigen Zuwachs bei Dieselkraftstoff, der den Rückgang bei Ottokraftstoffen kompensierte. Nur Deutschland erlebte einen deutlichen Anstieg um etwa 4 %, der auf Käufe vor der Erhöhung der Besteuerung von Mineralölprodukten per 1. April 1999 zurückzuführen ist.

Der Produktenabsatz aus den Raffinerien stieg auf 2,84 Mio t (1-3/98:
2,81 Mio t), und der Ausstoß bei der Rohölverarbeitung stieg geringfügig auf 3,09 Mio t (1-3/98: 3,08 Mio t). Die Exporte aus Schwechat stiegen um 12% von 0,27 Mio t auf 0,29 Mio t. Der Lohnverarbeitungsausstoß blieb mit 0,48 Mio t beinahe unverändert (1-3/98: 0.49 Mio t).

Im Marketinggeschäft konnte der Gesamtumsatz auf 1,70 Mio t gesteigert werden (1-3/98: 1,06 Mio t). Mit Ausnahme des heimischen Tankstellengeschäfts konnten alle Geschäftsfelder das Absatzvolumen erhöhen. Dabei entfiel der Hauptzuwachs auf das internationale Handelsgeschäft. Demzufolge verzeichneten die internatio-nalen Konzernunternehmen ein Absatzvolumen von 0,89 Mio t (1-3/98: 0,38 Mio t). Dies ist vor allem auf den Transfer einiger Raffineriemengen auf den Marketing-bereich zurückzuführen. Trotz des konsequenten Konsolidierungsprogramms der letzten Jahre sind der österreichische Marketingabsatz auf 0,81 Mio t (1-3/98: 0,68 Mio t) und der Marktanteil der OMV auf etwa 32% (1-3/98: 27%) gestiegen. Der internationale Marktanteil der OMV blieb mit etwa 11% unverändert (1-3/98: 6%), so daß insgesamt ein Marktanteil von etwa 16% erreicht wird (1-3/98: 10%).

Per 31. März 1999 ist die Gesamtanzahl der Tankstellen aufgrund des Erwerbs von Tankstellennetzen in der Tschechischen und Slowakischen Republik sowie aufgrund der Errichtung neuer Tankstellen auf 1.069 gestiegen (3/98: 989). Im Vergleich zum 31. Dezember 1998 nahm die Gesamtzahl um 36 Tankstellen zu, was vor allem auf die Eingliederung des ungarischen Tankstellennetzes von BP mit 1. Jänner zurückzuführen ist (12/98: 1.033). Nach Abschluß des Schließungsprogramms in Österreich blieb die Zahl der österreichischen Tankstellen mit 566 konstant. Die Anzahl der internationalen Tankstellen verzeichnete einen weiteren Anstieg auf 503 (3/98: 417; 12/98: 467). Davon befinden sich 112 in Ungarn, 101 in Tschechien, je 92 in Deutschland und Slowenien, 56 in der Slowakei, 35 in Norditalien und 15 in Kroatien.

Chemie und Kunststoffe (C & K)

in Millionen EUR31. März 199931. März 1998Änderung
EBIT 10,65 16,55 -5,90

Der Bereichsumsatz in C & K wurde nach der neuen Struktur ab dem dritten Quartal für das erste Quartal 1998 neu ausgewiesen, um einen direkten Vergleich gemäß der neuen Struktur des Geschäftes anstellen zu können.

Der Bereichsumsatz ging im Berichtszeitraum aufgrund eines weiteren Rückgangs bei den Düngemittelerlösen, insbesondere bei Einzeldüngern, sowie aufgrund eines Rückgangs bei den Erlösen und Absatzmengen von Melamin um 14% von EUR 122,73 Mio auf EUR 105,41 Mio zurück.

Das EBIT ging deutlich von EUR 16,55 Mio auf EUR 10,65 Mio zurück. Dies liegt vor allem an der Verschlechterung des Melaminmarktes, die zu geringeren Absatzmengen und niedrigeren Preisen sowie zu einem dauerhaften Druck auf die Düngemittelpreise führte. Verstärkte Melaminexporte aus Asien nach Westeuropa und eine geringere Nachfrage in der holzverarbeitenden Industrie in Europa führten zu einer verschärften Wettbewerbssituation. Was die Düngemittelverkäufe von Osteuropa nach Westeuropa betrifft, gab es ebenfalls einen Kampf um die lokale Nachfrage, obwohl das Unternehmen aufgrund der günstigen Nachfrage im März einen geringfügigen Anstieg der Absatzmenge im ersten Quartal verzeichnen konnte.

Ausblick für 1999

Aufgrund der Ergebnisse des ersten Quartals 1999 und trotz einer möglichen weiteren Verschlechterung der Bedingungen im zweiten Quartal, ist zu erwarten, daß das operative Ergebnis für das laufende Geschäftsjahr in etwa auf dem Niveau des Vorjahres liegen wird. Diese Annahme beruht vor allem auf den zu erwartenden positiven Auswirkungen eines Maßnahmenpaketes, das eine Senkung der Investitionsausgaben um EUR 124 Mio sowie eine Senkung der ausgabewirksamen Fixkosten um EUR 80 Mio vorsieht.

In E & P wird erwartet, daß eine Erholung der Rohölpreise die positiven Effekte des Produktionswachstums und eine weitere Senkung der Produktionskosten im Laufe des Jahres verstärken wird. Im Bereich Erdgas ist eine weitere Wettbewerbsverschärfung zu erwarten, jedoch sollten sich die Marktbedingungen und die Ertragslage stabilisieren. In R & M litten die Raffinerie-Bulk-Margen im ersten Quartal besonders stark. Eine Erholung ist nur im Falle einer dauerhaften Stabilisierung der Rohölpreise zu erwarten. Für den Bereich Marketing wird erwartet, daß das heimische Tankstellengeschäft aufgrund der Treibstoffpreissenkungen nach der politischen Diskussion um die gesetzliche Preisfestsetzung leiden wird. Für das gesamte Jahr wird ein positiver aber signifikant gesunkener Beitrag des R & M-Geschäftsbereiches erwartet. In C & K werden die Erträge wahrscheinlich durch geringere Melaminmengen und -preise sowie durch niedrigere Düngemittelpreise negativ beeinflußt werden, so daß sich gegenüber 1998 eine schlechtere Ertragssituation ergeben dürfte.

(Forts)

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