NEWS veröffentlicht Protokoll des bulgarischen Kronzeugen zum Tod des Marcus Omofuma. - Generaldirektor Sika widerlegt. Zeuge Iliev bestätigt vor

der österreichischen Botschaft seine Aussagen, die er gegenüber NEWS gemacht hatte. - Ein weiterer Zeuge meldete sich via NEWS. Ein holländischer Fluggast, der mit an Bord war, behauptet, Markus Omofuma wäre sogar geschlagen worden: "Es gab drei Schläge. Klatsch, klatsch, klatsch. Dann war der Mann ruhig." - Vorausmeldung zu NEWS Nr. 19/12.5.99

Wien (OTS) - Das Nachrichtenmagazin NEWS veröffentlicht in seiner morgen erscheinenden Ausgabe jene Aussage, die der Kronzeuge in der Affäre Marcus Omofuma, der Bulgare Vassil Iliev, 53 und seit 1967 Mitarbeiter der Balkan Air, war während des Fluges neben Marcus Omofuma und den drei begleitenden österreichischen Beamten gesessen. Iliev bestätigt in diesem Protokoll jene Aussagen, die er bereits gegenüber NEWS gemacht hat. Iliev gibt in diesem Protokoll an, die Österreicher mehrmals nach dem Befinden Omofumas befragt zu haben, nachdem dieser kein Lebenszeichen mehr gezeigt hatte: "Der Österreicher befühlte den Puls des Schubhäftlings und sagte, er sei am Leben. Ungefähr zwei Minuten vor der Landung am Flughafen Sofia fragte ich ihn erneut, wie es dem Schubhäftling geht. Er berührte wieder seine Hand und sagte, man fühlt den Puls und er sei am Leben."

Mittlerweile gibt es auch einen zweiten Zeugen über den Vorfall, den NEWS in der bulgarischen Kleinstadt Gabrowo erreichte. Es handelt sich um den 41 Jahre alten Carlo van Nierop aus Nijemgen, Holland. Er war gemeinsam mit seiner Frau und 28 holländischen Kindern einer Tanzgruppe auf dem Weg nach Bulgarien, um dort eine Tournee anzutreten. Van Nierops Aussagen belasten die österreichischen Behörden massiv. Van Nierop gegenüber NEWS: "Diese Leute waren fünf Reihen schräg hinter mir, das Flugzeug war noch am Boden. Und da habe ich gesehen, wie sie ihm das Klebeband auf den Mund gegeben haben. Und dann noch einige Streifen von oben nach unten und um den Körper herum. Ich habe gesehen, wie sie zehnmal, zwanzigmal dieses durchsichtige Klebeband um seinen Kopf gewickelt haben. Das war Wahnsinn. Und dann noch gut zehn Meter dieses Klebenbandes um seinen Oberkörper - rauf und runter.

Es war für mich furchtbar anzusehen. Weil dieser Mann hat die ganze Zeit nicht ein Wort gesagt. Marcus Omofuma hätte erst nachdem er verklebt worden war, zu protestieren begonnen. Van Nierop: "Ich habe sofort gedacht, daß dieser Mann keine Luft bekommt. Er hat immer die gleichen Laute von sich gegeben. Das war wie ein Pferd, das schnaubt, weil er diese Laute nur krampfhaft durch seine Nase stoßen konnte. Es war entsetzlich laut. Alle Kinder haben das mitbekommen und wir Erwachsenen waren damit beschäftigt, die Kinder zu beruhigen und abzulenken. Die waren nach diesem Erlebnis traumatisiert und konnten nicht mehr schlafen."

Eine Viertelstunde nach dem Start hätten laut von Nierop die österreichischen Polizisten Omofuma sogar verprügelt. Van Nierop:
"Ein Polizist hat geschrieen, ganz laut: "Halte deinen Mund", und dann gab es drei Schläge: klatsch, klatsch, klatsch. Dann war der Mann ruhig. Ich habe zu einem Mitpassagier gesagt, wenn du so einen Schlag bekommst, bist du ohnmächtig." Van Nierop hatte erst im NEWS-Interview vom Tod Omofumas erfahren. Van Nierop: "Ich hatte mir gedacht, daß ich mir diese Männer noch einmal vornehmen werde. Nun werde ich sie wohl vor Gericht treffen. Es war gräßlich."

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

NEWS Chefredaktion
Tel.: 01/21312/101

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF/OTS