VOTRUBA : GEWALTPRÄVENTION IN SCHULEN UND KINDERGÄRTEN AUSBAUEN

Landesrätin bekräftigt Forderung nach Installierung von Schulsozialarbeitern

St. Pölten (SPI) Der jüngste Vorfall in der HTL Mödling, wo ein Schüler von seinen Mitschülern mit Handschellen ans Bett gefesselt und mißhandelt wurde, zeigt einmal, wie dringend notwendig Gewaltprävention in den Schulen geworden ist, wobei bereits in den Kindergärten erste Ansätze einer Erziehung zu Gewaltfreiheit und Konfliktbewältigung auf friedlichem Weg zu schaffen sind, erklärte Dienstag Landesrätin Traude Votruba, die gemeinsam mit Univ. Prof. Dr. Rotraud Perner die Plattform "Gewaltfreies Niederösterreich" ins Leben gerufen hat. "Als erste Maßnahme sollen auch möglichst rasch Schulsozialarbeiter als erste Ansprechpartner und Kontaktpersonen installiert werden", forderte Votruba.

Bereits im Mai 1995 hat die SPÖ-NÖ im Rahmen einer Enquete unter dem Titel "Schularbeit-Sozialarbeit" auf die zunehmenden Probleme in den Schulen hingewiesen und gemeinsam mit einer ganzen Reihe von Experten die Installierung von Schulsozialarbeitern als Lösungsansatz gefordert, erinnerte die Landesrätin. Im Interesse des Ziels einer weitestgehend gewaltfreien Gesellschaft, muß aber bereits in den Familien angesetzt werden, damit die Kinder von klein an Gewaltfreiheit als Grundlage partnerschaftlichen Zusammenlebens begreifen. Darauf aufbauend hat vor allem in den Kindergärten, wo die Kinder erstmals das Verhalten in der Gruppe und den sozialen Umgang mit Gleichaltrigen erleben und erlernen, Gewaltfreiheit zu einem der zentralen Bildungsziele zu werden und in den Volksschulen eine logische Fortsetzung zu finden. "Dabei kommt es vor allem auf die Vorbildwirkung von Eltern, Kindergärtnern und Lehrern an, die nicht nur Gewaltfreiheit vermitteln, sondern auch die negativen Einflüsse aus Film und Fernsehen und über die vielen martialischen Video- und Computerspiele kompensieren müssen. Die Schulsozialarbeiter können nur die derzeitigen Spannungen kanalisieren beziehungsweise deren Eskalation abfangen – was aber als Akutmaßnahme sehr wichtig ist", hob Votruba hervor.

Der Vorfall in Mödling ist in seiner Tragweite sicher ein Einzelfall, in Wahrheit aber symptomatisch für die eskalierende Gewaltbereitschaft in den Schulen. "Die unzähligen kleinen Grausamkeiten, die weitestgehend unter dem Begriff ‚Lausbubenstreiche‘ subsumierbar sind, aber immer brutaler werden, sollen nicht kriminialisiert, sondern hintangehalten werden. Und genau das wäre die Aufgabe der Schulsozialarbeiter, da die Lehrer weder über die entsprechende Ausbildung verfügen, noch weiter belastbar sind", unterstrich die Landesrätin abschließend. (Schluß)nk/wb

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Tel: 02742/200

Landtagsklub der SPÖ NÖ

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NSN/NSN