WdF-Managermonitoring: Führungskräfte sind mit Regierung unzufrieden

Wien (OTS) - Manager schätzen Wirtschaftsfreundlichkeit der Regierung nicht besonders hoch ein - keine absolute Mehrheit der Führungskräfte für die Große Koalition - Konjunkturklima wird negativer eingeschätzt als gegen Ende vorigen Jahres - positive Effekte der EU-Mitgliedschaft werden jedoch gewürdigt

Eine Befragung österreichischer Manager und Führungskräfte, durchgeführt von Triconsult im Auftrag des Wirtschaftsforums der Führungskräfte (WdF), zeigt ein für die amtierende Bundesregierung nicht gerade günstiges Stimmungsbild. Die Große Koalition von SPÖ und ÖVP ist nicht einmal für die Hälfte von ihnen die bevorzugte Regierungskonstellation für das Jahr 2000. 41 Prozent der Führungskräfte präferieren eine Große Koalition, 34 Prozent würden hingegen gerne eine ÖVP-FPÖ-Koalition an der Regierung sehen. Demgegenüber kommt eine Ampelkoalition aus SPÖ, LIF und Grünen unter den heimischen Managern gerade einmal auf eine Zustimmung von 4 Prozent. 9 Prozent sähen am liebsten eine Konzentrationsregierung aller Parlamentsparteien und 5 Prozent präferieren eine SPÖ-Minderheitsregierung. Am geringsten ist die Zustimmung der wirtschaftlichen Leistungsträger zu einer SPÖ-FPÖ-Koalition, für die sich nur 3 Prozent erwärmen können. 4 Prozent der Befragten machten diesbezüglich keine Angabe.

Unter den Selbständigen liegt die ÖVP-FPÖ-Koalition mit 39 Prozent gegenüber der Großen Koalition mit 33 Prozent voran, während unter den angestellten Managern 46 Prozent für die Regierungskonstellation SPÖ-ÖVP und 31 Prozent für die ÖVP-FPÖ sind.

Die überraschend geringe Zustimmung zur Großen Koalition mag mit der Einschätzung der Wirtschaftsfreundlichkeit der Regierung zusammenhängen. Hier stellen die Manager der amtierenden Regierung kein gutes Zeugnis aus. Mit 46 Prozent beurteilt fast jeder zweite Manager die Arbeit der Regierung in dieser Hinsicht als neutral. 36 Prozent urteilen, die Regierung handle wenig wirtschaftsfreundlich, 6 Prozent sagen, sie agiere überhaupt nicht wirtschaftsfreundlich. Demgegenüber haben im Hinblick auf die Wirtschaftsfreundlichkeit nur 12 Prozent eine positive Meinung. Der Prozentsatz der Manager, die der Arbeit der Bundesregierung das Attribut sehr wirtschaftsfreundlich zuerkennt, spricht für sich: null Prozent!

Der Mittelwert bei der Beurteilung der Wirtschaftsfreundlichkeit hat sich gegenüber der Erhebung vor vier Monaten - das Managermonitoring wird dreimal jährlich durchgeführt - mit 3,4 nach dem Schulnotensystem nicht verändert.

Konjunkturklima kritischer eingeschätzt

Pessimistischer als vor vier Monaten fällt die Einschätzung des Konjunkturklimas durch die Führungskräfte aus. Nur mehr 9 Prozent, nach 15 Prozent, sehen derzeit eine ansteigende Konjunktur, eine fallende Tendenz konstatieren 19 Prozent. Bei der vorhergehenden Befragung waren es erst 13 Prozent. Unverändert beobachten 72 Prozent ein gleichbleibendes Konjunkturklima.

Relativ am besten schätzt der produzierende Sektor die aktuelle Konjunktur ein. Hier beobachten immerhin 15 Prozent steigende Tendenz, im Bereich Dienstleistung sind dies nur 9 Prozent, im Handel überhaupt null Prozent.

Eine Klima-Eintrübung ist auch bei der Frage nach der Einschätzung des Konjunkturklimas in den nächsten vier Monaten zu verzeichnen. Waren Ende vorigen Jahres noch 14 Prozent der Befragten optimistisch, so setzen jetzt nur mehr 11 Prozent auf eine ansteigende Konjunktur. Zugleich hat sich der Anteil der Konjunktur-Pessimisten für die nächsten vier Monate von 34 auf 40 Prozent erhöht.

Manager würdigen positive EU-Effekte

Überwiegend positiv werden die Effekte des EU-Beitritts in den Unternehmen eingeschätzt. Positive Auswirkungen auf die Exporte in die EU konstatieren 36 Prozent der Befragten. Gegenüber der letzten Befragung hat sich dieser Wert um 6 Prozentpunkte erhöht. Nur ein Prozent der Manager gab an, es habe negative Auswirkungen auf die Exporte gegeben.

Im Hinblick auf die Auftragseingänge aus dem Inland sehen 19 Prozent positive Auswirkungen, 10 Prozent bemerken negative Effekte. Auf die Exporttätigkeit in das Nicht-EU-Europa sehen 20 Prozent positive und zwei Prozent negative Auswirkungen. Auch auf Kooperationsangebote, sowohl aus EU, als auch aus Nicht-EU-Staaten, hat die EU laut WdF-Managermonitoring bei weitem überwiegend positive Auswirkungen mit sich gebracht.

Bedeutung neuer Kommunikationsmedien sehr hoch eingeschätzt

Unverändert hoch gegenüber dem vorhergehenden Managermonitoring ist die Einschätzung der Bedeutung neuer Kommunikationsmedien durch die Manager. Nach Schulnotensystem (1= sehr große Bedeutung, 5 = gar keine Bedeutung) liegt der Mittelwert der Angaben bei 1,691 Prozent der befragten Führungskräfte setzen die modernen Kommunikationsmedien zur Kommunikation mit Unternehmen/Partnern ein. Zur Kommunikation mit Endverbrauchern, in Marketing, Einkauf und Verkauf ist der Einsatz dieser Medien mit Werten zwischen 54 und 62 Prozent geringer.

88 Prozent der Führungskräfte nutzen am Arbeitsplatz einen PC, unter den Selbständigen sind es sogar 96 Prozent. Privat liegt die Quote der PC-Nutzer unter den Managern bei 69 Prozent. Was die Nutzung des PC als Kommunikationsmedium anbelangt, so verwenden 72 Prozent e-mail, 58 Prozent sind im Internet unterwegs und 13 Prozent der Führungskräfte tätigen konkrete Geschäfte im Netz, gehen also online-shopping. Bevorzugt werden Bücher, CD's und Software online erworben.

Kostenvorteile durch private Festnetzanbieter

Erhoben wurde auch, in welchem Ausmaß die heimischen Manager die neuen Möglichkeiten der privaten Telefon-Festnetzanbieter nutzen. 47 Prozent nutzen die privaten Anbieter im Unternehmen, weitere 11 Prozent ausschließlich privat, so daß insgesamt 58 Prozent von der Marktliberalisierung profitieren.

Auf Unternehmensebene erwarten die Führungskräfte im Schnitt jährliche Einsparungen durch die privaten Festnetzanbieter in Höhe von 475.000 Schilling. Die Höhe der Telefonrechnung lag in den Unternehmen vor dem Umstieg auf neue Anbieter im Schnitt bei 1.355.000 Schilling. Es wird also mit Einsparungen im Ausmaß von mehr als einem Drittel der Gesamtkosten gerechnet.

WdF/Gewinn/Triconsult - Managermonitoring

Befragungszeitraum: März 1999

Sample: 182
Männer: 170
Frauen: 12
Strukturdaten:

Branche:
Produktion: 53
Handel: 38
Dienstleistung: 91

angestellt: 108
selbständig: 74

Eigentumsverhältnisse:
privat: 172 (tw.)
öffentlich: 10

Unternehmensgröße:
bis 49 Mitarbeiter: 78
bis 499 Mitarbeiter: 55
500 Mitarbeiter u.m.: 49

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