"ÖkoBusinessPlan Wien" boomt

Bereits 32 Betriebe setzen Umweltschutzprogramme im Betrieb um

Wien, (OTS) "Mehr Umweltschutz, mehr Gewinn für Wiener Betriebe´, unter diesem Motto wurde im Oktober 1998 der "ÖkoBusinessPlan Wien" gestartet. Bürgermeister Dr. Michael Häupl und Umweltstadtrat Fritz Svihalek präsentierten am Dienstag im Bürgermeisterpressegespräch die erfolgreiche Zwischenbilanz. Insgesamt 32 Wiener Unternehmen wollen mit dem "ÖkoBusinessPlan Wien" zu ökologischen Musterbetrieben werden. Dazu gehören Firmen wie Kattus, Henkell, Austrian Aerospace, Chrysler, Opel Austria, EVVA, Bunzl & Biach, Landis & Staefa oder Liebherr Austria. Das erfolgreiche Konzept: im "ÖkoBusinessPlan Wien" stehen vier Umweltprogramme für verschiedene Betriebsgrößen zur Auswahl:
"Ökoprofit", "EMAS" (EG-System für das Umweltmanagement und die Umweltbetriebsprüfung), "Betriebe im Klimabündnis" und "Umweltzeichen Tourismus". Geleitet und koordiniert wird der "ÖkoBusinessPlan Wien" von der Wiener Umweltschutzabteilung (MA 22). Umweltstadtrat Fritz Svihalek: "Mehr Beratung, besseren Service, praktische Hilfe beim Realisieren der Umwelt-Maßnahmen
und insgesamt zehn Millionen Schilling Förderung pro Jahr, das leistet der ´ÖkoBusinessPlan Wien´ für die Wiener Wirtschaft." Über den "ÖkoBusinessPlan Wien" und seine vier Programme informieren auch Spezialfolder, die bei der Wiener Umweltschutzabteilung (MA 22) unter der Telefonnummer 4000/88257 angefordert werden können.****

"Ökoprofit" wird als Programm für Klein- und Mittelbetriebe mit 20 bis 100 Mitarbeitern angeboten. "EMAS" ist das Umwelt-Fullservice für Mittel- und Großbetriebe mit mehr als achtzig Mitarbeitern. Zielgruppe für "Klimabündnis im Betrieb" sind hauptsächlich Klein- und Mittelbetriebe mit weniger als zwanzig Beschäftigten. Als Spezialprogramm wird es in Kürze das "Umweltzeichen Tourismus" für Hotel- und Gastgewerbebetriebe
geben.

Von den 32 Unternehmen im "ÖkoBusinessPlan Wien" setzen 17
das Modul "Ökoprofit" um. Zehn Betriebe führen das Umweltmanagementsystem "EMAS" ein. Fünf weitere Betriebe konnten 1999 für den Baustein "Betriebe im Klimabündnis" gewonnen werden. Das Modul "Umweltzeichen Tourismus" wird im Juni gestartet, erste Wiener Tourismusbetriebe zeigen sich bereits interessiert.
Insgesamt werden alle "ÖkoBusinessPlan Wien" - Betriebe zusammen noch heuer bis zu 30 Millionen Schilling in effiziente Umweltmaßnahmen investieren.

Effiziente Förderung und beachtliche Wettbewerbsvorteile

Für den "ÖkoBusinessPlan Wien" haben sich die 32 Betriebe vor allem deswegen entschieden, weil damit wesentliche Wettbewerbsvorteile verbunden sind. Teure Rohstoffe werden
gespart, Abfälle oder Emissionen vermieden und betriebliche Abläufe optimiert. Gleichzeitig steigt die Produktivität der Unternehmen und die Kostenstruktur wird verbessert. Die Palette
der Umweltmaßnahmen reicht vom Rohstoffe- und Energiesparen, Abfallvermeiden, ökologisch Einkaufen bis hin zu einer besseren Transportlogistik.

Das besondere Plus: "ÖkoBusinessPlan Wien" - Betriebe werden auch finanziell unterstützt. Die Förderungsmittel (zehn Millionen Schilling pro Jahr) stellt die Stadt Wien mit einer speziellen Investitionsförderungs-Aktion bereit, die vom Wiener Wirtschaftsförderungsfonds abgewickelt wird. Gefördert werden vorsorgende Umweltinvestitionen, sofern die Amortisationszeit länger als zwei Jahre beträgt. Die Höhe der Zuschüsse beträgt dreißig Prozent der Kosten. Außerdem: jedes Unternehmen, das am "ÖkoBusinessPlan Wien" erfolgreich teilnimmt, wird in einer publikums- und medienwirksamen Veranstaltung unter der Patronanz
von Wiens Umweltstadtrat Fritz Svihalek ausgezeichnet: der erste "ÖkoBusinessPlan Wien Award" ist für Jänner 2000 geplant.
Der "ÖkoBusinessPlan Wien" wird vorerst bis zum Jahr 2002 laufen. Pro Jahr sollen sechzig bis achtzig Betriebe für eines der vier Programme gewonnen werden. Der "ÖkoBusinessPlan Wien" wird kontinuierlich auf seine Effizienz und seine ökologischen und ökonomischen Effekte hin überprüft. Damit beauftragt wurde das Institut für Umwelt und Wirtschaft (Wirtschaftsuniversität Wien), das halbjährliche Leistungsberichte erstellt, wobei der erste Bericht Ende 1999 vorliegen wird.

17 Wiener Betriebe setzen auf das Programm "Ökoprofit"

Von den 32 "ÖkoBusinessPlan-Betrieben" haben sich 17 für das Modul "Ökoprofit" entschieden. Zielgruppe sind Klein- und Mittelbetriebe mit 20 bis 100 Mitarbeitern. "Ökoprofit" heißt, Umweltprobleme im Betrieb kurzfristig erkennen, rasch und
dauerhaft lösen. Die Schwerpunkte werden in den Bereichen Abfall, Energie und (Ab)Wasser gesetzt. In einem ersten Umweltcheck, den alle 17 Betriebe bereits absolviert haben, wurden Umwelt-Schwachstellen aufgespürt. In "Ökoprofit"-Workshops wurde das notwendige Knowhow vermittelt, wie man eine Umweltbilanz erstellt, Umweltziele festlegt, Verbesserungsmaßnahmen entwickelt, umsetzt und letztendlich überprüft, ob die Maßnahmen auch erfolgreich wirken. Außerdem helfen die Rechtsexperten der Stadt Wien mit, aus der Vielzahl der Umweltgesetze und -verordnungen die für den Betrieb relevanten herauszufiltern. Ein weiterer Vorteil: Mit den "Ökoprofit" - Ergebnissen kann unmittelbar ein Umweltmanagementsystem nach EMAS aufgebaut werden, damit Umweltschutz langfristig zur Unternehmensphilosophie wird.

Von Kattus über EVVA bis Wassner: mit "Ökoprofit" in zehn Monaten zum Ökoprofi

Die Erwartungen der jetzigen 17 "Ökoprofit"-Teilnehmer sind sehr unterschiedlich und von der jeweiligen Branche abhängig. So erwartet die renommierte Sektkellerei Kattus Kosteneinsparungen, Mitarbeitermotivation, Wettbewerbsvorteile und die Optimierung der Stoffströme. Die Firma wird Verbesserungsmöglichkeiten beim (Ab)Wassersparen, beim Lärmschutz, dem Energieverbrauch, der Logistik, dem Einkauf und dem Produktdesign durchführen.
Die Firma EVVA stellt Zylinderschlösser her und rüstet mit "Ökoprofit" ihre Waschanlage um. Dort werden die einzelnen
Bauteile künftig umweltfreundlich und frei von Chlor-Kohlenwasserstoffen gereinigt und entfettet. Bei Wassner-Sicherheitstüren werden in Zukunft alte, von den Kunden zurückgegebene Türen zerlegt, wiederverwertet und der Rest getrennt entsorgt. Allein durch diese Maßnahmen werden bei Wassner mehr als 100.000 Schilling jährlich gespart und der Müllberg verringert. Energiesparen lautet das Motto bei der Firma Pawel-Verpackungen. Der Energieverbrauch wird durch eine neue,
effiziente Wärmedämmung um sechzig Prozent gesenkt. Um die Hälfte weniger Abwasser soll bei der Sektkellerei Henkell & Söhnlein entstehen, dafür wird eine Regenwasser-Versickerungsanlage sorgen. Die weiteren "Ökoprofit"-Betriebe im "ÖkoBusinessPlan Wien":
Austria Card, Austrian Aerospace, Chrysler Austria, Delphi Automotive Systems Vienna, FELS-Leiterplattenwerk, GIGANT Verpackungstechnik, Huber & Drott (Kabelerzeuger), Muldenzentrale (Sortier- und Recyclinganlage), Preinl-Stahlbau, Reichhold Chemie, Schunk Wien (Kohlebürsten).

Zehn Wiener Betriebe bauen das Umweltfullservice "EMAS" auf

Zehn Wiener Unternehmen haben im Rahmen des "ÖkoBusinessPlan Wien" begonnen, ein Umweltmanagementsystem nach "EMAS" (EU-System für das Umweltmanagement und die Umweltbetriebsprüfung) aufzubauen. "EMAS"-Zielgruppe im "ÖkoBusinessPlan Wien" sind Mittel- und Großbetriebe mit mehr als achtzig Mitarbeitern. Die Anzahl der neuen "EMAS"-Betriebe zeigt eindrucksvoll, wie erfolgreich der "ÖkoBusinessPlan Wien" läuft. Denn "EMAS" kann in Österreich bereits seit 1993 durchgeführt werden, allerdings haben das in den letzten sechs Jahren insgesamt nur sechs Wiener
Betriebe getan. Beachtlich: in nur einem halben Jahr "ÖkoBusinessPlan Wien" wurden schon zehn neue Unternehmen für "EMAS" begeistert. Der Erfolg scheint prolongiert, denn nicht nur zahlreiche weitere Betriebe interessieren sich für das Umweltfull-Service, sondern auch fünf der derzeitigen "Ökoprofit"-Betriebe wollen in der Folge auch das Umweltmanagement "EMAS" einführen.
Bei "EMAS" wird Umweltschutz im Management organisatorisch verankert, um die Umweltsituation kontinuierlich und langfristig
zu verbessern. In einer detaillierten Umweltprüfung werden sämtliche Auswirkungen des Betriebsstandortes auf die Umwelt erfaßt, bewertet und dokumentiert. Die Juristen der Stadt helfen mit, aus den zahlreichen Umweltgesetzen und -verordnungen alle für den Betrieb relevanten herauszufiltern. In einem Umweltprogramm werden konkrete Umweltziele definiert und die Zeitpläne
festgelegt, bis wann welche Maßnahmen realisiert werden sollen. Klar geregelt wird auch, wer für die Umsetzung der Maßnahmen und die Erfolgskontrolle verantwortlich ist. In einer Umwelterklärung werden dann alle wichtigen Ergebnisse zusammengefaßt.

Von Bunzl & Biach bis zu Schlumberger: umfassender Umweltschutz durch "EMAS"

Einer der zehn "EMAS"-Betriebe ist der Papierverarbeiter
Bunzl & Biach. Mit "EMAS" soll in der Firmenzentrale im 21. Wiener Bezirk der Papierverbrauch um fünfzehn Prozent, der Energie- und Wasserverbrauch um jeweils zehn Prozent, der Einsatz von Schmiermitteln und Hilfsstoffen um fünf Prozent und der Transportaufwand um drei Prozent reduziert werden. "EMAS" wird bei Bunzl & Biach nicht nur in der Zentrale eingeführt, sondern auch
in den Filialen im 10. Wiener Bezirk und in Linz. Die Einsparungsziele liegen dort in ähnlichen Größenordnungen.
Neben Bunzl & Biach setzen auch folgende Unternehmen auf das Umweltmanagementsystem "EMAS": Landis & Staefa (Österreich), PC Wagner Elektro-Thermit Schweissgesellschaft, Tierkörperbeseitigung Wien, Liebherr-Verkehrstechnik, Transportunternehmen Jellinek, Centeon Pharma, Unistahl Bau- und Rohrleitungsbau, Schlumberger Wein- und Sektkellerei und Auto Stahl.

Fünf neue Betriebe beginnen mit dem Modul "Betriebe im Klimabündnis"

Das Modul "Betriebe im Klimabündnis" wurde bereits vor zwei Jahren gestartet und in der Folge in den "ÖkoBusinessPlan Wien" integriert. Zielgruppe für dieses Programm sind hauptsächlich Klein- und Mittelbetriebe mit weniger als zwanzig Beschäftigten. "Betriebe im Klimabündnis" konzentriert sich auf die Reduktion der Kohlendioxid-Emissionen. Mit wenig Aufwand können einfache Maßnahmen rasch umgesetzt werden, zum Beispiel beim Energiesparen, bei der Transportlogistik oder im Einkauf. Innerhalb der letzten beiden Jahre sind insgesamt 24 Wiener Unternehmen als "Klimabündnisbetriebe" ausgezeichnet worden. Die Palette der bisherigen "Klimabündnisbetriebe" reicht von Bankfilialen, Bäckereien, Friseuren bis hin zu einem Produzenten von Ansteckplaketten.

Fünf weitere Unternehmen haben im Frühjahr 1999 beschlossen, zum Klimabündnisbetrieb zu werden und zwar: Konditorei Kriegl, Donauwind (Windkraftanlagen), Konditorei Caramel, Firma Buchegger (Baugewerbe) und das Hotel Carlton. Weitere 25 Betriebe werden derzeit vom "Klimabündnis Österreich" beraten. Sie entscheiden in den nächsten Monaten, ob sie am "ÖkoBusinessPlan Wien" teilnehmen.

Modul "Umweltzeichen Tourismus" wird am 18. Juni 1999 präsentiert

Das "Umweltzeichen Tourismus" wurde im Rahmen des "ÖkoBusinessPlan Wien" in Kooperation mit der Sektion Tourismus in der Wirtschaftskammer Wien speziell auf die Betriebe in dieser Branche abgestimmt. Vom Hotel bis zum Heurigenlokal kann dieses Programm verwirklicht werden. Schwerpunkte werden in den Bereichen Abfall, (Ab)Wasser, effizienter Energieeinsatz, umweltfreundlicher Einkauf und ökologische Reinigung gesetzt. Pro Jahr sollen sich mindestens fünfzehn neue Tourismusbetriebe für dieses Programm entscheiden. Präsentiert und offiziell gestartet wird dieses jüngste "ÖkoBusinessPlan Wien"-Modul in einer Pressekonferenz am 18. Juni 1999 mit Umweltstadtrat Fritz Svihalek und dem
Präsidenten der Wiener Wirtschaftskammer, Walter Nettig.

Die Partner beim "ÖkoBusinessPlan Wien"

Partner beim "ÖkoBusinessPlan Wien" sind die
Wirtschaftskammer Wien (WKW), der Wiener
Wirtschaftsförderungsfonds (WWFF), das Wiener Wirtschaftsförderungsinstitut (WIFI-Wien), das Bundesministerium für Umwelt, Jugend und Familie (BMUJF), die Arbeiterkammer, der Österreichische Gewerkschaftsbund, die Magistratischen Bezirksämter als Gewerbebehörde und die Hauptsachverständigen der Magistratsabteilung 36 (zuständig u.a. für technische Gewerbeangelegenheiten). Geleitet wird das Projekt von der Wiener Umweltschutzabteilung (MA 22). (Schluß) ma

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