Eggenburg will Rechtsträgerschaft am Spital an Land übertragen

LR Bauer: Eggenburg trifft Vorentscheidung über Verband

St.Pölten (NLK) - Der Gemeinderat der Stadtgemeinde Eggenburg beschloß dieser Tage einstimmig, die Rechtsträgerschaft am Krankenhaus per 31. Dezember 1999 an das Land Niederösterreich und den NÖ Krankenanstaltensprengel zu übertragen. Ziel ist die Gründung eines Krankenanstaltenverbandes der Spitäler Allentsteig, Eggenburg und Horn. Die Stadt Eggenburg ersuchte um Bewilligung der Übertragung der Rechtsträgerschaft. In der künftigen Sonderkrankenanstalt Eggenburg soll bekanntlich der Schwerpunkt auf Innere Medizin, psychosomatische Erkrankungen und Pulmologie liegen. In der künftigen Sonderkrankenanstalt Allentsteig will man sich auf die Neurorehabilitation konzentrieren. Horn bleibt wie bisher das allgemeine Schwerpunktspital der Region.

"Die Beschlußfassung des Gemeinderates von Eggenburg, mit 31. Dezember 1999 die Rechtsträgerschaft des Krankenhauses Eggenburg an das Land Niederösterreich abzutreten und damit Eggenburg in einen Krankenanstaltenverband Allentsteig-Eggenburg-Horn einzubringen, ist ein weiterer Schritt zur Verwirklichung des dritten ‚Meilensteins‘ -nach der Spitalsreform und den neuen Leitlinien - im Rahmen der großen Reformvorhaben im NÖ Gesundheitswesen. Diese Reformen bieten den Rechtsträgern und Krankenhausbetreibern die Möglichkeit, die wirtschaftliche Führung ihrer Häuser effizienter und entsprechend moderner Grundsätze zu gestalten", freute sich heute Gesundheits-Landesrat Dr. Hannes Bauer über den positiven Beschluß des Eggenburger Gemeinderates vom 26. April.

Die künftigen Möglichkeiten der Zusammenarbeit der Krankenhäuser untereinander umfassen ebenso ein breites Spektrum. Die leichteste Form ist dabei eine Kooperation zur effizienten Führung. Schließen sich mehrere Krankenanstalten zusammen, um die medizinische Versorgung ihrer Bürger zu verbessern, so entsteht ein Krankenanstaltenverbund. Übertragen die Krankenanstalten in einem solchen Kooperationsmodell auch ihre Rechtsträgerschaft, so entsteht ein Krankenanstaltenverband im Rahmen einer Körperschaft öffentlichen Rechts. Die Verwirklichung des Krankenanstaltenverbandes Horn, Eggenburg und Allentsteig ist mit dem Beschluß des Eggenburger Gemeinderates vom 26. April 1999 einen Schritt nähergerückt.

Das Krankenhauswesen Niederösterreichs ist seit kurzem auf fünf Versorgungsregionen ausgelegt: Industrieviertel, Weinviertel, Waldviertel, Mostviertel und Zentralraum. Jeder Region wird ein regionales Schwerpunktkrankenhaus zugeordnet. Dabei können auch mehrere Grundversorgungskrankenhäuser regionale Schwerpunkte in der medizinischen Versorgung übernehmen. "Von besonderer Bedeutung ist, daß die Menschen in ihrer eigenen Heimatregion weitgehend medizinisch versorgt werden können”, sagte dazu Landesrat Bauer. Diese Regionen hätten sich aus den geographischen Gegebenheiten und den historisch gewachsenen Wirtschafts- und Verkehrsstrukturen eigentlich von selbst ergeben. Daneben werde es für zentrale Versorgungsaufgaben wie Herzchirurgie, Strahlentherapie sowie Neurochirurgie auch sogenannte Landesschwerpunktkrankenanstalten geben. In den beispielsweise genannten Fächern solle die Betreuung der Menschen selbstverständlich über die Regionen hinaus erfolgen, weil hier die Qualität der bestmöglichen medizinischen Behandlung nur in spezialisierten Zentren mit bestausgebildeten Spezialisten gewährleistet ist. Wichtig sei jedenfalls, daß sich das niederösterreichische Gesundheitssystem kontinuierlich weiterentwickeln kann. Auch müsse ein weiterer Impuls gesetzt werden, daß Niederösterreich an international vergleichbare Leistungen in der Medizin anschließen kann, meinte Bauer.

Künftighin beabsichtigt Landesrat Bauer, die Bemühungen verstärkt in Richtung Qualitätsverbesserung und Qualitätssicherung im Gesundheitswesen zu lenken. "Das medizinische Angebot der niederösterreichischen Krankenhäuser ist weit gestreut. Es sind hervorragende Ärzte tätig, die hochwertigste Medizin betreiben. Wir müssen unsere Bürger besser davon informieren, wie gut die einzelnen Bereiche arbeiten und welche medizinischen Leistungen unsere Häuser anbieten", so der niederösterreichische Gesundheits-Landesrat abschließend.

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