LR Bauer: Naturparke und Naturschutz - Ökologie im Interesse des Landes und künftiger Generationen

St. Pölten, (SPI) - "Naturschutz hat in Generationen - ja in Jahrhunderten zu denken. Der Naturschutz befindet sich in einem wechselhaften Spannungsfeld zwischen Bewahrung der ökologischen Vielfalt, dynamischer Landentwicklung und wirtschaftlicher Entwicklungsstrategien. Erst in den letzten Jahren kam eine Art von ökologischer und naturschutzrelevanter Gesamtrechnung hinzu, welche der steigenden Bedeutung des Naturschutzes für Wirtschaft, Tourismus, Umwelt und Landschaftsplanung Rechnung trägt. Die Schaffung von ökologischen Grundlagen, die Bestandsregulierungen von Flora und Fauna, die Verbindung von Ökologie und Ethik sowie die Aufgabenstellung des Naturschutzes im Spiegel menschlicher und kultureller Bedürfnisse unserer Gesellschaft sind bedeutender denn je. Konzepte einer umweltverträglichen Landwirtschaft, eine angepaßte Förderpolitik sowie Ökosponsoring wurden erst in den letzten Jahren zu entscheidenden Mechanismen des Naturschutzes. Die Sensibilität der Bevölkerung ist in Bezug auf Ökologie und Naturschutz in den letzten Jahrzehnten erfreulicherweise gestiegen - damit wird es dem Gesetzgeber erleichtert, naturschutzrelevante Projekte umzusetzen”, stellte Niederösterreichs Naturschutzlandesrat Dr. Hannes Bauer im Rahmen der am vergangenen Freitag stattgefundenen NÖ Naturparketagung im Naturpark Buchenberg in Waidhofen/Ybbs fest.****

21 NÖ Naturparke stehen für geschützte Kulturlandschaft, die für Besucher Naturerlebnis und Information, Erholung und Bildung bringen soll. 2,5 Mio. Besucher jährlich bestätigen das große touristische Potential der NÖ Naturparke. "Die NÖ Naturparke bleiben jedoch nicht in ihrer mehr als 30-jährigen Tradition stecken. Mit Unterstützung des NÖ Naturschutzressorts findet, begünstigt durch das "Jahr der Naturparke”, derzeit ein Innovationsschub in Richtung Weiterentwicklung zu attraktiven lebens- und erlebenswerten hochwertigen Landschaftsräumen statt. Voraussetzungen für die Entwicklungen waren neue Partnerschaften und Finanzierungsmöglichkeiten", so Bauer weiter. Gemeinsam mit dem NÖ Naturschutz unterstützt der NÖ Tourismus nunmehr die Arbeit der Naturparke. Erstes Produkt dieser Zusammenarbeit war die Erstellung einer Grundsatzstudie über die "Einbindung der Naturparke in das Tourismus- und Freizeitangebot des Landes”. Diese Studie nennt als eine der großen Stärken der Naturparke die Qualität des eigenständigen Profils nach meßbaren das Engagement der ehrenamtlich tätigen Naturparkbetreiber. Sie bringt aber auch deutlich zum Ausdruck, daß unter heutigen Rahmenbedingungen diese ehrenamtliche Tätigkeit an ihre Grenzen stößt und zusätzliches professionelles Management benötigt. Die Eco-Plus Betriebsansiedlungs Ges.m.b.H. unterstützt NÖ Naturparke u.a. in der Umsetzung der Ergebnisse der Studie durch Beratung und Erstellung von Konzepten. Die Landwirtschaft als Partner ermöglicht Landschaftspflegeprojekte zur Erhaltung der Kulturlandschaft und hilft bei der Entwicklung spezieller Naturpark-Produktlinien, u.a. aus bodenständiger bäuerlicher Produktion.

Bis zum Jahre 1996 wurden die NÖ Naturparke ausschließlich aus dem Naturschutzbudget gefördert. Seit 1996 werden auch seitens des NÖ Landschaftsfonds Förderungen gewährleistet. Ab 1998 konnten auch EU-Interreg-Mittel angesprochen werden, was in Zukunft ein nicht zu vernachlässigbarer Finanzierungsfaktor für naturschutzrelevante Projekte sein wird. Neue Allianzen von Naturschutz, Landwirtschaft und Tourismus sind zentrale Erfolgsfaktoren moderner Naturschutzarbeit. Für die Landwirtschaft ergeben sich interessante Einkommensmöglichkeiten z.B. als Anbieter lokaler Spezialitäten und mit einem Zusatzverdienst als Naturparkführer. Bauer: "Schutzgebiete müssen "Arbeitgeber" werden, auch damit steigt die Akzeptanz in der Bevölkerung".

Die Ostregion mit NÖ, Wien und dem Burgenland ist in Sachen Naturschutz sicher vorbildhaft. In NÖ ist nahezu ein Drittel der Landesfläche in irgend einer Weise geschützt. "Siedlungsdruck, Verkehrsinfrastruktur, Standortqualifikation und verstärkte Nutzungsansprüche an Erholungsräume bedingen besonders in der Ostregion große strukturelle und organisatorische Anstrengungen, um Nationalparke, Naturparke und Schutzgebiete zu verwirklichen und zu erhalten. Mit der Ansiedelung neuer Betriebe und dem dadurch erhöhten Siedlungsdruck im Hauptstadtdreieck Wien, Bratislava und Budapest stehen wir als Umwelt- und Naturschutzpolitiker aber vor neuen Herausforderungen”, ist sich Bauer sicher. Rechtzeitige Abklärung der Risiken, zeitgerechte Planungen, Abstimmung der Interessen und vor allem eine intensive Zusammenarbeit zwischen den Ländern und Regionen sind in Zukunft noch stärker zu verankern, um die Orientierung der Naturschutzpolitik auf die zu erwartende Entwicklung abzustimmen. (Schluß) fa

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