HGPD-Frauen: Massive Kritik an Notstandshilfe-Regelung

Frauen fallen komplett aus sozialem Netz

Wien (ÖGB). Die Zentralsekretärin der Gewerkschaft Hotel, Gastgewerbe, Persönlicher Dienst (HGPD), Roswitha Bachner kritisierte heute schärfstens den für morgen geplanten Initiativantrag der Koalitionsparteien zur Notstandshilfe für Geschiedene. Bachner: "So, wie der Antrag formuliert wurde, darf
er nicht realisiert werden." ++++

"Sollte für die Gewährung der Notstandshilfe der Unterhalt der geschiedenen Frauen angerechnet werden, bleibt für die meisten Frauen unter´m Strich nicht einmal mehr genug, um zu leben", so Bachner, "gleichzeitig werden sie komplett aus dem sozialen Netz gedrängt".

Die durchschnittliche Notstandshilfe für Frauen beträgt etwa 5.000 bis 6.000 Schilling; die durchschnittliche Unterhaltszahlung für Frauen beträgt 3.500 Schilling pro Monat.

Besonders negativ sei die Situation für jene Frauen, die nach
Abzug des Unterhalts Null Schilling Notstandshilfe erhalten, so Bachner, denn dadurch wären diese Frauen nicht einmal mehr krankenversichert. Bei Erhalt einer niedrigen Notstandshilfe wäre es für viele Frauen nicht mehr möglich, sich bei der Krankenversicherung selbst zu versichern, da die monatliche Belastung von 1.000 Schilling zu hoch wäre.

Bachner appellierte daher an alle politischen Verantwortlichen, keine gesetzliche Regelung zu schaffen, "die Frauen nicht nur an
den Rand der Armut drängt, sondern sie auch aus dem Netz der sozialen Kranken- und Pensionsversicherung fallen läßt." (bfm)

ÖGB, 11. Mai 1999 Nr. 214

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