Kongreß "Nachhaltigkeit und Landwirtschaft" in Sankt Pölten Ult.: Blochberger: Niederösterreichs Ökopunkte-Programm als wertvolles Instrumentarium

St. Pölten (OTS) - In St. Pölten wurde heute vom Klub Niederösterreich ein Kongreß unter dem Titel "Nachhaltigkeit und Landwirtschaft" veranstaltet, nachdem sich das NÖ-Ökopunkteprogramm auch im internationalen Vergleich mit französischen oder deutschen Umweltbewertungsverfahren für die Landwirtschaft sehen lassen kann.

Agrarlandesrat Franz Blochberger betonte dabei der gewaltige Zuzug auf nunmehr 1.500 Bauern mit mehr als 26.000 Hektar, sowie die Prämien bis 7.000 Schilling pro Hektar hätten gezeigt, daß das NÖ-Punkteprogramm ein wertvolles Instrumentarium sei, auf das in Zukunft sicher auch die anderen Bundesländer zurückgreifen werden. Aufbauend auf dem Ökopunkteprogramm sei auch die Wichtigkeit einer nachhaltigen Wirtschaftssweise in der Landwirtschaft zu betonen. Die Agrarpolitik liesse sich jedenfalls nicht über eine Preisreduktion wie in der Agenda 2000 vorgesehen in den Griff kriegen. Eine Tiefpreispolitik zerstöre bloss bäuerliche Einheiten. Man müsse aus der Perspektive des Arbeitsmarktes einen gemeinsamen Ansatz finden, daß die Kaufkraft in der Region bleibe. Mit einer flächendeckenden Versorgung kleinregionale Fernheizwerke auf Biomassebasis könnten etwa 30.000 Arbeitsplätze neu geschaffen werden. Abschließend wiederholte Blochberger seine Enttäuschung darüber, daß es zu keiner Ökologisierung des Steuersystems gekommen sei und daß die Agenda 2000 zu wengige Ansätze in Richtung nachwachsender Rohstoffe bzw. Nachhaltigkeit enthalte.

Johann Penz dritter Präsident des NÖ-Landtages stellte in seinem Referat zur Bedeutung einer nachhaltigen Landwirtschaft drei Thesen auf: - Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft im ökologischen Sinn sei nur möglich, wenn auch andere Sektoren nachhaltig wirtschafteten, Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft im ökonomischen Sinn sei nur möglich, wenn sie auch betriebswirtschaftlich renatabel sei.

Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft sei nicht gegeben, wenn die Vorschriften zu strukturellem Ungleichgewicht führten. Zur Absicherung der Landwirtschaft müssen Rahmenbedingungen so gestaltet werden, daß die Bewirtschaftung nicht nur in Gunstlagen möglich sei bzw. Marketingmaßnahmen im Lebensmittelbereich und eine klare Produktdeklaration geschaffen werden. Neben einer Ökologisierung des Steuersystems forderte Penz zudem die Einrechnung der Umweltkosten in den Preis und eine ökosoziale Marktwirtschaft mit fairen Spielregeln. derzeit würden internationale Handelsregelungen keine Rücksicht auf kostenintensivere Qualitätsprodukte nehmen. Im Bezug auf die "Natura 2000" dürfe es zu keiner Beeinträchtigung der landwirtschaftlichen Nutzung oder zu einer stillen und schleichenden Enterbung durch Naturromantiker kommen, so Penz.

Die Broschüre "Umweltbewertungsverfahren für die Landwirtschaft -drei Verfahren aus Frankreich, Deutschland und Österreich unter der Lupe" kann bei der NÖ-Agrarbezirksbehörde, Landhausplatz 1/12 , 3109 St. Pölten zum Preis von ÖS 100.-- bestellt werden.

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