Fiakerpferde wurden durch Demonstration gehetzt

Wien (OTS) - Der Unfall am Samstag mittag, dem 8. Mai 1999 war vorprogrammiert! War es Rücksichtslosigkeit der Demonstranten oder gar des Kutschers selbst? Die Pferde stürzten jedenfalls mit samt ihren Insassen.

Die Geschäftemacherei mit Touristen in Fiakerkutschen hat wieder Hochsaison. Selbst Demonstrationen sind Anlaß für schaulustige Fahrten über den Ring, wie es sich am Samstag um die Mittagszeit vor dem Burgtheater zugetragen hat. Die schreckhaften Pferde sind diesem Streß einfach nicht gewachsen gewesen.

Diesmal ist zum Glück nichts passiert. Doch jedes Jahr werden zahlreiche Unfälle mit Folgeschäden für Mensch und Tier registriert. Auch Sachbeschädigungen sind keine Seltenheit.

Renate Mayer, Sprecherin des THWA: "Die Arbeitsbedingungen für Fiakerpferde sind - trotz neuer Regelungen und Führerscheinprüfung für die Kutscher - nach wie vor eine Katastrophe."

Über 20 Unternehmer mit mehr als 100 Kutschen streiten sich um das Geschäft. Die Forderungen der Tierschützer nach Schutzbestimmungen für die Pferde werden praktisch nicht umgesetzt.

Die Tiere sind durch die Verkehrsteilnehmer (Autos, Radfahrer, Demonstranten, ...) permanentem Streß ausgesetzt, und das von Früh bis spät. Die Arbeitszeiten der Tiere werden nicht kontrolliert.

Renate Mayer: "Solange keine Kennzeichnung der Tiere mittels Micro-Chip erfolgt, können die Tiere rund um die Uhr, ob krank oder gesund, als Arbeitstiere eingesetzt werden. Der Tierarzt kann nicht sofort feststellen, welches Pferd von welchem Stall gerade frei hat.."

Die Tage werden länger und zunehmend heißer. Es wird auch heuer wieder befürchtet, daß die Pferde in der sengenden Hitze stehen und auf Kundschaft warten müssen. Pausen, Weidegang oder Feiertage für die Pferde sind Luxus im harten Konkurrenzkampf des Fiaker-Gewerbes.

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