Feurer: Niederösterreich braucht ein Anti-Drogenkonzept

Hilfe und Prävention ausbauen, härtere Bekämpfung des Drogenhandels

St. Pölten, (SPI) - "Wenn man die Drogensituation in Österreich betrachtet so ist festzustellen, daß die Zahl der Opiat-Abhängigen in Österreich auf etwa 10.000 bis 15.000 Personen geschätzt wird – bevorzugt wird dabei Heroin vor Morphin. Insgesamt wird die Situation bei den harten Drogen - dem problematischen Drogenkonsum
- als stabil eingeschätzt, wobei es aber regionale Unterschiede gibt. Beobachtet wird eine zunehmende Nivellierung, d.h. Stabilisierung in früher stark betroffenen Regionen aber Zunahme des Drogengebrauches in weniger betroffenen Gebieten”, stellte SP-Landtagsabgeordneter Bürgermeister Werner Feurer im Rahmen der vergangenen "Aktuellen Stunde” zur Drogensituation im NÖ Landtages fest. Generell findet sich der problematische und riskante Drogengebrauch heute österreichweit in Ballungsräumen und nicht nur in wenigen Zentren. Bei den jugendlichen "problematischen” Drogenkonsumenten scheint das Geschlechterverhältnis ausgeglichen zu sein. In den höheren Altersgruppen finden sich zunehmend
weniger Frauen als Männer. Diese Geschlechterstruktur findet sich auch in der Verteilung der in Substitutionsbehandlung befindlichen Patienten wieder. Während das Geschlechterverhältnis bei den unter 20-jährigen fast ausgeglichen ist, ist bei den 25 bis 29-jährigen bereits ein Übergewicht der Männer von 1:2 und bei den über 34-jährigen von 1:3 festzustellen.****

Bezüglich der involvierten Substanzen setzten sich die Trends der letzten Jahre fort. Das am häufigsten involvierte Suchtmittel ist Cannabis, also Marihuana und vor allem Haschisch. Man rechnet, daß ca. 20 % der Jugendlichen und jungen Erwachsenen zumindest Experimentiererfahrung mit Cannabis haben. Der Prozentsatz von Jugendlichen die Ecstasy probiert haben liegt laut Studien
zwischen 3 – 5 %. Insgesamt wird angenommen, daß 30.000 Personen in Österreich nach illegalen Drogen süchtig sind. "Drogenpolitik soll so ausgerichtet sein, daß Probleme nicht entstehen und entstandene Probleme auch gelöst werden. Weil die Verkennung des Drogenproblems darin liegt, daß es als Drogen und nicht als Suchtproblem gesehen wird, ist es wichtig, Politik und Öffentlichkeit stärker auf die Grunderkrankung Sucht aufmerksam zu machen. Deshalb, damit sowohl der Konsum von illegalen wie legalen Substanzen entgegengetreten wird um die Suchtprobleme eingrenzen
zu können”, betont Feurer.

Drogenpolitisch ist der Situation nur dadurch Rechnung zu tragen, daß mit einem Bündel von unterschiedlichen Maßnahmen punktgenau der jeweiligen Problematik der verschiedenen Teilbereiche der gesamten Szene begegnet werden muß. Insofern kommt es auf Ausgewogenheit zwischen Prävention – Hilfe - Repression an. Einseitige Schwerpunktverlagerungen, z.B. hin zu Niederschwelligkeit, medizinischer Behandlung, Substitution, staatliche Drogenvergabe aber auch hin zur Repression entsprechen nicht den umfassenden drogenpolitischen Erfordernissen.

"Drogenpolitik muß daher Nahtstelle verschiedener Politikbereiche sein! Als Gesellschaftspolitik muß sie das Spannungsfeld zwischen individueller Abhängigkeit und gesellschaftlicher Verantwortung ausbalancieren. Sie muß die Frage inwieweit die gesellschaftlichen Bedingungen des Lebens suchtfördernd sind beantworten und regeln.

Als Jugend- und Familienpolitik ist sie dem Schutz von Kindern
und Jugendlichen vor den Gefahren des Suchtmittelkonsums verpflichtet. Die suchtpräventive Funktion der Familie als
wichtige Sozialisationsinstanz muß sie fördern und öffentlicher Erziehung einen ausdrücklichen suchtpräventiven Auftrag geben. Als Gesundheitspolitik muß sie allen Bürgern ein Gesundheitsbewußtsein und eine Lebenseinstellung vermitteln, die eine kritische Distanz zum Suchtmittelkonsum fördert. Suchtmittelabhängigen muß sie eine umfassende Behandlungs- und Rehabilitationschance garantieren". so Feurer weiter. "Das geforderte Niederösterreichische Anti-Drogenkonzept soll daher auf zwei Pfeilern stehen. Einerseits ist für Drogenabhängige das Modell Helfen statt Strafen auszubauen, andererseits müssen für den Drogenhandel die härtesten Bekämpfungsmaßnahmen ergriffen werden”, so Bgm. Labg. Werner Feurer.
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