Neue Vorwürfe gegen das Innenministerium

Ein illegal abgeschobener Nigerianer behauptet in einem Gedächtnisprotokoll, mit einer Spritze betäubt worden zu sein

Wien (OTS) - Von einem neuen Fall von eklatanten Menschenrechtsverletzungen bei der Abschiebung eines nigerianischen Asylwerbers berichtet das am Montag erscheinende Nachrichtenmagazin Format. In einem Gedächtnisprotokoll erhebt der Nigerianer Rawuja C. den Vorwurf, vor seiner Abschiebung nach Nigeria von der Fremdenpolizei betäubt worden zu sein: "Sie gaben mir gegen meinen Willen eine Spritze."

In dem Schreiben, das der Abgeschobene an die Menschenrechtsorganisation Association for Human Rights and Democracy in Africa (AHDA) gerichtet hat, berichtet der nigerianische Staatsbürger, daß er sich nach der Ankunft der Maschine der Balkan Air in Lagos einer medizinischen Behandlung in einem Spital unterziehen mußte: "Ich brauchte Tage um die Nebenwirkungen der Betäubungsspritze zu verkraften."

Wie Format weiter berichtet, soll der Asylwerber zudem illegal abgeschoben worden sein. Der Nigerianer hatte fristgerecht einen Antrag auf Asyl gestellt und wurde trotzdem in sein Heimatland, in dem nach eigenen Angaben verfolgt wurde, abgeschoben. Das Innenministerium bestätigt die illegale Abschiebung. Durch einen "bedauerlicher Irrtum eines Beamten", sei der Asylantrag in der EDV-Anlage nicht vermerkt gewesen, sagt ein Sprecher. Daß dem Nigerianer bei der Amtshandlung eine Injektion verabreicht wurde, wird hingegen vom Innenministerium bestritten.

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