Schlag gegen lokalen Wirtschaftsverkehr

Protest der Wirtschaftskammer Salzburg gegen neues Tarifsystem auf Sondermautstrecken

SALZBURG (HKS). Die Wirtschaftskammer Salzburg protestiert scharf gegen die für 1. Juni 1999 geplante Änderung des Tarifsystems auf den Sondermautstrecken. Diese Umstellung würde ausschließlich den lokalen Wirtschaftsverkehr benachteiligen, weil Wertkarten, Jahreskarten und 100-Fahrten-Karten für Lkw gestrichen werden. Begründet wird die Änderung mit "Warnungen" der EU-Kommission, die bei diesen Karten einen unzulässigen Wettbewerbsvorteil für österreichische Unternehmen sieht.
Die Wirtschaftskammer kann nicht akzeptieren, daß die Tarifänderung ausschließlich zu Lasten des lokalen Wirtschaftsverkehrs geht, gleichzeitig aber der ausländische Transitverkehr begünstigt wird (von 600 auf 450 S für eine Einzelfahrt auf der Tauernautobahn). "Offenbar will Österreich
sich wieder einmal gegenüber der EU-Kommission als Musterknabe darstellen. Es ist auch völlig unverständlich, warum Blockkarten eine Wettbewerbsverzerrung sein sollen, wenn jeder europäischer Unternehmer solche Karten in Anspruch nehmen kann", stellt die Kammerspitze fest.

Kostenexplosion für Vielfahrer
Welche Kostenexplosion die Mautumstellung für die regionale und lokale Wirtschaft zur Folge hätte, zeigt ein drastisches Beispiel:
Die ADEG-Zentrale in Salzburg wird täglich mit vier bis sechs Lkw-Zügen aus Kärnten beliefert und versorgt umgekehrt täglich den Lungau mit Frischwaren. Mit der derzeit möglichen 100-Fahrten-Karte beträgt die Maut für eine Fahrt in den Lungau 125 S und nach Kärnten 250 S. Ab Sommer sollen diese Gebühren auf 230 S für eine Fahrt in den Lungau bzw. auf 450 S für die Benützung der gesamten Strecke angehoben werden. Das bedeutet eine Mauterhöhung von mehr als 80 Prozent!

Tarifänderung muß aufgeschoben werden
Die Kammerspitze appelliert in einem Schreiben an Wirtschaftsminister Hannes Farnleitner, die angeblich schon angeordnete Tarifänderung zu stoppen und nochmals zu überlegen, wie die Benachteiligung der regionalen Wirtschaft verhindert
werden kann. Da die Tarifumstellung ausschließlich mit der Anpassung an das künftige Road-Pricing-System begründet wird, wäre es nach Ansicht der Wirtschaftskammer sinnvoll, die Umstellung
erst dann durchzuführen, wenn der genaue Zeitpunkt der Einführung von Road-Pricing feststeht.
Die Salzburger Unternehmer hätten vor allem im Winter keine Möglichkeit, auf mautfreie Alternativrouten auszuweichen. Sie könnten daher mit Recht verlangen, daß zur Aufrechterhaltung der täglichen Versorgung die Begünstigungen für Vielfahrer aufrecht bleiben, so die Kammerspitze.

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