Sallmutter: Unsicherheit über die Altersversorgung wird geschürt

Wien (GPA/ÖGB). Hans Sallmutter, Vorsitzender der GPA, nahm heute zu einer von der Raiffeisenversicherung in Auftrag gegebenen und präsentierten Meinungsumfrage Stellung. Diese hat dramatische Ergebnisse ergeben, die ein breites Presseecho gefunden haben. Demnach halten nur noch 15% der Österreicher/innen die derzeitige Pensionsregelung für finanzierbar, während schon 80% glauben, sich selbst um ihre Altersversorgung kümmern zu müssen.++++

Diese Zahlen sind eindrucksvoll, aber nicht unerklärbar. Durch gezielte Lobbying- und Pressearbeit wird dieser Eindruck seit
Jahren bewusst erweckt. Pikanterweise sprach Raiffeisen-Versicherungsschef Christian Sedlnitzky auch davon, dass die ab
dem Jahr 2000 mögliche, mit staatlicher Prämie subventionierte private Pensionsvorsorge ein "wahnsinniges Geschäft" werde.

Als Grund für die Notwendigkeit einer privaten Pensionsvorsorge
und Umstellung vom Umlage- auf ein Kapitaldeckungsprinzip wird die rasant gestiegene Lebenserwartung angeführt. Auf logische
Argumente kann sich diese Aussage jedoch nicht stützen.

Denn einerseits müssen die Pensionen unabhängig vom jeweiligen System aus dem laufenden Sozialprodukt stammen. Man kann zwar Geld oder Ansprüche für das Alter horten, aber nicht die Güter, die man dann konsumieren will. Und wenn sich ein immer größerer Teil der Bevölkerung im Ruhestand befindet, müssen dafür auch mehr Mittel aufgewendet werden.

Ziel muss es sein, eine gesicherte Altersvorsorge für alle zu erhalten. Eine staatliche Mindestversorgung, die durch private Versicherungen ergänzt wird, droht zu einer Gesellschaft zu führen, in der sich nur noch die Wohlhabenden in der Pension ihren Lebensstandard erhalten können, während das Alter für viele wieder Armut bedeutet.

"Die geschürte Angst der Versicherten beruht auf Gerüchten und nicht auf Argumenten" meint dazu GPA-Vorsitzender Hans Sallmutter. (Bac-)

ÖGB, 7. Mai 1999 Nr. 212

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